Autodiebstahl – So schützen Sie sich vor Kfz-Klau

Die Zahl der Autodiebstähle nimmt zu – aber der Schutz der Kfz-Hersteller gegen Autodiebstahl reicht nicht aus. Autobesitzer können jedoch selbst nachrüsten. Wir zeigen Ihnen, wie.

Alexander Meier war im Urlaub, als er Opfer von versuchtem Autodiebstahl wurde. Die Diebe stiegen in seinen Mercedes ein. „Vielleicht hätte ich das Auto nicht auf einem unbewachten Parkplatz abstellen sollen”, sagt der Berliner. Bei der Rückkehr bemerkte er sofort den Einbruch: Die Mittelkonsole war aufgebrochen, das Zündschloss ramponiert. Wenigstens stand der Wagen noch da. Die Polizeibeamten vermuten, dass die Kriminellen beim Diebstahl gestört wurden. Meier hatte Glück im Unglück.

Keyless-Systeme machen Dieben das Leben leicht

Fahrzeuge, die mit Keyless-Systemen ausgerüstet sind, sind für Autodiebe ein besonders leichter Fang. Durch spezielle elektronische Tools greifen sie das Funksignal des Schlüssels ab und täuschen der Elektronik von Fahrzeugen mit Keyless-System vor, dass ein Autoschlüssel da ist.

Hersteller hinken Autodieben hinterher

„Die Hersteller sind den Dieben immer einen Schritt hinterher”, sagt ACV Experte Jens Klingenberg. Es ist teurer, eine technisch anspruchsvolle, diebstahlsichere Verschlüsselung zu entwickeln. „Doch die interessanten Gewinnmargen bei Hochpreismodellen müssen die Hersteller nacharbeiten und die Modelle besser schützen.”

Die sichersten Methoden gegen Autodiebstahl

Einen hundertprozentigen Schutz gegen Autodiebstahl gibt es nicht mehr. Obwohl manche Diebe selbst vor Tiefgaragen nicht mehr zurückschrecken, gilt die abgeschlossene Garage noch als beste Option, das Auto zu schützen. Viele Autobesitzer besitzen jedoch keine Garage, in Großstädten parkt man überwiegend auf der Straße. Gut beleuchtete Straßen, die zudem belebt sind erschweren den Dieben ihr Handwerk. In dem Fall können Parkkralle oder Lenkradschloss wirksamen Schutz darstellen. „Lassen sich Kfz-Diebe davon nicht beeindrucken, dann erschweren diese Hilfsmittel die Arbeit”, erklärt ACV Experte Klingenberg. Auch die klassische Alarmanlage ist eine effektive Möglichkeit, denn Lärm und Licht schrecken Diebe ab.

Tipp

Aufmerksamkeit im Alltag schützt vor Autodiebstahl

Allein im Alltag ergeben sich für spontane Diebe viele Gelegenheiten ein Auto zu stehlen. Mit den folgenden Tipps erhöhen Sie die Sicherheit:

  • Autofahrer sollten, auch wenn sie sich nur kurz von ihrem Fahrzeug entfernen, zum Beispiel zum Tanken, immer den Schlüssel ziehen
  • Auch bei sonnigem Wetter immer daran denken, Türen und Fenster zu verschließen.
  • Außerdem ist es ratsam, seinen Autoschlüssel immer bei sich zu tragen und nicht unbeaufsichtigt in der Jacke an der Garderobe zurückzulassen.
  • Hochwertige Modelle werden häufig auf Bestellung gestohlen, deshalb sollten Autofahrer alarmiert sein wenn sie beobachten, dass jemand Fotos von ihrem Fahrzeug macht. Dabei kann es sich bereits um die Vorarbeit für einen späteren Diebstahl handeln. In solchen Fällen sollte die Polizei informiert werden.

Ist das Auto erst mal weg ...

Der Schock sitzt tief, wenn das eigene Auto gestohlen wird. Über GPS-Ortungsmodule, die versteckt verbaut werden, kann der Standort von gestohlenen Autos ermittelt werden – vorausgesetzt, es gibt Empfang. In einigen Fällen konnten gestohlene Fahrzeuge so wieder ausfindig gemacht werden.

Autodiebstahl: 19 400 Autos wurden 2015 gestohlen

Andere Autobesitzer sahen ihr Fahrzeug dagegen nie wieder: 19.400 Autos wurden 2015 in Deutschland gestohlen. Laut Bundeskriminalamt (BKA) waren das 4,5 % mehr als 2014. Besonders im Osten häufen sich die Fälle: Autodiebstahl-Hochburg ist Berlin. Aber auch in Hamburg ist das Risiko hoch. Geringer fallen die Zahlen im Süden aus. Die Polizei ist oft machtlos, ein Großteil der Fahndungen bleibt erfolglos. Autobesitzer müssen selbst dafür sorgen, dass ihr Fahrzeug nicht gestohlen wird.

Autodiebstahl: 19 400 Autos wurden 2015 gestohlen

Andere Autobesitzer sahen ihr Fahrzeug dagegen nie wieder: 19.400 Autos wurden 2015 in Deutschland gestohlen. Laut Bundeskriminalamt (BKA) waren das 4,5 % mehr als 2014. Besonders im Osten häufen sich die Fälle: Autodiebstahl-Hochburg ist Berlin. Aber auch in Hamburg ist das Risiko hoch. Geringer fallen die Zahlen im Süden aus. Die Polizei ist oft machtlos, ein Großteil der Fahndungen bleibt erfolglos. Autobesitzer müssen selbst dafür sorgen, dass ihr Fahrzeug nicht gestohlen wird.

100-prozentigen Schutz gibt es nicht

Auch Alexander Meier hat sich ein Lenkradschloss aus Stahl gekauft, um sein Auto vor weiterem Diebstahl zu schützen. Viele Privatleute, aber auch Autohändler fragten nach diesen Hilfsmitteln, sagt Heinz Lochner vom Hersteller Kleinmetall. Lochner wurde selbst schon Opfer von Kfz-Dieben, sein geliebter VW-Bus wurde geklaut. Die Lenkradkralle blieb ohne jede Wirkung: Die dreisten Diebe holten den Bus mit einem Kranwagen.

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Wachmacher-Mythen beim Autofahren

    Sicheres Verhalten

    Ich schaff das schon. Es sind nur noch ein paar Kilometer. Aussagen eines Autofahrers, der kurz davor ist einzuschlafen – und womöglich nie wieder aufwacht. Selbstüberschätzung beim Autofahren gefährdet bei einem Unfall nicht nur das eigene Leben, sondern womöglich auch das von weiteren Menschen. Wer müde ist, sollte schlafen und nicht hinter dem Steuer eines Fahrzeuges sitzen.
    Wachmacher-Mythen beim Autofahren
  • Autofahren im Sommer: Tipps für Klimaanlage, Sonnenschutz & Co.

    Sicheres Verhalten

    Im Sommer kann es im Auto unerträglich heiß werden – das ist nicht nur unangenehm, sondern hat auch Auswirkungen auf die Sicherheit im Straßenverkehr. Wie Sie auch bei hohen Temperaturen im Auto einen kühlen Kopf bewahren, verrät Jürgen Koglin vom ACV.
    Autofahren im Sommer: Tipps für Klimaanlage, Sonnenschutz & Co.
  • Sicher Autofahren im Alter

    Sicheres Verhalten

    Routine ist reichlich vorhanden, an den Reaktionen mangelt es bisweilen. Selbstkritische Überprüfungen und Investitionen in Assistenzsysteme sollen Senioren auch weiterhin mobil halten.
    Sicher Autofahren im Alter