Ford Focus Turnier

Gebrauchte Kom­bis: Mehr Platz für weni­ger Geld

Klassische Kombis sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt derzeit zu Schnäppchenpreisen zu haben – der SUV-Boom lässt die Preise sinken. Der ACV hat fünf besonders empfehlenswerte Modelle unter die Lupe genommen.

Der unauf­halt­same Trend zum SUV hat die klas­si­schen Kom­bis in den Hin­ter­grund gedrängt. Vor allem bei gebrauch­ten Exem­pla­ren wirkt sich das posi­tiv auf die Preise aus. SUVs wer­den deut­lich teu­rer gehan­delt als dezente Kom­bis, mit denen ratio­nal ver­an­lagte Käu­fer schöne Schnäpp­chen machen kön­nen. Fünf beson­ders emp­feh­lens­werte Modelle stel­len wir hier vor, die genann­ten Preise bezie­hen sich auf höchs­tens fünf Jahre alte Fahr­zeuge mit weni­ger als 100 000 km Lauf­leis­tung.

Toyota Aven­sis – der Schnör­kel­lose

Toyota Avensis
Unauf­fäl­li­ger Geheim­tipp: Toyota Aven­sis

Mit dem Kombi aus Fern­ost ver­hält es sich ähn­lich wie mit jenen Arbeits­kol­le­gen, die ruhig und zuver­läs­sig arbei­ten, ohne die große Kar­riere anzu­stre­ben. Der Aven­sis tut ähn­lich unauf­ge­regt seine Pflicht. Er bie­tet viel Raum und Kom­fort für fünf Per­so­nen, die Lade­ka­pa­zi­tät ist beacht­lich (543 bzw. 1609 l) und die Noten für seine Zuver­läs­sig­keit fal­len durch­gän­gig makel­los aus. Nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind nur die sehr wei­chen Sitze und die etwas rup­pig federnde Fahr­werks­aus­le­gung.

Für die Moto­ri­sie­rung emp­feh­len sich vor allem die bei­den Die­sel mit 124 oder 177 PS, nicht wirk­lich emp­feh­lens­wert ist das optio­nal erhält­li­che stu­fen­lose CVT-Getriebe, das nicht son­der­lich effi­zi­ent arbei­tet und dem Motor unnö­ti­ger­weise hohe Dreh­zah­len abver­langt. Auch bei den Prei­sen bleibt der Aven­sis beschei­den: Schon für rund 11 000 Euro fin­det sich eine üppige Aus­wahl an kauf­wür­di­gen Kan­di­da­ten.

Scoda Fabia
Klein, aber oho: Fabia Combi

Skoda Fabia – das Raum­wun­der

Na ja, ein Hin­gu­cker ist der von 2007 bis 2014 gebaute Fabia Combi nicht gerade. Aber die beschei­dene Optik umhüllt ein Auto, das bei äußerst kom­pak­ten Abmes­sun­gen (Länge: 4,23 m) ein Maxi­mum an Raum bie­tet: Vier Erwach­sene kön­nen pro­blem­los damit rei­sen und ihr Gepäck in einem 480 l gro­ßen Kof­fer­raum unter­brin­gen, der sich durch Umklap­pen der Rück­bank auf ein Volu­men von fast 1500 l erwei­tern lässt.

Unter der Haut steckt die Tech­nik des VW Polo, Qua­li­tät und Ver­ar­bei­tung lie­gen eben­falls auf VW-Niveau, chro­ni­sche Schwach­stel­len gibt es nach Erkennt­nis­sen der DEKRA nicht. Für die Moto­ri­sie­rung emp­feh­len sich der 86 PS starke 1.2 TSI-Benziner oder der 1.6 TDI mit 90 PS. Eher abzu­ra­ten ist von den laut lär­men­den Pumpe-Düse-Dieseln aus den Bau­jah­ren vor 2011. Ordent­li­che Exem­plare fin­den sich schon ab rund 6 000 Euro.

Ford Focus – die Golf-Alternative

Ford Focus
Fährt gut und lädt viel: Focus Tur­nier

Der Focus Tur­nier kann eigent­lich alles so gut wie ein Golf, man­ches sogar noch bes­ser. Trotz­dem ist er aus zwei­ter Hand deut­lich güns­ti­ger als der Kon­kur­rent aus Wolfs­burg: Mehr als 8 000 Euro muss man nicht inves­tie­ren, um ein Modell zu fin­den, das unse­ren Such­kri­te­rien ent­spricht.

Dafür bekommt man mit Glück sogar schon ein Fahr­zeug mit dem spar­sa­men 100-PS-Ecoboost-Benziner oder ein gleich star­kes Diesel-Exemplar. In bei­den Fäl­len erhält man ein Raum­fahr­zeug, das fünf Per­so­nen ebenso locker Platz bie­tet wie dem ent­spre­chen­den Gepäck: Der Kof­fer­raum bie­tet ein Volu­men von 490 bzw. 1516 Litern.

Ansons­ten glänzt der Focus mit einem aus­ge­zeich­ne­ten Fahr­werk sowie einer ordent­li­chen Verarbeitungs- und Karos­se­rie­qua­li­tät. Die Prü­fer von TÜV und DEKRA beschei­ni­gen dem kom­pak­ten Ford immer wie­der eine über­durch­schnitt­li­che Män­gel­frei­heit.

Mercedes E-Klasse
Wenn Größe zählt: T-Modell der E-Klasse von Mer­ce­des

Mer­ce­des E-Klasse – der Raum­riese

Die Optik mit den über­trie­be­nen Sicken, Schwün­gen und Kan­ten muss man nicht unbe­dingt mögen. Wer aber einen Kombi mit dem Lade­vo­lu­men eines Lie­fer­wa­gens sucht, ist hier rich­tig: Fast 2000 Liter schluckt das Gepäck­ab­teil des Daimler-Kombis – und selbst bei hoch­ge­klapp­ter Rück­bank sind es immer noch stolze 695 Liter.

Dar­über hin­aus ver­fügt das T-Modell der E-Klasse über die übli­chen Mercedes-Eigenschaften: sat­tes Fahr­ge­fühl, her­vor­ra­gen­der Kom­fort, sehr gute Ver­ar­bei­tung, anfäl­lige Elek­tro­nik und nicht son­der­lich aus­ge­prägte Agi­li­tät in Kur­ven. Gera­de­aus dage­gen geht es bei Bedarf mäch­tig voran: Bis zu 525 PS (E 63 AMG) kön­nen sich hier unter der Motor­haube ver­ste­cken, doch den meis­ten Inter­es­sen­ten dürf­ten die 170 PS des E 220 CDI rei­chen. Schon dafür muss man aller­dings mit Prei­sen um 18 000 Euro rech­nen.

Volvo V 60 – der schi­cke Schwede

Volvo V60
Nicht so groß, aber schick: Volvo V60

Um es gleich vor­weg zu sagen: Hobby-Spediteure wer­den an die­sem Auto keine Freude haben, denn beim Design des seit 2010 gebau­ten Volvo genoss die flotte Optik höhere Prio­ri­tät als die Größe des Kof­fer­raums: Gerade mal 460 bzw. 1240 Liter fasst das Gepäck­ab­teil und ver­bannt ihn damit in die Gat­tung der Lifestyle-Kombis.

Ansons­ten jedoch punk­tet der schi­cke Schwede in jeder Bezie­hung: Zuver­läs­sig­keit und Kom­fort sind top – und bei den Moto­ren ist die Aus­wahl groß: Sanfte Gemü­ter wer­den den 115-PS-Diesel schät­zen, ordent­li­ches Tem­pe­ra­ment bie­ten der Selbst­zün­der mit 163 PS oder der 180 PS starke Ben­zi­ner des T4. Ein­zi­ges Manko: Das werks­sei­tig instal­lierte Infotainment-System lässt sich nicht son­der­lich gut bedie­nen und ist über­dies defekt­an­fäl­lig. Das Preis­spek­trum für gepflegte Modelle beginnt bei etwa 12 000 Euro.