Markthochlauf und mehr Nachfrage könnten die Probleme mit Verfügbarkeit und Preis schrumpfen lassen. Doch der eigentliche Knackpunkt ist ein anderer: E-Fuel-Mobilität hat einen schlechten Wirkungsgrad, der vor allem aus der energieaufwendigen Produktion resultiert. So bleibt von 1 Kilowattstunde investierter Energie nach der Produktion gerade noch einmal 0,5 bis 0,6 kWh flüssige Energie übrig.
Zum Vergleich: Hätte man den Strom direkt in ein Elektroauto geladen, wären trotz Ladeverlusten mindestens 0,8 kWh im Akku gelandet. Weil der E-Motor außerdem effizienter mit der Energie umgeht, fällt der Gesamtvergleich am Ende sogar noch deutlicher aus. Aus 1 kWh Strom generiert das E-Mobil eine Reichweite von rund 6 Kilometern. Ein E-Fuel-Verbrenner käme mit der gleichen Menge Energie-Input nur rund 1,5 Kilometer weit.
Dieser zusätzliche Strom muss auch erstmal erzeugt werden: Wo aktuell ein Windrad steht, müssten künftig vier stehen, um die zusätzliche Strommenge für E-Fuels zu generieren. Das Problem ist auch nicht ohne weiteres dadurch zu lösen, dass man Solarenergie nutzt und die Produktion in sonnenreiche Gegenden verlagert. Denn auch dort müsste im Sinne des Klimaschutzes grüner Strom erst einmal für den Eigenbedarf produziert werden – nicht für den Export nach Europa. Auch müsste direkt vor Ort eine erhebliche Menge Wasser zur Verfügung stehen, weshalb beispielsweise Solarparks in der Wüste hierfür nicht in Frage kommen.