Autoreisen mit Kindern

Kindersitze: Wie fahren Kinder sicher im Auto mit?

Dass Kin­der im Auto nur in spe­zi­el­len Sit­zen mit­fah­ren dür­fen, ist jun­gen Eltern und Groß­el­tern bekannt. Doch damit sind längst nicht alle Unsi­cher­hei­ten geklärt. Die wich­tigs­ten Fra­gen zu Kin­der­sit­zen beant­wor­ten wir hier.

Kindersitz im Auto
In einem Reboard-​Sitz fah­ren Klein­kin­der rück­wärts am sichers­ten.

Wie lange müs­sen Kin­der im Kin­der­sitz mit­fah­ren?

Grund­sätz­lich muss für Kin­der bis zu ihrem zwölf­ten Geburts­tag oder bis zu einer Kör­per­größe von 1,50 Metern ein spe­zi­el­les Rück­hal­te­sys­tem ver­wen­det wer­den. Wenn Kin­der schon mit elf Jah­ren grö­ßer sind, dür­fen sie auch auf einem ganz nor­ma­len Sitz mit­fah­ren.

Wel­che Nor­men muss ein Kin­der­sitz erfül­len?

Zuläs­sig sind zum einen Sitze nach der Prüf­norm ECE 44 mit dem Zusatz 03 oder 04, bei denen eine Ein­tei­lung nach fünf Gewichts­grup­pen erfolgt: Die Gruppe 0 gilt für Kin­der ab der Geburt bis 10 kg, die Gruppe 0+ bis 13 kg. Die Gruppe 1 eig­net sich für Kin­der zwi­schen 9 und 18 kg, die Gruppe 2 deckt den Bereich von 15 bis 25 kg ab – und die Gruppe 3 ist für Kin­der mit einem Kör­per­ge­wicht zwi­schen 22 und 36 kg kon­zi­piert. Par­al­lel dazu gibt es seit 2013 die ECENorm 129, auch „i-​Size“ genannt, die sich nicht am Gewicht, son­dern an der Kör­per­größe ori­en­tiert.

Dür­fen Klein­kin­der nur in rück­wärts ein­ge­bau­ten Sit­zen mit­fah­ren?

Das kommt auf die Bau­weise an. Bei Sit­zen nach der i-​Size-​Norm müs­sen Kin­der bis zum Alter von 15 Mona­ten in nach hin­ten gerich­te­ten Sit­zen unter­ge­bracht wer­den. Bei Sit­zen nach der E44-​Norm ist das nicht vor­ge­schrie­ben, wird aber aus Sicher­heits­grün­den emp­foh­len: Bei einem Fron­tal­auf­prall ver­tei­len Reboard-​Sitze die auf­tre­ten­den Kräfte auf den gesam­ten Rücken des Kin­des und redu­zie­ren auch die Belas­tung auf die Hals­wir­bel­säule.

Wie fest muss ich den Gurt anzie­hen?

Die Gurte soll­ten so straff gezo­gen wer­den, dass gerade noch die fla­che Hand zwi­schen Kind und Gurt passt. Sind sie zu locker, besteht ein erhöh­tes Ver­let­zungs­ri­siko, da der Kör­per bei einem Auf­prall mit höhe­rer Wucht in die Gurte gepresst wird.

Was ist eine einer Isofix-​Halterung – und brau­che ich sie?

Iso­fix ist ein inter­na­tio­nal stan­dar­di­sier­tes Sys­tem, mit dem sich ein Kin­der­sitz kor­rekt instal­lie­ren lässt, ohne den fahr­zeug­ei­ge­nen Sicher­heits­gurt zu Hilfe neh­men zu müs­sen. Dabei wer­den zwei Metall­zun­gen am Sitz mit im Fahr­zeug instal­lier­ten Ver­an­ke­rungs­ö­sen ver­bun­den. Zusätz­lich gesi­chert wer­den Isofix-​Sitze mit einem Top Tether (obe­rer Hal­te­gurt) oder einem Stütz­fuß.

Kindersitz Rückbank
Am sichers­ten auf­ge­ho­ben sind Kin­der auf der Rück­bank. Der Kopf sollte die Kopf­stütze nie über­ra­gen.

Bei­fah­rer­sitz oder Rück­bank: Wo sit­zen Kin­der siche­rer?

Das Ver­let­zungs­ri­siko ist bei einem schwe­ren Unfall auf der Rück­bank gerin­ger. Daher emp­feh­len Unfall­for­scher die Unter­brin­gung auf der Rück­bank. In jedem Fall gehö­ren Kin­der auf die Rück­bank, wenn sie in einem nach vorn gewand­ten Sitz unter­ge­bracht sind – oder in Fahr­zeu­gen, bei denen sich der Beifahrer-​Airbag nicht abschal­ten lässt.

Kön­nen Sei­ten­air­bags dem Kind scha­den?

Solange die kor­rekte Sitz­po­si­tion ein­ge­hal­ten wird, besteht kein Ver­let­zungs­ri­siko durch Sei­ten­air­bags, weil sich diese nicht so weit in den Innen­raum ent­fal­ten wie ein Fron­tair­bag. Gefähr­lich wird es nur dann, wenn sich das Kind bei­spiels­weise im Schlaf aus dem Gurt her­aus­dreht. Daher sollte man den rich­ti­gen Sitz des Gurts auf län­ge­ren Fahr­ten immer wie­der über­prü­fen.

Ist es sinn­voll, sich einen gebrauch­ten Kin­der­sitz zu kau­fen?

Grund­sätz­lich schon, aber man sollte sich den Sitz genau anschauen. Bei älte­ren Exem­pla­ren kann die Kunst­stoff­schale durch Wärme und Son­nen­ein­strah­lung bereits spröde gewor­den sein und im Ernst­fall bre­chen. Die Schutz­wir­kung ist erst recht nicht mehr gewähr­leis­tet, wenn der Sitz bereits Ver­for­mun­gen oder gar Brü­che auf­weist.