Der nächste Versuch: Stadt Köln experimentiert mit Straßensperrung gegen Elterntaxis – ACV fordert Mobilitätskonzept

Jeden Morgen das Gleiche: Pünktlich zum Unterrichtsbeginn setzen Eltern ihre Kinder mit dem Auto am Schulgelände ab. Die sogenannten Elterntaxis verursachen dann Verkehrsbehinderungen und provozieren Gefahrenstellen. Die Stadt Köln will dieses Problem eindämmen und testet dafür an drei Schulen temporäre Sperrungen zugunsten sogenannter „Schulstraßen“.

Ab dem 27. Februar ist die Lindebornstraße in Ehrenfeld jeweils zu Schulbeginn und zu Schulschluss für einfahrende Fahrzeuge gesperrt.  So soll der Durchgangsverkehr vor der Lindeborn- und Vincenz-Statz-Grundschule reduziert werden.

Der ACV Automobil-Club Verkehr begrüßt die Initiative der Stadt Köln, mahnt zugleich aber ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für Schulen an.  ACV Geschäftsführer Holger Küster warnt davor, dass die Einführung der Schulstraßen zu einer örtlichen Verlagerung der Probleme führen kann: „Durch eine Straßensperrung lösen sich die Elterntaxis nicht in Luft auf. Das Projekt verfehlt sein Ziel, wenn Eltern ihre Kinder künftig bis zur Absperrung vorfahren und dann dort für gefährliche Verkehrsbehinderungen sorgen.“

Kritik übt der ACV an der mangelnden Vorbereitung des Verkehrsversuchs „Schulstraße“. So hat im konkreten Fall offenbar niemand eine Analyse des Mobilitätsverhaltens der Schüler an den beiden Schulen vorgenommen. Dabei wäre es wichtig zu wissen, welche Verkehrsmittel die Kinder in welchem Umfang nutzen und welche Wege sie gehen. Weitere Fragen, die es zu klären gilt: Wo setzen die Eltern ihre Kinder bevorzugt ab?  An welchen Straßenabschnitten entstehen unübersichtliche Situationen, etwa durch Wendemanöver von Elterntaxis? Und: Wo können die Eltern ihre Kinder im Schulumfeld sicher absetzen?

Nach Ansicht des ACV darf sich die Stadt nach den viel kritisierten Verkehrsversuchen auf der Deutzer Freiheit und auf der Venloer Straße keinen weiteren Versuch leisten, mit Eltern und Kindern als Testpersonen. Grundsätzlich setzt sich der ACV aber für eine frühe Verkehrsgewöhnung von Schulkindern ein. Geschäftsführer Holger Küster: „Die allermeisten Schüler können ihren Schulweg mit dem Fahrrad oder zu Fuß bewältigen. Die Bewegung im Freien sorgt für einen klaren Kopf und steigert die Konzentrationsfähigkeit.  Nur so können die Kinder eine eigene Verkehrskompetenz entwickeln.“ Mit der Kampagne „Elterntaxi? Nein, Danke!“ richtet der ACV deshalb einen musikalischen Appell an alle Eltern:  Der bekannte Kindermusiker „Simon sagt“ alias Simon Bergholz bestärkt in seinem Song „Mein Schulweg“ die Schüler, sich selbst auf den Weg zur Schule zu machen. Trotz der ernsten Thematik setzt der Song bewusst auf Fröhlichkeit und verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger. Der Song ist unter www.acv.de/elterntaxi abrufbar.

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