Wohnwagen & Wohnmobil winterfest machen: Schritt für Schritt

Mehrere Wohnmobile stehen nebeneinander und sind mit einer dicken Schneeschicht bedeckt, im Hintergrund Bäume und blauer Winterhimmel.

Nach der letzten Reise geht es für viele Wohnwagen und Wohnmobile in die Winterpause. Damit Frost keine Wasserleitungen beschädigt und sich auf den Polstern kein Schimmel bildet, gibt es vor dem Abstellen noch einiges zu tun. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Camper winterfest machen und worauf es bei Wasseranlage, Innenraum und Technik ankommt. Nicht jeder Handgriff ist bei jedem Fahrzeug nötig: Entscheidend ist, ob Sie einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil haben und wie es ausgestattet ist.

Wo sollten Wohnwagen und Wohnmobil überwintern?

Wer seinen Wohnwagen oder sein Wohnmobil nicht für das Wintercamping nutzt, sollte es idealerweise in einer Halle oder unter einem Carport abstellen. Dort ist es vor Schnee, Regen und UV-Strahlung geschützt.

Wird das Fahrzeug im Freien geparkt, achten Sie auf einen festen, trockenen Untergrund. Rasen oder feuchte Erde fördern Rost, besser sind Pflaster, Beton oder Kies. Wählen Sie keinen Platz unter Bäumen, denn Harz, Laub und Vogelkot greifen Lack und Dichtungen an.

Schützen Sie das Fahrzeug mit einer atmungsaktiven Abdeckung oder einer speziellen Winterplane. Achten Sie darauf, dass die fest eingebauten Lüftungsöffnungen frei bleiben. Zusätzliche Schlösser oder Radkrallen erhöhen die Sicherheit bei längeren Standzeiten.

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Wie bereiten Sie Außenflächen und Innenraum auf die Winterpause vor?

Vor der Winterpause sollten Dach, Unterboden und Lack gründlich gereinigt werden. Entfernen Sie Schmutz, Insektenreste und Streusalz. Eine Wachsschicht schützt zusätzlich vor Feuchtigkeit. Behandeln Sie Gummidichtungen mit Pflegemittel, damit sie elastisch bleiben.

Im Innenraum gilt: Gründlich reinigen, Kühlschrank und Schränke offen lassen, alle Lebensmittel entfernen. Polster und Matratzen sollten vor dem Einlagern vollständig trocken sein. Stellen Sie diese möglichst hochkant und mit etwas Abstand zu Wänden und Möbeln auf, damit Luft zirkulieren kann. Halten Sie die fest eingebauten Lüftungsöffnungen frei. Wenn Sie während der Winterpause vor Ort sind, nutzen Sie trockenes Wetter zum Durchlüften und prüfen Sie den Innenraum auf Feuchtigkeit.

Luftentfeuchter können ergänzend Feuchtigkeit aufnehmen. Ihre Wirkung hängt unter anderem von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch ab. Sie ersetzen aber nicht das gründliche Trocknen des Innenraums. Beachten Sie die Herstellerhinweise zur Aufstellung und zum Entleeren.

Tipp: Auch Vorzelt oder Markise sollten trocken und sauber eingelagert werden, um Stockflecken zu vermeiden.

Was ist bei Strom, Gas und Wasser wichtig?

Hat Ihr Camper eine Bordbatterie, prüfen Sie vor der Winterpause den Ladezustand. Das gilt auch für eine vorhandene Mover-Batterie im Wohnwagen und die Starterbatterie im Wohnmobil. Beachten Sie beim Laden, Abklemmen und Lagern die Herstellerhinweise, denn die Anforderungen unterscheiden sich je nach Batterietyp. Kontrollieren Sie den Ladezustand während der Standzeit und laden Sie bei Bedarf nach. Ein geeignetes Ladegerät mit Erhaltungsfunktion kann dabei helfen.

Schließen Sie die Ventile der Gasflaschen, trennen Sie die Flaschen vom System und setzen Sie die vorgesehenen Schutzkappen auf. Lagern Sie die Flaschen aufrecht und gesichert an einem gut belüfteten Ort. Bleiben sie im Gaskasten, müssen dessen Lüftungsöffnungen frei bleiben.

Das gesamte Wassersystem muss entleert werden. Dazu gehören Frisch- und Abwassertank, Leitungen, Boiler oder Therme sowie vorhandene Außen- und Handbrausen. Schalten Sie vor dem Entleeren den Warmwasserbereiter und die Wasserpumpe aus. Öffnen Sie Wasserhähne und Ablassventile nach der Anleitung Ihres Fahrzeugs beziehungsweise der verbauten Geräte. Denken Sie auch an einen eventuell vorhandenen separaten Toiletten-Spültank. Die Toilettenkassette sollte entleert, gereinigt und trocken gelagert werden.

 

 

Wie schützen Sie Reifen, Fahrwerk und Motor während der Winterpause?

Um Standplatten vorzubeugen, können Sie den Reifendruck für die Standzeit um etwa 0,5 bar erhöhen. Überschreiten Sie dabei nicht den zulässigen Höchstdruck für Reifen und Felgen. Wer das Fahrzeug aufbocken möchte, sollte die Herstellerhinweise beachten: Die üblichen Kurbelstützen am Wohnwagen dienen der Stabilisierung und ersetzen keinen Wagenheber.

Auf einem ebenen Stellplatz kann die Handbremse während der Winterpause gelöst bleiben, damit die Bremsbeläge nicht festsetzen. Sichern Sie das Fahrzeug zuerst mit Unterlegkeilen gegen Wegrollen und lösen Sie erst danach die Handbremse. Beachten Sie dabei die Abstellhinweise des Fahrzeugherstellers.

Prüfen Sie bei Wohnmobilen den Ölstand und lassen Sie einen fälligen Ölwechsel vor der Winterpause durchführen. Kontrollieren Sie außerdem den Frostschutz im Kühlmittel und in der Scheibenwaschanlage. Ob Sie vor dem Abstellen volltanken sollten, hängt unter anderem vom Tankmaterial ab. Beachten Sie hierzu die Herstellerhinweise.

Stellen Sie das Fahrzeug möglichst mit trockenen Bremsen ab. Eine kurze Fahrt allein garantiert das nicht, etwa bei Regen. Legen Sie eine dünne Schutzfolie oder Pappe unter die Scheibenwischer, damit die Gummis im Winter nicht an der Scheibe festkleben. Wer das Wohnmobil im Freien parkt, kann den Motorraum zusätzlich mit einem Marderschutz sichern.

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Welche Formalitäten sollten Sie vor der Winterpause prüfen?

Denken Sie auch an Versicherung und Fahrzeugpapiere. Saisonkennzeichen können sich lohnen, wenn das Fahrzeug nicht ganzjährig genutzt wird. Außerhalb des eingetragenen Zeitraums darf es allerdings nicht auf öffentlichen Straßen oder Plätzen gefahren oder abgestellt werden. Klären Sie mit Ihrem Versicherer, welcher Schutz während der Winterpause besteht und welche Bedingungen für eine Ruheversicherung gelten.

Prüfen Sie schon vor der Winterpause, wann die nächste Hauptuntersuchung und Gasprüfung fällig sind. Planen Sie die Termine rechtzeitig ein, damit Sie die jeweiligen Prüffristen einhalten.

Tipp: Fotografieren Sie den Fahrzeugzustand vor dem Einwintern, das ist hilfreich bei eventuellen Schadensfällen.

ACV Checkliste

Ist Ihr Camper bereit für die Winterpause?

  • Stellplatz: Festen, trockenen Untergrund gewählt und Fahrzeug gegen Wegrollen gesichert

  • Reinigung: Außenflächen und Innenraum gereinigt, Lebensmittel und frostempfindliche Flüssigkeiten entfernt

  • Innenraum: Polster trocken und aufgestellt, Kühlschrank und Schränke offen, Lüftungsöffnungen frei

  • Wasseranlage: Warmwasserbereiter und Pumpe ausgeschaltet, Tanks, Leitungen und Toilette entleert

  • Batterien: Falls vorhanden, nach Herstellerhinweisen für die Standzeit vorbereitet

  • Gasflaschen: Ventile geschlossen, Flaschen getrennt und mit Schutzkappen gesichert

  • Reifen: Reifendruck angepasst; Handbremse erst nach Sicherung mit Keilen und gemäß Herstellerhinweisen gelöst

  • Wohnmobil: Ölstand sowie Frostschutz in Kühlmittel und Scheibenwaschanlage geprüft

  • Formalitäten: Versicherungsschutz und Fälligkeiten von Hauptuntersuchung und Gasprüfung geprüft

► Das Wichtigste auf einen Blick

Wann sollte ich meinen Wohnwagen oder mein Wohnmobil winterfest machen?

Bereiten Sie Ihren Camper nach der letzten Reise und spätestens vor dem ersten Frost auf die Winterpause vor. Besonders wichtig ist das vollständige Entleeren der Wasseranlage, denn Restwasser kann beim Gefrieren Leitungen und Armaturen beschädigen.

Kann mein Camper im Winter draußen stehen bleiben?

Ja, wenn der Stellplatz dafür geeignet ist. Wählen Sie einen festen, möglichst trockenen Untergrund und sichern Sie das Fahrzeug gegen Wegrollen. Eine passende, atmungsaktive Schutzhülle kann zusätzlichen Schutz bieten. Die fest eingebauten Lüftungsöffnungen müssen frei bleiben.

Muss ich die Batterie für die Winterpause ausbauen?

Nicht grundsätzlich. Ob die Batterie eingebaut bleiben kann, hängt vom Batterietyp, den Lagerbedingungen und den Herstellerhinweisen ab. Wichtig ist, sie mit dem empfohlenen Ladezustand einzulagern und diesen während der Standzeit zu kontrollieren. Auch eine ausgebaute Batterie kann sich entladen.

Sind Granulat-Entfeuchter im Wohnwagen sinnvoll?

Sie können ergänzend Feuchtigkeit aufnehmen, ihre Wirkung ist aber begrenzt und hängt auch von Temperatur und Luftaustausch ab. Sie ersetzen weder trockene Polster noch eine gute Luftzirkulation. Wer einen Granulat-Entfeuchter nutzt, sollte ihn nach Herstellerhinweisen aufstellen und den Auffangbehälter rechtzeitig entleeren.

Sollte die Handbremse während der Winterpause angezogen bleiben?

Bei längeren Standzeiten können angezogene Bremsbeläge festsetzen. Auf einem ebenen Stellplatz kann die Handbremse deshalb gelöst bleiben, sofern die Herstellerhinweise dies vorsehen. Sichern Sie das Fahrzeug zuerst mit Unterlegkeilen gegen Wegrollen und lösen Sie erst danach die Handbremse.

„Orangefarbener ACV Abschleppwagen ist vor einem weißen Wohnmobil positioniert um es abzuschleppen, beide Fahrzeuge stehen am Waldrand.“

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