Ganzjahresreifentest 2026: Welche Reifen überzeugen in der Kompaktklasse?

Nahaufnahme eines Autoreifens auf einer Felge aus einer Silberlegierung, der auf einer gepflasterten Fläche steht, während im Hintergrund Sonnenlicht scheint und rechts ein weiteres Auto leicht zu erkennen ist.

Ganzjahresreifen sind für viele Autofahrer eine praktische Alternative: Der halbjährliche Reifenwechsel entfällt, ebenso die Lagerung eines zweiten Reifensatzes. Doch ein Reifen für das ganze Jahr muss bei sommerlichen Temperaturen ebenso überzeugen wie bei Regen und Schnee. Der ACV hat deshalb gemeinsam mit der AUTO ZEITUNG zehn aktuelle Modelle getestet und zeigt, welche Reifen den unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden und wo ihre Stärken und Schwächen liegen.

Welche Reifen wurden wie getestet?

Welche Reifen wurden wie getestet?

Getestet wurden zehn Ganzjahresreifen der Dimension 225/45 R 17, die unter anderem in der Kompaktklasse verbreitet ist. Die im August 2026 ermittelten Preise lagen zwischen rund 325 und 525 Euro für einen Satz aus vier Reifen, jeweils ohne Montage.

Die im Handel gekauften Reifen mussten sich auf Schnee in Nordschweden sowie auf nasser und trockener Fahrbahn in Spanien bewähren. Geprüft wurden Bremswege, Kurvenverhalten, Fahrstabilität und das Verhalten bei Aquaplaning, also beim Aufschwimmen der Reifen auf Wasser. Laboruntersuchungen ergänzten die Fahrtests um Abrieb, voraussichtliche Laufleistung und Rollwiderstand.

Die Ergebnisse gelten für die getestete Größe und Produktversion. Ob diese Ausführung für Ihr Fahrzeug zugelassen ist, sollten Sie vor dem Kauf prüfen.

Wie schneiden die zehn Ganzjahresreifen ab?

Wie schneiden die zehn Ganzjahresreifen ab?

Je höher die Punktzahl, desto besser das Ergebnis. Auf Schnee, bei Nässe und im Trockenen waren jeweils 150 Punkte möglich, insgesamt 450. Zur Trockenwertung zählen auch Umweltwerte, Haltbarkeit und Komfort.

 

ReifenPreis*SchneeNässeTrockenGesamt
Pirelli Cinturato Allseason SF3475 €127142142411
Continental AllSeasonContact 2510 €134123127384
Goodyear Vector 4Seasons Gen-3485 €127130123380
Michelin CrossClimate 3525 €149103123375
Bridgestone Turanza AllSeason 6470 €125108138371
Hankook Kinergy 4S 2 (H750)450 €130119118367
Nokian Tyres Seasonproof 2455 €105141109355
Giti Allseason AS2520 €131105104340
Linglong Sport Master 4S325 €105104115324
Falken Euroall Season AS220 Pro425 €88102117307

*Preise für vier Reifen ohne Montage, Stand August 2026.

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Was zeichnet die vier bestplatzierten Reifen aus?

Was zeichnet die vier bestplatzierten Reifen aus?

1. Pirelli Cinturato Allseason SF3: Testsieger und Preis-Leistungs-Empfehlung

Der Pirelli bietet im Test die kürzesten Bremswege bei Nässe und Trockenheit. Auf Schnee erreicht er zwar nicht die Spitzengruppe, liefert aber solide Ergebnisse. Mit rund 475 Euro pro Satz liegt er preislich im Mittelfeld und erhält neben dem Testsieg die Preis-Leistungs-Empfehlung.

 

2. Continental AllSeasonContact 2: Zweiter mit Stärken auf Schnee

Der Continental erzielt die zweitbeste Schneewertung und lässt sich auf verschneiter Fahrbahn gut kontrollieren. Auch bei Nässe überzeugt er mit kurzen Bremswegen und berechenbarem Fahrverhalten. Auf trockener Straße braucht er zum Bremsen mehr Platz als die Besten im Feld. Dafür punktet er mit geringem Verschleiß und gutem Abrollkomfort.

 

3. Goodyear Vector 4Seasons Gen-3: Gute Nasshaftung, lange Trockenbremswege

Der Goodyear bietet gute Haftung bei Nässe und ordentliche Leistungen auf Schnee. Die Laboruntersuchung ergibt mit rund 50.500 Kilometern die höchste prognostizierte Laufleistung im Testfeld. Seine Schwäche zeigt sich beim Bremsen auf trockener Fahrbahn: Aus 100 km/h benötigt er 41,1 Meter bis zum Stillstand, den längsten Weg aller getesteten Reifen.

 

4. Michelin CrossClimate 3: Bester auf Schnee

Mit 149 von 150 Punkten auf Schnee liegt der Michelin in dieser Wertung deutlich vorn. Er bietet guten Halt beim Anfahren und in Kurven und lässt sich auf verschneiter Fahrbahn sicher kontrollieren. Bei der Nasshaftung zeigt er dagegen Schwächen. Wer sich für ihn entscheidet, sollte deshalb neben seinen Winterstärken auch die schwächeren Ergebnisse bei Regen berücksichtigen. 

Welche Stärken und Schwächen zeigen die weiteren Modelle?

Welche Stärken und Schwächen zeigen die weiteren Modelle?

Auch auf den Plätzen fünf bis zehn zeigen sich deutliche Unterschiede: Einige Reifen überzeugen unter bestimmten Bedingungen, verlieren aber in anderen Disziplinen wichtige Punkte.

  • Platz 5: Bridgestone Turanza AllSeason 6: Er bremst auf trockener Straße kurz, hat einen niedrigen Rollwiderstand und eine hohe im Labor prognostizierte Laufleistung. Bei Nässe bleibt er hinter den Besten zurück.
  • Platz 6: Hankook Kinergy 4S 2: Er überzeugt auf Schnee und bietet guten Schutz vor Aquaplaning in Kurven. Beim Bremsen auf nasser Straße benötigt er allerdings vergleichsweise viel Platz.
  • Platz 7: Nokian Tyres Seasonproof 2: Bei Nässe erreicht er fast so viele Punkte wie der Testsieger. Außerdem hat er den niedrigsten Rollwiderstand im Testfeld. Auf Schnee fällt er dagegen deutlich zurück.
  • Platz 8: Giti Allseason AS2: Er bietet den kürzesten Bremsweg auf Schnee und gute Aquaplaning-Reserven. Auf nasser Straße hat er jedoch den längsten Bremsweg. Im Labor zeigt er zudem den höchsten Verschleiß und die niedrigste erwartete Laufleistung.
  • Platz 9: Linglong Sport Master 4S: Er ist der günstigste Reifen im Test, zeigt aber Schwächen auf Schnee und beim Aquaplaning. Sein hoher Rollwiderstand und die vergleichsweise geringe erwartete Laufleistung schmälern den Preisvorteil.
  • Platz 10: Falken Euroall Season AS220 Pro: Er erreicht sowohl auf Schnee als auch bei Nässe die niedrigste Punktzahl. Auf trockener Straße liegt er näher am übrigen Testfeld.

 

ACV Hinweis: Für den Falken gibt es laut Testbericht eine überarbeitete Gummimischung, für den Goodyear bereits den Nachfolger Vector All Season 4. Die Ergebnisse gelten für die jeweils getestete Ausführung und lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Produktversionen übertragen.

Alle Testergebnisse zum Download

Die vollständigen Messwerte und Einzelbewertungen aller zehn Reifen finden Sie hier als PDF:

Ganzjahresreifentest 2026

Wie groß sind die Unterschiede beim Bremsen?

Wie groß sind die Unterschiede beim Bremsen?

Wie stark sich die Reifen unterscheiden, zeigt der Vergleich zwischen dem jeweils kürzesten und längsten Bremsweg im Test.

Auf nasser Fahrbahn kommt der Pirelli aus 100 km/h nach 44,9 Metern zum Stehen. Der Giti benötigt mit 50,4 Metern den längsten Bremsweg im Testfeld. Das sind 5,5 Meter mehr.

Auf trockener Straße bremst der Pirelli mit 36,2 Metern ebenfalls am kürzesten. Den längsten Weg benötigt hier der Goodyear mit 41,1 Metern. Der Unterschied beträgt 4,9 Meter.

Die Bremswege wurden unter festgelegten Testbedingungen gemessen und können im Alltag abweichen. Der tatsächliche Anhalteweg umfasst außerdem die Strecke, die das Auto während Ihrer Reaktionszeit zurücklegt.

Auch das EU-Reifenlabel ersetzt keinen ausführlichen Vergleich: Pirelli und Giti tragen beide die Nasshaftungsklasse A, liegen beim Nassbremsen in diesem Test aber deutlich auseinander. Für die Auswahl lohnt sich deshalb der Blick auf die einzelnen Prüfergebnisse.

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Für wen sind Ganzjahresreifen sinnvoll?

Für wen sind Ganzjahresreifen sinnvoll?

Ganzjahresreifen können eine Alternative sein, wenn Sie überwiegend in einer Region mit milden Wintern fahren und bei extremem Wetter auf das Auto verzichten können. Sie sparen den Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen und benötigen keinen Lagerplatz für einen zweiten Satz. Entscheidend ist, welche Strecken Sie regelmäßig fahren und mit welchem Wetter Sie rechnen müssen.

Wer häufig in schneereichen Regionen unterwegs ist oder lange Autobahnstrecken bei großer Sommerhitze zurücklegt, sollte die Vorteile separater Sommer- und Winterreifen berücksichtigen. Auch ein gut bewerteter Ganzjahresreifen ist nicht für jede Nutzung die beste Wahl.

Für den Wintereinsatz in Deutschland gilt: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen Pkw an allen Rädern mit geeigneten Reifen ausgestattet sein. Ganzjahresreifen erfüllen diese Anforderung mit dem Alpine-Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Eine reine M+S-Kennzeichnung reicht nicht aus.

ACV Checkliste

Worauf sollten Sie beim Kauf von Ganzjahresreifen achten?

  • Zugelassene Ausführung prüfen: Reifengröße, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsfreigabe müssen zum Fahrzeug passen. Lassen Sie mögliche Ausnahmen im Fachbetrieb klären.

  • Einzelwertungen vergleichen: Berücksichtigen Sie neben dem Gesamtplatz besonders Bremswege und Fahrverhalten bei Ihren typischen Wetterbedingungen.

  • Gesamtkosten betrachten: Vergleichen Sie den Preis inklusive Montage und die zu erwartende Haltbarkeit. Ein günstiger Satz ist bei schnellem Verschleiß nicht zwangsläufig wirtschaftlicher.

  • Laufleistung richtig einordnen: Die Kilometerangaben sind Laborprognosen. Fahrzeug, Fahrstil und Strecken beeinflussen die tatsächliche Lebensdauer.

  • Regelmäßig kontrollieren: Auch ohne saisonalen Reifenwechsel bleiben Kontrollen von Luftdruck, Profil und Schäden wichtig.

Fazit: Den passenden Ganzjahresreifen wählen

Fazit: Den passenden Ganzjahresreifen wählen

Der Pirelli Cinturato Allseason SF3 überzeugt besonders bei Nässe und auf trockener Straße und sichert sich damit den Testsieg. Auf Schnee haben Michelin und Continental die Nase vorn. Welcher Reifen für Sie die beste Wahl ist, hängt deshalb auch von Ihren üblichen Strecken und den Wetterbedingungen ab.

Vergleichen Sie vor dem Kauf die Stärken und Schwächen der Modelle und prüfen Sie, welche Reifenausführung zu Ihrem Fahrzeug passt.

► Das Wichtigste auf einen Blick

Welcher Ganzjahresreifen ist Testsieger 2026?

Beim gemeinsamen Test von ACV und AUTO ZEITUNG hat der Pirelli Cinturato Allseason SF3 mit 411 von 450 Punkten gewonnen. Getestet wurden zehn Ganzjahresreifen der Größe 225/45 R 17.

Welcher Ganzjahresreifen bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Der Pirelli Cinturato Allseason SF3 erhält bei einem im August 2026 ermittelten Preis von rund 475 Euro pro Satz ohne Montage auch die Preis-Leistungs-Empfehlung.

Welcher Ganzjahresreifen ist auf Schnee am besten?

Der Michelin CrossClimate 3 erzielt mit 149 von 150 Punkten die beste Schneewertung im Test, zeigt jedoch Schwächen bei Nässe.

Welcher Ganzjahresreifen hat den kürzesten Bremsweg bei Nässe?

Der Pirelli Cinturato Allseason SF3 bietet im Test mit 44,9 Metern aus 100 km/h den kürzesten Bremsweg auf nasser Fahrbahn.

Wie lange halten Ganzjahresreifen?

Die tatsächliche Haltbarkeit hängt von Fahrzeug, Fahrstil und Einsatzbedingungen ab; die höchste im Labor prognostizierte Laufleistung im Test erreicht der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 mit rund 50.500 Kilometern.

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