Renault Zoe, Toyota Yaris und VW Eco Up

Autos mit alternativen Antrieben sind derzeit in aller Munde. Aber was können die Fahrzeuge und was nicht? Drei erschwingliche Kleinwagen mit Gas-, Hybrid– und Elektroantrieb gibt es hier im ACV Vergleich.

Renault Zoe: Gut für kurze Strecken

Schnellentschlossene bekommen ihn noch bis zum 30. April zum Aktionspreis von 16 500 Euro und damit ist der Renault Zoe das derzeit preisgünstigste Elektroauto in Deutschland. Der extravagant gestylte Stromer mit den bläulich schimmernden Leuchteinheiten imponiert auch innen mit spannendem Design, ordentlicher Ausstattung und Platz für bis zu fünf Personen. Fahren lässt er sich leise, leicht und leidlich komfortabel, leider aber nicht allzu lange: Die Lithium-Ionen-Batterie, die Zoe-Käufer zu Monatsraten ab 49 Euro mieten müssen, speichert maximal 22 kWh, die laut Renault eine maximale Reichweite von 240 Kilometern erlauben. In der Praxis bei kühlen Februar-Temperaturen sah das anders aus.

Trotz sehr verhaltener Fahrweise zog die E-Maschine im Testmittel fast 20 kWh pro 100 km aus der Batterie, was die Bewältigung von Distanzen jenseits von 100 Kilometern nur bei extrem langsamem Tempo ermöglichte. Auch danach ist Geduld gefragt: Eine volle Batterieladung aus der Steckdose dauert rund 11 Stunden. Fließt der Strom aus einer 400-Volt-Ladestation, geht es deutlich schneller, kommt aber auch teurer: Die Installation einer entsprechenden Wallbox in der heimischen Garage bedeutet eine Zusatzinvestition von mindestens 1000 Euro. Er ist ideal für den Stadtverkehr, wegen seines leichten Gasfußes. Mit einer vorherigen Ladestations-Recherche sind auch Ausflüge ins Umland möglich.

Alternativen für den Renault Zoe sind der BMW i3, Mercedes B, Mitsubishi EV, Nissan Leaf, Smart Fortwo und der VW E-Up/E-Golf.

Toyota Yaris Hybrid: Teurer Sparspaß

Mit einer Systemleistung von 100 PS ist er der Stärkste im Trio und zum Basispreis von 17 300 Euro gibt es eine Menge Technik: Der Vierzylinder-Benziner ist mit einem Elektromotor kombiniert, der Antrieb erfolgt über ein stufenloses Planetengetriebe, doch so richtig harmonisch wirkt das alles nur beim ruhigen Dahinrollen oder in den eher seltenen Situationen, in denen die Steuerelektronik hin und wieder mal ein paar Kilowatt für den rein elektrischen Antrieb freigibt. Schon beim moderaten Beschleunigen aber jault der Motor plötzlich so laut auf, als würde im Leerlauf Gas gegeben. Und auf der Autobahn bescheidet sich der Fahrer gern mit Tempo 130, weil nicht nur der Geräuschpegel bei höheren Drehzahlen nervt.

Auch an der Tankstelle ist beim vollen Ausnutzen der verfügbaren Leistung mit Dissonanzen zu rechnen: Bei flotter Fahrweise verbrennt das vermeintliche Sparmobil mitunter mehr als 9 Liter Sprit pro 100 Kilometer und selbst im Bummeltempo erweist sich die Werksangabe von 3,6 Litern als utopisch: Weniger als 5 Liter zu verbrauchen ist nahezu unmöglich. Da kommt man schon ins Grübeln, ob sich der Aufpreis von fast 4000 Euro gegenüber einem gleich starken Benziner wirklich lohnt. Wer vorwiegend auf Stadt- und Landstraßen verkehrt und dabei ebenso bedächtig wie vorausschauend fährt, kann mit ihm glücklich werden. Muss aber nicht.

Andere Alternativen wären der Audi A3 e-tron, Honda Jazz, Toyota Auris/Prius und der VW Golf GTE.

VW Eco– Up: Kleiner Saubermann

Der kleinste VW ist rund einen halben Meter kürzer, 400 Kilo leichter und deutlich billiger als Zoe und Yaris. Das spürt man auch: Im Vergleich zur Konkurrenz wirkt der Up weniger erwachsen  und dem kleinen Dreizylinder unter der Haube könnten etwas mehr Drehmoment und Laufkultur nicht schaden. Ansonsten aber kann der Wolfsburger Zwerg absolut überzeugen. Vier Personen finden in ihm ausreichenden Platz, der lange Radstand macht ihn überraschend komfortabel und das niedrige Gewicht sorgt für spielerische Handlichkeit.

Des Pudels Kern aber haust unter der Rückbank: In den Tank passen 11 Kilo Erdgas, mit denen der Up in der Praxis rund 300 Kilometer weit kommt und dabei so gut wie keinen Feinstaub, mindestens 50 Prozent weniger Stickoxide als ein Diesel und rund 10 Prozent weniger CO2 als ein Benziner in die Atmosphäre bläst. Tankstellen mit Erdgas-Zapfsäulen findet man zwar nicht an jeder Ecke, doch beim Auffinden hilft das Navigationssystem. Und wenn das Gas bis dahin mal nicht mehr ganz reicht, ist das auch nicht schlimm: Für den Notfall sind auch noch zehn Liter Benzin an Bord, die Umschaltung auf Benzinbetrieb erfolgt dann automatisch. Und der Aufpreis für den sauberen Antrieb ist mit 2500 Euro im Vergleich zu Stromern und Hybriden relativ günstig. Ob Stadtverkehr oder Autobahn der Gas-Up ist komplett alltagstauglich und dazu noch konkurrenzlos sauber. Einziges Manko: das schüttere Tankstellennetz.

Als Alternative kommt der Audi A3 g-tron, Fiat Panda/500 L Natural Power, Mercedes B 200 c, Opel Zafira, Seat Leon TGI, Skoda Octavia G-Tec und der VW Golf TGI in Frage.

Fazit

Renault Zoe, Toyota Yaris oder VW Eco Up

Das Resultat ist eindeutig: Wer mit einem alternativen Antrieb die Umwelt schonen und dabei keine gravierenden Kompromisse eingehen will, ist mit einem Erdgas-Mobil am besten bedient. Simple Technik, niedriges Gewicht, hohe Effizienz sowie relativ günstige Anschaffungs– und Betriebskosten sprechen für einen Gas-Verbrenner. E-Mobile taugen nur für den Stadtverkehr und machen die Umwelt nicht wirklich sauberer, solange Strom zwar aus der Steckdose, aber nur teilweise aus regenerativen Quellen fließt. Am wenigsten überzeugen kann die Hybrid-Technik: Der technische Aufwand steht in keinem vernünftigen Verhältnis zur tatsächlichen Emissions– und Verbrauchsreduktion.

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