E-Auto im Winter fahren und laden

E-Auto wird im Winter geladen

E-Auto-Fahrer müssen in der Regel keine Angst mehr um die Reichweite ihres Fahrzeugs haben. Bei Kälte lohnt es sich jedoch, einige Besonderheiten mitzudenken. Warum sich die Reichweite im Winter verringern kann und wie sich das gut ausgleichen lässt, zeigt dieser Ratgeber.

Warum E-Autos im Winter anders reagieren als im Sommer

Warum E-Autos im Winter anders reagieren als im Sommer

Auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verbrauchen im Winter mehr Energie. Der Motor ist beim Start kalt, Heizung, Licht und Scheibenwischer benötigen zusätzliche Leistung. Ähnliche Effekte gibt es auch beim E-Auto. Hinzu kommt jedoch, dass niedrige Temperaturen die Batterie stärker beanspruchen und damit eine zentrale Rolle spielen.

Das wirkt sich vor allem auf die Routen- und Ladeplanung aus. Moderne Navigationssysteme berücksichtigen inzwischen Außentemperaturen, Höhenprofile und Ladezustände genauer und passen Routen sowie Ladeempfehlungen automatisch an. Dennoch ist es sinnvoll, die wichtigsten Einflussfaktoren selbst zu kennen, um Fahrten im Winter realistisch zu planen.

Warum die Reichweite im Winter sinkt

Warum die Reichweite im Winter sinkt

Bei niedrigen Temperaturen laufen die elektrochemischen Prozesse in der Batterie eines E-Autos langsamer ab. Vereinfacht gesagt bewegen sich die geladenen Teilchen im Akku bei Kälte schwerer, weil die Flüssigkeit im Inneren der Batterie zähflüssiger wird und Energie schlechter fließen kann.

Um dennoch die gleiche Leistung bereitzustellen, wird entsprechend mehr Energie aus dem Akku entnommen. Dieser entlädt sich infolge schneller, was die Reichweite im Winter spürbar verringert.

Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt vom Fahrzeug, vom Batterie-Typ und vom Energie-Management ab. In der Praxis liegt der Mehrverbrauch im Winter häufig bei etwa 10 bis 30 Prozent. Bei modernen E-Autos mit effizientem Thermo-Management fällt der Reichweitenverlust im Alltag oft geringer aus. Besonders Lithium-Eisenphosphat-Batterien reagieren empfindlicher auf niedrige Temperaturen.

Diese Effekte lassen sich nicht vollständig vermeiden. Wer sie kennt, kann jedoch gezielt darauf reagieren und den Energieverbrauch im Winter besser einordnen und steuern.

Tipp 1: Vorausschauendes Laden

Tipp 1: Vorausschauendes Laden

Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor hilft die Abwärme des Motors beim Heizen der Fahrgastzelle. Da dem E-Auto diese Wärmequelle fehlt, muss die Batterie im Winter nicht nur den Antrieb, sondern auch die Heizung des Innenraums mit Energie versorgen. Das erhöht den Energieverbrauch und wirkt sich auf die Reichweite aus.

Im Idealfall steht ein E-Auto im Winter zumindest über Nacht in einer Garage, sodass der Akku nicht zu stark auskühlt. Lässt sich das Fahrzeug zusätzlich an der heimischen Wallbox laden, ist das besonders vorteilhaft. Viele E-Autos ermöglichen es, den Innenraum bereits während des Ladevorgangs vorzuheizen. Die dafür benötigte Energie stammt dann aus dem Stromnetz und nicht aus der Batterie.

Unabhängig davon verfügen viele Fahrzeuge über eine Batterie-Vorkonditionierung. Sie bringt den Akku vor einem Schnellladevorgang gezielt auf eine geeignete Temperatur. Voraussetzung ist meist, dass die Ladesäule als Ziel im Navigationssystem hinterlegt wird. Das kann die Ladezeit verkürzen und die Batterie schonen. Die Vorkonditionierung funktioniert auch an öffentlichen Ladesäulen.

Tipp 2: Beim Heizen Strom sparen

Tipp 2: Beim Heizen Strom sparen

Gerade im Winter zählt das Heizen zu den größten Stromverbrauchern im E-Auto, da die Wärme direkt aus der Batterie stammt. Wer gezielt heizt, kann den Energieverbrauch deutlich senken.

Muss das Fahrzeug draußen stehen, sollten vereiste Scheiben zunächst mechanisch vom Eis befreit werden. Reicht das nicht aus, kann die Scheibenheizung kurz und gezielt genutzt werden. Das ist in der Regel energiesparender, als den gesamten Innenraum stark aufzuheizen.

Für den eigenen Komfort empfiehlt es sich, Sitz- und Lenkradheizung zu nutzen. Sie erwärmen gezielt die Kontaktflächen und benötigen dafür deutlich weniger Strom. Muss der Innenraum dennoch vollständig beheizt werden, kann die Umluftfunktion helfen, den Heizaufwand zu reduzieren. Viele neuere E-Autos verfügen zudem über eine Wärmepumpe, die effizienter arbeitet als eine klassische elektrische Heizung.

Bei allen Sparmaßnahmen gilt jedoch: Die Sicht muss jederzeit frei bleiben. Sicherheit geht immer vor Reichweite.

Tipp 3: Fahrstil anpassen

Tipp 3: Fahrstil anpassen

Gerade im Winter wirkt sich der Fahrstil besonders stark auf den Energieverbrauch aus. Häufiges starkes Beschleunigen oder hohe Geschwindigkeiten belasten die Batterie zusätzlich und verkürzen die Reichweite.

Ein gleichmäßiger, vorausschauender Fahrstil hilft, Energie zu sparen. Sanftes Anfahren und moderates Beschleunigen reduzieren den Stromverbrauch und wirken sich positiv auf die Reichweite aus.

Verfügt das Fahrzeug über einen Eco-Modus, sollte dieser im Winter genutzt werden. Er begrenzt die Leistungsabgabe beim Anfahren und Beschleunigen und unterstützt eine insgesamt effizientere Fahrweise.

Tipp 4: Rechtzeitig über Lademöglichkeiten informieren

Tipp 4: Rechtzeitig über Lademöglichkeiten informieren

Gerade im Winter ist eine vorausschauende Ladeplanung besonders wichtig. Sinkt die Reichweite schneller als gewohnt, sollten Ladestopps frühzeitig eingeplant werden. Wer bislang überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt, sollte sich rechtzeitig mit dem Laden an öffentlichen Ladesäulen vertraut machen.

Bei niedrigen Temperaturen kann sich zudem die Ladezeit verlängern. Ist die Batterie stark ausgekühlt, kann die Ladeleistung an Schnellladestationen zunächst reduziert sein, bis sich der Akku erwärmt hat. Entsprechend lohnt es sich, Ladepausen etwas großzügiger zu kalkulieren.

Grundsätzlich ist das öffentliche Ladenetz in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Auch längere Fahrten im Winter lassen sich daher gut planen, wenn die geringere Reichweite und mögliche Ladepausen von Anfang an berücksichtigt werden. Selbst längere Staus sind in der Regel kein Problem, da die Energie im Akku ausreicht, um den Innenraum über mehrere Stunden zu beheizen.

ACV Mitgliedervorteil

Vereinfachte Ladesäulensuche mit dem ACV

Navigationssysteme oder Smartphone-Apps wie die ACV App zeigen vorhandene Ladesäulen in der Nähe an und unterstützen bei der Routenplanung.

Wie eine Ladestation freigeschaltet wird und welche Zahlungsarten zur Verfügung stehen, unterscheidet sich je nach Anbieter. ACV Mitglieder können mit der ACV Ladekarte europaweit an vielen Ladesäulen laden und behalten dank fixer Preise die Kosten besser im Blick.

Was E-Auto-Fahrer im Winter zusätzlich beachten sollten

Was E-Auto-Fahrer im Winter zusätzlich beachten sollten

Nach Fahrtende sollte das E-Auto im Winter möglichst zeitnah geladen werden. Ist die Batterie noch warm, nimmt sie den Strom schonender und meist auch schneller auf. Steht das Fahrzeug länger, empfiehlt es sich, den Ladestand idealerweise zwischen 40 und 80 Prozent zu halten, um den Akku zu schonen.

Ist die Batterie stark ausgekühlt, kann sich die Ladeleistung an Schnellladestationen zunächst deutlich reduzieren, bis sich der Akku erwärmt hat. Erst bei moderaten Temperaturen lässt sich die maximale Ladeleistung abrufen. Entsprechend lohnt es sich, Ladezeiten im Winter etwas großzügiger einzuplanen.

Auch bei winterlichen Bedingungen sind passende Reifen unverzichtbar. Winterreifen oder Ganzjahresreifen mit Schneeflockensymbol sollten montiert sein. Zusätzlich empfiehlt es sich, das Scheibenwischerwasser mit Frostschutz zu versehen.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, einige praktische Dinge im Fahrzeug mitzuführen. Dazu zählen etwa ein Eiskratzer, Handschuhe und eine warme Decke. Gerade beim Hantieren mit dem Ladekabel bei Kälte zeigt sich, wie hilfreich diese Ausstattung im Alltag sein kann.

Starthilfe beim E-Auto: Das sollte man wissen

Starthilfe beim E-Auto: Das sollte man wissen

Nicht nur bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor kann es im Winter nötig werden, Starthilfe zu geben. Auch E-Autos verfügen über eine 12-Volt-Batterie, die für das Starten der Bordelektronik und die Aktivierung der Hochvoltbatterie zuständig ist. Ist diese Batterie entladen, lässt sich das Fahrzeug nicht in Betrieb nehmen.

Im Normalfall wird die 12-Volt-Batterie während der Fahrt aus der Hochvoltbatterie nachgeladen. Längere Standzeiten oder ein erhöhter Strombedarf können jedoch dazu führen, dass ihr Ladestand zu niedrig ist. In solchen Fällen kann Starthilfe erforderlich werden.

Viele neuere Modelle überwachen den Zustand der 12-Volt-Batterie und warnen frühzeitig. Maßgeblich sind dennoch stets die Hinweise des jeweiligen Fahrzeugherstellers, insbesondere zur richtigen Vorgehensweise bei der Starthilfe.

ACV Tipp

Tipps für mehr Reichweite im Winter

  • An der Ladesäule vorheizen
  • Sitz- und Lenkradheizung nutzen
  • Innenraumtemperatur moderat halten
  • Scheiben vollständig vom Eis befreien
  • Eco-Modus nutzen
  • Gleichmäßig fahren und sanft beschleunigen

E-Auto im Winter: gut vorbereitet und entspannt unterwegs

Auch im Winter lassen sich E-Autos zuverlässig und komfortabel nutzen. Wer die Besonderheiten niedriger Temperaturen kennt, Fahrten realistisch plant und bewusst mit Energie umgeht, kommt entspannt ans Ziel. Mit vorausschauendem Laden, einem angepassten Fahrstil und der gezielten Nutzung von Heizung und Assistenzsystemen bleibt die Reichweite auch bei Kälte gut kalkulierbar.

► Das Wichtigste auf einen Blick

Wie viel Reichweite verlieren E-Autos im Winter?

Im Winter liegt der Mehrverbrauch häufig bei etwa 10 bis 30 Prozent. Wie stark er ausfällt, hängt unter anderem vom Fahrzeug, vom Batterie-Typ und vom Fahrstil ab.

Warum laden E-Autos im Winter langsamer?

Bei Kälte kann Energie in der Batterie schlechter fließen, weil die Vorgänge im Akku verlangsamt sind. Deshalb wird die Ladeleistung zunächst reduziert und steigt erst, wenn sich der Akku erwärmt.

Sollte man ein E-Auto im Winter bis 100 Prozent laden?

Für den Alltag ist ein Ladestand zwischen 40 und 80 Prozent schonender für die Batterie. Bis 100 Prozent zu laden kann sinnvoll sein, wenn eine längere Fahrt ansteht.

Sind Schnee-Staus mit dem E-Auto ein Problem?

In der Regel nicht, da der Akku genug Energie liefert, um den Innenraum über mehrere Stunden zu beheizen. Wichtig ist, den Ladestand realistisch einzuplanen.

Benötigen E-Autos im Winter besondere Pflege?

Besondere Pflege ist nicht nötig. Wichtig sind wintertaugliche Reifen, Frostschutz im Scheibenwischwasser und ein bewusster Umgang mit dem Laden.

„Orangefarbener ACV Abschleppwagen fährt auf einer Landstraße, ein graues Auto ist auf der Ladefläche transportiert.“

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