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Dirk Steffens im Interview: "Ich habe mich in die Natur verliebt"

Anderen im Fernsehen die Schönheit der Natur zu zeigen, das ist nicht nur ein Traumjob, sondern sein Leben. In der ACV PROFIL erzählt TV-Moderator Dirk Steffens, warum er Elektroauto fährt und es nichts bringt, immer „Weltuntergang“ zu schreien.

München-Unterföhring, vor dem ZDF Landesstudio Bayern; sieben Grad, klarer Himmel, Sonnenschein. Um die Kurve biegt ein Fahrradfahrer, dunkelgraues Gravel-Bike, schwarze Sportmontur. „Moin!“, ruft es uns entgegen – die norddeutsche Herkunft kann und will TV-Moderator Dirk Steffens auch in seiner Wahlheimat nicht verbergen.

Er bremst, zieht den wärmenden Schal vom Gesicht und strahlt. 35 zügig gefahrene Kilometer entlang der Isar durch die Natur machen ihn glücklich. „Als ich aufgestanden bin, war keine Wolke am Himmel, da dachte ich, ich fahre schön mit dem Fahrrad.“ 

Sein gewinnendes Lächeln, den wachen Blick auf die Natur und die klar gewählten Worte kennen Millionen ZDF-Zuschauer von ihrem Sonntagabend, wenn Dirk Steffens in Deutschlands erfolgreichster Dokureihe „Terra X“ rund um den Globus in der gleichnamigen Sendung über die „Faszination Erde“ berichtet. Statt Expeditionen nach Australien, Südafrika oder Patagonien faszinierten zuletzt Orte wie Irland, Spanien oder Deutschland. Natürlich auch geschuldet den Reiseeinschränkungen durch die Corona-Pandemie, gibt Steffens zu.

Dirk Steffens fasziniert ein Millionenpublikum

Die Faszination litt darunter aber nicht: Wenn sich Steffens völlig verdreckt durch einen winzigen Spalt in das „Windloch“, eine erst 2019 entdeckte Höhle bei Engelskirchen in Nordrhein-Westfalen, abseilt, um nach 800 Metern durch Felsspalten kriechend ein „Wunder, das noch nie ein Filmteam besucht hat“ zu präsentieren, fasziniert NRW genauso wie Namibia. Stolze 5,3 Millionen Zuschauer sahen zu. „Das war genauso spannend wie eine Expedition mit Krokodilen in einem australischen Sumpf. Die interessanteste Reise ist immer die nächste“, sagt Steffens. Dass man dem 54-Jährigen den Kalenderspruch tatsächlich abnimmt, hat sicher etwas mit seiner fast jungenhaften Begeisterung zu tun, von der man sich gerne mitreißen lässt.

Vom Handwerksberuf zum Naturfilmer

Er selbst führt es auch auf seinen Werdegang zurück. Aufgewachsen in einem norddeutschen Bauerndorf, zunächst eine Ausbildung als Fernmelde-Handwerker, bevor er Abitur machte, dann eine Zeit lang Politik und Geschichte studierte, um schließlich an der Kölner Journalistenschule zu volontieren.

„Ich habe mir die Welt der Naturwissenschaft durch Fragen und Erleben selbst erschlossen, nicht so sehr aus Büchern, vielleicht bin ich deshalb ein bisschen näher an den Zuschauenden“, erzählt Steffens auf dem Weg zur Fotolocation an der Isar. „Deshalb kann ich vielleicht verständlichere Worte finden, als jemand, der selbst aus dieser akademischen Welt kommt.“ Er beißt herzhaft in seine Brezn und schwärmt: „Wenn die Münchner eins können!

Journalismus - Traumjob und Berufung

Ob er einen Traumjob habe? „Das ist mehr als ein Traumjob – das ist mein Leben!“, sagt Steffens vehement. Mit allen Einschränkungen, die es mit sich bringt, immer die Hälfte des Jahres unterwegs zu sein: „Ein normales Sozialleben ist mit diesem Beruf nicht zu vereinbaren. Ich kann kein Mitglied in einem Fußballverein sein, verpasse viele Familienfeste“, so Steffens. „Das ist ein hoher Preis.“

Doch längst ist sein Job für den Wissenschafts-Journalisten auch Berufung geworden, sei er doch „gegen eigenen Willen“ zu einem globalen Augenzeugen für Klimawandel und Artensterben geworden: „Es gibt viele Orte auf der Welt, da war ich jetzt schon zwei-, fünf-, zehnmal, im Verlauf von Jahrzehnten und habe mit eigenen Augen die Veränderung gesehen.“ Das fasst ihn richtig an, merkt der Zuhörer, wenn Steffens erzählt, wie er in Grönland im Eis bohrt und dort Plastik findet oder am Great Barrier Reef vor Australien taucht und sieht, wie die Korallen ausbleichen.

Angekommen am Isarstrand lässt Steffens den Blick über die Kiesbänke schweifen. Die Isar ist breit und relativ flach, das Wasser rauscht über dicke Felsbrocken im Flussbett. „Es ist ganz erstaunlich, wie man einen Fluss renaturieren kann, wenn man es rechtzeitig anfasst“, sagt er.

Würden mehr Flüsse so aussehen, hätte es die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr in dem Ausmaß nicht gegeben, meint Steffens und erzählt von Vögeln, die nur hier nisten, von kanalisierten Flüssen ohne Auslaufflächen und falsch angelegter Uferbepflanzung. Der gefesselte Zuhörer spürt: Dieser Mann ist in seinem Element.

 

"Nicht immer nur Weltuntergang schreien, sondern erzählen, wie schön diese Natur ist und dass die Welt besser werden kann, wenn wir ein paar Sachen justieren.“

 

Dirk Steffens

Für Dirk Steffens ist Optimismus Pflicht

Als gefragter Vortragsredner und Botschafter verschiedener Institutionen, wie zum Beispiel des Jane-Goddall-Institutes und der Umweltorganisation WWF, setzt sich Steffens seit vielen Jahren für den Schutz von Umwelt und Artenvielfalt ein. „Ich bin zum Naturschützer geworden, weil ich mich in die Natur verliebt habe“, sagt er. „Das ist für mich Regel Nummer eins: Nicht immer nur Weltuntergang schreien, sondern erzählen, wie schön diese Natur ist und wie viel die Welt besser werden kann, wenn wir ein paar Sachen justieren.“ So könnte man andere sensibilisieren und nicht mit erhobenem Zeigefinger. „Wenn ich klugen Leuten sage, wie sie sich zu verhalten haben, führt das meist zu Abwehrreaktionen.“

Für ihn ist wichtig, dass Menschen aus ihrer Überzeugung heraus anfangen, etwas zu verändern. Augenzwinkernd fügt er hinzu: „Weil ich ein sturköpfiger Norddeutscher bin, hätte ich mich wahrscheinlich selbst auch erstmal geweigert, wenn mir jemand gesagt hätte: Du musst jetzt die Natur schützen.

ACV FaktencheckKlimaschutz und Nachhaltigkeit beim ACV

ACV Klimastrategie

Uns ist bewusst: Besonders in der Automobilbranche kommt es vermehrt zu Treibhausgasen, die unser Klima belasten.

Aus diesem Grund haben wir es uns zur Verantwortung gemacht, vom ACV erzeugte Emissionen so viel wie möglich zu reduzieren und die Förderung von Klimaschutzprojekten voranzutreiben.

 Und das mit Erfolg: Als erster klimaneutrale Automobilclub Deutschlands konnten wir bereits 25% Emissionen pro Mitarbeiter einsparen.

Alle Infos zur ACV Klimastrategie finden Sie hier.

Nachhaltigkeit im Unternehmen als Hebel

Aus seiner Sicht sind wir auf einem guten Weg: „Mein Eindruck ist, dass insbesondere beim Thema Klimakrise das Bewusstsein sehr groß ist und inzwischen auch viel passiert“, sagt Steffens. Als großen Hebel für Veränderungen sieht er die Unternehmen, glaubt: „Wer nicht nachhaltig produziert und wirtschaftet, der wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf dem Markt keine Rolle mehr spielen.“ Hier kann sich der 54-Jährige heiß reden; er spricht schnell, nennt Beispiele, Situationen, die ihn selbst berührt haben, wie diese: Ein Gespräch mit Automobilherstellern vor 25 Jahren. „Die haben uns ausgelacht, wenn wir über E-Autos gesprochen haben oder davon, dass man irgendwann keine Verbrenner-Motoren mehr fährt.“ Und nun hätten viele große Automobilkonzerne Stichtage für den Verbrenner-Ausstieg genannt. „Das zeigt eben, was möglich ist“

 

"Wer nicht nachhaltig produziert und wirtschaftet, der wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf dem Markt keine Rolle mehr spielen.“

 

Dirk Steffens

Privat fährt er Fahrrad und E-Auto

Kann man denn aus seiner Sicht noch guten Gewissens mit dem Auto mobil sein? „Man kann guten Gewissens gar nicht leben“, scherzt Steffens, wird aber sofort wieder ernst: „Menschliches Leben in einer Zivilisation bedeutet immer, dass man konsumiert und verbraucht, dass man CO2 produziert, dass man die Umwelt belastet.“ Der Individualverkehr sei zwar ein großes Thema, aber Essen, Wohnen, Kleiden hätten ähnlich viel Einfluss auf die Umwelt.

Privat fährt Steffens selbst viel Fahrrad, aber auch Elektroauto – das von einer Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach gespeist wird. Kritik an der E-Mobilität begegnet er offen: Tatsächlich sei das im Moment noch etwas schwierig in der ökologischen Betrachtung, aber es sei auf dem richtigen Weg. „Wir dürfen nicht mit dem Argument ‚Das Neue ist ja auch noch nicht perfekt‘ beim Alten bleiben, dann ändert sich ja gar nichts“, meint der Moderator und fügt hinzu: „Das ist nie eine Haltung.“ Man müsse alle neuen Energieformen ausprobieren, „neben den Elektroautos brauchen wir auch noch eine Welle von Wasserstoffautos. Die ist leider noch nicht da, aber ich freue mich schon jetzt darauf“.

ACV VorteilACV MITGLIEDERVORTEIL

ACV Profil - Ihr Mitgliedermagazin

In unserem ACV Mitgliedermagazin gibt Dirk Steffens ausführlich Auskunft über seine Beobachtung rund um die Umweltveränderungen und seinen persönlichen  Beitrag, diese zu schützen. 

In der ACV Profil können Sie das gesamte Interview mit Zusatzinformationen sowie weitere spannende Themen lesen. Hier mehr erfahren.

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