Sonnenschutz fürs Auto: So schützen Sie Ihr Fahrzeug vor Hitze

Ein weißes Auto, das im Freien geparkt ist, mit einer reflektierenden Sonnenblende, die die Windschutzscheibe bedeckt, Sonnenlicht, das darauf scheint, und orangefarbenen Verkehrskegeln im Hintergrund.

Wer im Sommer in ein Auto steigt, das längere Zeit in der prallen Sonne stand, kennt das Gefühl sofort: stickige Luft, ein glühend heißes Lenkrad und Sitze, auf denen man sich fast die Beine verbrennt. Gerade dunkle Oberflächen, Ledersitze oder Metallteile wie Gurtschlösser können sich dabei extrem aufheizen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich die Hitze im Innenraum jedoch deutlich reduzieren. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie ein aufgeheiztes Auto schnell herunterkühlen, heiße Oberflächen vermeiden und das Fahrzeug im Sommer möglichst gut vor Hitze schützen.

Warum kann ein aufgeheiztes Auto gefährlich werden?

Warum kann ein aufgeheiztes Auto gefährlich werden?

Steht ein Auto längere Zeit in der Sonne, heizt sich der Innenraum sehr schnell auf. Schon nach rund 30 Minuten können bei sommerlichen Temperaturen mehr als 50 Grad im Fahrzeug erreicht werden. Auf Oberflächen wie dem Armaturenbrett, Ledersitzen oder Gurtschlössern sind sogar Temperaturen von über 70 Grad möglich.

Vor allem Kinder, ältere Menschen und Tiere reagieren besonders empfindlich auf die hohen Temperaturen. Sie sollten deshalb niemals im geparkten Auto bleiben, auch nicht für wenige Minuten oder im Schatten. Die hohen Temperaturen können für sie lebensgefährlich werden.

 

Doch nicht nur Menschen und Tiere leiden unter der Hitze, auch das Fahrzeug selbst kann dadurch belastet werden:

  • Technikbelastung: Elektronik, Displays und Akkus reagieren empfindlich auf große Hitze. Das kann zu schnellerem Verschleiß führen.
  • Materialschäden: Kunststoffteile auf dem Armaturenbrett sowie Teile von Sitzen oder Kindersitzen können durch die Hitze spröde werden oder sich verziehen.
ACV Hinweis

Vorsicht vor Verbrennungen

Einige Oberflächen im Auto können sich im Sommer so stark aufheizen, dass sie zu Verbrennungen führen. Dazu zählen vor allem Ledersitze, Lenkräder, Armaturenbretter oder Gurtschlösser. 

Besonders vorsichtig sollte man bei Kindern sein, die heiße Oberflächen oft nicht richtig einschätzen können. Deshalb sollten Sitzflächen, Gurte und Metallteile vor Fahrtantritt kurz geprüft werden, besonders an Kindersitzen. 

Was tun, wenn das Auto komplett aufgeheizt ist?

Was tun, wenn das Auto komplett aufgeheizt ist?

Wer bei großer Hitze ins Auto steigt, sollte nicht sofort den Motor starten und die Klimaanlage voll aufdrehen. Besser ist es, zunächst Türen und Fenster für ein bis zwei Minuten zu öffnen, damit die Stauhitze entweichen kann.

Zusätzlich kann es helfen, die Fahrertür mehrmals schnell zu öffnen und wieder zu schließen. Dadurch kann die heiße Luft schneller aus dem Fahrzeug entweichen.

 

So kühlen Sie das Auto beim Losfahren richtig herunter:

  1. Fenster öffnen: Die ersten Meter mit offenen Fenstern fahren, damit die aufgeheizte Luft schneller aus dem Fahrzeug entweichen kann.
  2. Umluft einschalten: Fenster schließen, Klimaanlage starten und die Umluft-Taste aktivieren. Die Anlage kühlt so nur die Innenluft und muss keine heiße Außenluft abkühlen.
  3. Auf Frischluft umstellen: Nach einigen Minuten die Umluft ausschalten. So gelangt wieder frische Luft in den Innenraum und das Fahrzeugklima bleibt angenehmer.

 

Die Klimaanlage sollte den Innenraum außerdem nicht zu schnell herunterkühlen. Angenehmer ist es, die Temperatur schrittweise zu senken und den Luftstrom nicht direkt auf Gesicht oder Oberkörper zu richten. Hat das Fahrzeug eine Standklimatisierung, kann der Innenraum an besonders heißen Tagen bereits vor Fahrtbeginn heruntergekühlt werden.

Wie schützt man das Auto vor Sommerhitze?

Wie schützt man das Auto vor Sommerhitze?

Wer sein Fahrzeug draußen parken muss, sollte es möglichst gut vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Ein Schattenplatz bleibt die beste Lösung, auch wenn der Weg etwas weiter ist. Dabei sollte man bedenken: Die Sonne wandert. Ein schattiger Parkplatz kann wenige Stunden später bereits in der prallen Sonne liegen.

Aber auch wenn sich ein Parkplatz in der Sonne nicht vermeiden lässt, gibt es einige Möglichkeiten, das Fahrzeug vor zu großer Hitze zu schützen.

 

Sonnenschutz außerhalb des Fahrzeugs

Am wirksamsten sind Maßnahmen, die die Sonnenstrahlen bereits außerhalb des Fahrzeugs abhalten. Die Hitze gelangt dann gar nicht erst in den Innenraum. Besonders effektiv sind reflektierende Abdeckplanen, sogenannte Halbgaragen, die das Fahrzeug von außen vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.

Wer keine Halbgarage nutzen möchte, kann auch eine Thermomatte von außen auf die Windschutzscheibe legen. Sie reduziert die Sonneneinstrahlung auf das Armaturenbrett und den Innenraum. Beide Systeme werden meist mithilfe von Laschen in den Seitentüren befestigt. Das sorgt für sicheren Halt bei Wind und erschwert gleichzeitig einen Diebstahl der Abdeckung.

 

Sonnenschutz im Fahrzeuginnenraum

Lässt sich das Fahrzeug nicht von außen schützen, können auch Maßnahmen im Innenraum die Aufheizung reduzieren. Am einfachsten ist eine Sonnenblende hinter der Windschutzscheibe. Für einen möglichst guten Hitzeschutz sollte sie zur Größe der Windschutzscheibe passen und diese möglichst vollständig abdecken. Fahrzeuge mit Glas- oder Panoramadach profitieren zusätzlich von Sonnenschutzrollos oder speziellen Abdeckungen. 

Zudem helfen Sonnenschutzfolien für die hinteren Seitenscheiben, die direkte Sonneneinstrahlung abzuschirmen. Dadurch sitzen Kinder oder Mitfahrende auch während der Fahrt weniger direkt in der Sonne. 

Auch helle Tücher oder spezielle Hitzeschutzdecken, die während des Parkens auf Sitze, Kindersitze oder das Lenkrad gelegt werden, können helfen, die Oberflächen kühler zu halten.

Übrigens spielen auch die Farben im Innenraum eine Rolle. Dunkle Oberflächen heizen sich in der Sonne meist deutlich stärker auf als helle.

Kann große Hitze dem Auto schaden?

Kann große Hitze dem Auto schaden?

Die meisten modernen Fahrzeuge kommen auch mit sommerlichen Temperaturen gut zurecht. Hitze kann einzelne Bauteile jedoch zusätzlich belasten, insbesondere bei langen Fahrten, hohen Geschwindigkeiten oder im Stau. Vor längeren Sommerfahrten lohnt sich deshalb ein kurzer Technik-Check.

Besonders empfindlich reagieren Reifen, wenn der Reifendruck nicht stimmt oder das Profil stark abgefahren ist. Durch die Wärme dehnt sich die Luft im Reifen aus, gleichzeitig steigen die Belastungen bei hohen Geschwindigkeiten und voller Beladung. Deshalb sollte der Reifendruck möglichst am kalten Reifen geprüft werden, idealerweise vor Fahrtbeginn.

Wichtig ist im Sommer außerdem ein ausreichender Kühlmittelstand. Ist zu wenig Kühlmittel vorhanden, kann der Motor bei hohen Temperaturen schneller überhitzen. Auch der Motorölstand sollte regelmäßig kontrolliert werden. 

Steigt die Motortemperatur während der Fahrt ungewöhnlich stark an oder leuchtet eine Warnlampe auf, sollte das Fahrzeug möglichst bald sicher abgestellt und der Motor ausgeschaltet werden.

Wichtig zu wissen: Lassen Sie den Motor vor dem Öffnen des Kühlmittelbehälters unbedingt abkühlen, da das Kühlsystem unter Druck steht.

ACV Info

Beim Tanken nicht nachfüllen

An heißen Tagen sollte nach dem ersten automatischen Abschalten der Zapfpistole nicht weitergetankt werden. Kraftstoff dehnt sich bei Wärme aus und benötigt etwas Platz im Tank. Deshalb besser nicht versuchen, noch die letzten Tropfen nachzufüllen.

 

Was sollte nicht im heißen Auto bleiben?

Was sollte nicht im heißen Auto bleiben?

Einige Gegenstände sollten bei großer Hitze nicht im Auto liegen bleiben, weil sie beschädigt werden können oder sogar ein Sicherheits- und Gesundheitsrisiko darstellen.

 

Dazu gehören unter anderem:

  • Elektronik und Akkus: Smartphones, Laptops und Powerbanks können sich stark aufheizen. Akkus altern dadurch schneller, verlieren an Leistung oder können dauerhaft beschädigt werden.
  • Spraydosen und Feuerzeuge: Deos, Haarsprays, Sonnencreme in Sprühdosen oder Feuerzeuge stehen unter Druck. Bei großer Hitze können sie im Extremfall platzen.
  • Medikamente: Viele Arzneimittel vertragen große Hitze nicht und können dadurch ihre Wirkung verlieren. Dazu gehören unter anderem Insulin, flüssige Medikamente oder Zäpfchen.
  • Lebensmittel und Getränke: Lebensmittel verderben bei hohen Temperaturen deutlich schneller. Auch Getränke können sich stark aufheizen. Kohlensäurehaltige Getränke stehen dabei zusätzlich unter Druck.
  • Gegenstände aus Kunststoff: Sonnenbrillen, Parkscheiben oder Kreditkarten können sich bei großer Hitze verformen und dadurch unbrauchbar werden. 

Übrigens: Verformte oder schlecht lesbare Parkscheiben sollten ersetzt werden, da sie unter Umständen als ungültig gelten können. Eine Alternative können elektronische Parkscheiben sein.

Was gilt bei E-Autos bei hohen Temperaturen?

Was gilt bei E-Autos bei hohen Temperaturen?

Viele E-Auto-Fahrer fragen sich im Sommer, ob große Hitze dem Akku schaden kann. Moderne Fahrzeuge verfügen allerdings über Kühlsysteme, die die Batterietemperatur automatisch regulieren und den Akku vor Überhitzung schützen. 

Trotzdem können hohe Außentemperaturen die Reichweite verringern und den Akku zusätzlich belasten. 

 

Hier können folgende Maßnahmen helfen: 

  • Möglichst im Schatten parken: Das senkt die Temperatur des Fahrzeugs und entlastet die Batteriekühlung.
  • Häufiges Schnellladen vermeiden: Beim Schnellladen entsteht zusätzliche Wärme im Akku. An heißen Tagen kann das die Batteriezellen stärker belasten.
  • Das Fahrzeug vor der Fahrt vorkühlen: Viele E-Autos lassen sich per App oder Fahrzeugmenü vorklimatisieren. Idealerweise geschieht das während des Ladens. Dann kommt die Energie für die Kühlung direkt aus dem Stromnetz und nicht aus dem Akku.

Bei längeren Standzeiten in großer Hitze kann es außerdem sinnvoll sein, die Ladeempfehlungen des Herstellers zu beachten und den Akku nicht dauerhaft vollständig geladen stehen zu lassen.

Fazit

Sommerhitze lässt sich im Auto nicht vollständig vermeiden, ihre Auswirkungen aber deutlich reduzieren. Wer auf einen geeigneten Parkplatz, den passenden Sonnenschutz und einen kurzen Technik-Check achtet, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Fahrzeug, Akku, Elektronik und Innenraum. So wird die nächste Fahrt auch an heißen Tagen deutlich angenehmer.

► Das Wichtigste auf einen Blick

Was tun, wenn das Auto komplett aufgeheizt ist?

Öffnen Sie zunächst Türen und Fenster für ein bis zwei Minuten, bevor Sie losfahren und die Klimaanlage schrittweise einschalten.

Kann große Hitze dem Auto schaden?

Große Hitze verursacht meist keine direkten Schäden, kann Reifen, Elektronik, Akkus und das Kühlsystem jedoch zusätzlich belasten.

Wie verhindert man, dass sich das Auto in der Sonne so stark aufheizt?

Am wirksamsten sind Schattenplätze und Maßnahmen, die die Sonne bereits außerhalb des Fahrzeugs abhalten, etwa Fahrzeugabdeckungen oder Sonnenschutzfolien.

 

Was hilft gegen Hitze im Auto?

Am wirksamsten sind Schattenplätze, Fahrzeugabdeckungen und Sonnenschutz für die Scheiben, damit sich der Innenraum gar nicht erst so stark aufheizt.

Schadet große Hitze dem Akku eines E-Autos?

Moderne E-Autos schützen ihre Batterie durch Kühlsysteme, dennoch können hohe Temperaturen die Reichweite verringern und den Akku zusätzlich belasten.

„Familie steht vor einem Haus und packt gemeinsam ihr Auto für die Reise, Kofferraum und Türen sind geöffnet.“

ACV: Ihr Automobilclub mit Rund-um-Schutz

Als ACV Mitglied erhalten Sie europaweite Pannenhilfe und bleiben dank Mietwagen und Rücktransport immer mobil. Sichern Sie sich Schutz für die ganze Familie und alle privaten Fahrzeuge schon für 75 € im Jahr. 

Jetzt Clubvorteile sichern