Fit in den Urlaub fah­ren: Online-Test & Tipps gegen Müdig­keit beim Auto­fah­ren

Wenn Sie lange Strecken mit dem Auto zurücklegen, sollten Sie sich immer wach und konzentriert ans Steuer setzen. Denn wer nur kurz einnickt, riskiert schwere Unfälle. Mit diesen vier Tipps und unserem Online-Test bleiben Sie auf langen Fahrten fit.

Müdigkeit beim Autofahren: Wer lange Strecken fährt, sollte ausgeschlafen sein
Wer nachts lange Stre­cken fährt, sollte aus­ge­schla­fen sein

Ken­nen Sie das? Um Staus und der Hitze am Tag zu ent­kom­men, sind Sie sehr früh am Mor­gen ins Auto gestie­gen und in den Urlaub gestar­tet. Die Nacht war kurz, schließ­lich haben Sie am Abend vor­her noch letzte Rei­se­vor­be­rei­tun­gen getrof­fen. Die Fami­lie im Auto schläft, die Auto­bahn bleibt leer und die Fahrt wird mono­ton. Zuerst gäh­nen Sie, dann rei­ben Sie sich die Augen und frös­teln ein wenig. Ihre Kon­zen­tra­tion lässt nach. Sie öff­nen das Fens­ter und las­sen fri­sche Luft her­ein. Und dann fal­len Ihnen die Augen zu …

Sekun­den­schlaf ist lebens­ge­fähr­lich

In einer Umfrage des Deut­schen Ver­kehrs­si­cher­heits­ra­tes (DVR) gab jeder Vierte an, bereits am Steuer kurz ein­ge­nickt zu sein. Das Phä­no­men nennt sich Sekun­den­schlaf – und das kurze Ein­schla­fen am Steuer kann lebens­ge­fähr­li­che Fol­gen haben. Wenn Ihnen nur drei Sekun­den bei einer Geschwin­dig­keit von 100 km/h die Augen zufal­len, fah­ren Sie über 80 Meter im Blind­flug. Wenn dann der Vor­der­mann uner­war­tet bremst, ein Stau­ende vor Ihnen auf­taucht oder Sie die Spur leicht ver­las­sen, kön­nen Sie die Kon­trolle über Ihr Auto ver­lie­ren – und Sie ris­kie­ren einen schlim­men Unfall.

Vor allem, wenn Sie lange Stre­cken fah­ren und Sie die Fahrt nicht aus­ge­schla­fen antre­ten, soll­ten Sie auf­kom­mende Müdig­keit beim Auto­fah­ren nicht ein­fach über­ge­hen, son­dern bewusst wahr­neh­men und ein­pla­nen. Wir haben vier wich­tige Tipps zusam­men­ge­stellt, damit Sie im Auto wach blei­ben und kon­zen­triert und sicher an Ihr Ziel kom­men.

1. Auf den Schlafrhythmus achten

Stra­pa­zie­ren Sie bei lan­gen Fahr­ten Ihren Schlaf-Wach-Rhythmus nicht zu sehr. Fah­ren Sie nicht zu Zei­ten, an denen Sie nor­ma­ler­weise tief schla­fen, son­dern pas­sen Sie Ihre Fahrt­zei­ten so gut wie mög­lich an Ihren Schlafrhyth­mus an. Berück­sich­ti­gen Sie bei der Pla­nung Ihrer Fahrt, ob Sie ein Früh­auf­ste­her sind oder erst in den Abend­stun­den rich­tig fit wer­den. Mei­den Sie nach Mög­lich­keit Fahr­ten mit­ten in der Nacht oder in den frü­hen Mor­gen­stun­den, denn zu die­sen Zei­ten ist das Risiko, am Steuer ein­zu­schla­fen, am höchs­ten.

Wel­cher Schlaf­typ bin ich?

Screenshot_Schlaftyp_IconIm Stra­ßen­ver­kehr ist es wich­tig, den eige­nen Zustand rich­tig ein­schät­zen zu kön­nen. Der ACV und der Deut­sche Ver­kehrs­si­cher­heits­rat haben des­halb gemein­sam einen Test ent­wi­ckelt, mit dem Sie schnell her­aus­fin­den kön­nen, wel­cher Schlaf­typ Sie sind. Das hilft Ihnen bei der Rei­se­pla­nung, damit Sie wis­sen, wann Sie aus­ge­schla­fe­ner und leis­tungs­fä­hi­ger unter­wegs sind. Außer­dem gibt es Tipps zur Rei­se­pla­nung um der Müdig­keit beim Auto­fah­ren zu ent­ge­hen, genau auf den eige­nen Schlaf­typ zuge­schnit­ten.

2. Anzeichen von Müdigkeit wahrnehmen

Ach­ten Sie wäh­rend der Fahrt bewusst auf Anzei­chen von Müdig­keit. Dass Sie häu­fi­ger gäh­nen müs­sen, ist ein ein­deu­ti­ges Zei­chen. Aber auch bren­nende Augen, Frös­teln, schwere Augen­li­der, dich­tes Auf­fah­ren oder ein Tun­nel­blick. Über­prü­fen Sie außer­dem immer wie­der, ob Sie sich noch an die letz­ten Kilo­me­ter erin­nern oder ob Ihre Gedan­ken oft abschwei­fen. Denn das alles sind Warn­si­gnale dafür, dass Ihre Kon­zen­tra­tion sinkt und der Kör­per eine Pause braucht. Wenn Sie nicht auf diese Signale von Müdig­keit reagie­ren, droht even­tu­ell ein kur­zes Ein­ni­cken am Steuer.

3. Pausen einlegen

Machen Sie im Ide­al­fall auf lan­gen Fahr­ten alle zwei Stun­den eine Pause. Aber spä­tes­tens wenn Sie Anzei­chen für Müdig­keit wie häu­fi­ges Gäh­nen oder schwere Augen­li­der fest­stel­len, soll­ten Sie direkt die nächste Aus­fahrt oder Rast­stätte ansteu­ern. Exper­ten emp­feh­len einen kur­zen Schlaf, zehn bis 20 Minu­ten rei­chen schon aus, sodass Sie sich wie­der kon­zen­trier­ter ans Steuer set­zen kön­nen. Län­ger als 30 Minu­ten sollte der Schlaf nicht dau­ern. Auch aktive Pau­sen an der fri­schen Luft tun gut, spa­zie­ren Sie im zügi­gen Schritt und brin­gen Sie Ihren Kreis­lauf in Schwung – auch kleine Fit­ness­übun­gen auf dem Park­platz hel­fen Ihnen, in die Gänge zu kom­men.

4. Keine falschen Wachmacher

Set­zen Sie nicht auf kurz­fris­tige Wach­ma­cher. Koffe­in­hal­tige Getränke wie Cola, Kaf­fee oder Ener­gy­drinks ver­spre­chen, Sie fit zu hal­ten. Aber Vor­sicht: Der Effekt dau­ert nur kurze Zeit an. Sie füh­len sich zunächst wacher, aber wenn Sie sich nicht aus­ru­hen, kehrt die Müdig­keit danach wie­der zurück. Kaf­fee & Co. erset­zen also kei­nen Schlaf oder einen Spa­zier­gang an der fri­schen Luft. Auch andere Tricks wie laute Musik hören, Kau­gummi kauen oder offene Fens­ter sind keine nach­hal­tige Lösung und kön­nen Sie nicht vor einem gefähr­li­chen Sekun­den­schlaf bewah­ren.

10.02.2017_SekundenschlafDie Aktion „Vor­sicht Sekun­den­schlaf!”

Der ACV Automobil-Club Ver­kehr unter­stützt die Kam­pa­gne „Vor­sicht Sekun­den­schlaf! Die Aktion gegen Müdig­keit am Steuer“ des Deut­schen Ver­kehrs­si­cher­heits­rats (DVR) mit Unter­stüt­zung vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Ver­kehr und digi­tale Infra­struk­tur (BMVI) und der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (DGUV). Mehr zu Müdig­keit am Steuer und der Kam­pa­gne fin­den Sie unter www.dvr.de/vorsicht-sekundenschlaf