Spritpreise in Europa: Was Sie übers Tanken im Ausland wissen sollten

Wie stark schwanken die Spritpreise in Europa? Kann ich in jedem Land mein Gas- oder Elektroauto problemlos laden? Und was sollte ich vor jeder Tankfüllung im Ausland dringend beachten? Hier erfahren Sie Wissenswertes rund um Spritpreise und Tanken in Europa.

Soll ich noch vor oder erst hinter der Grenze tanken? Wer mit dem Auto durch Europa fährt, stellt sich diese Frage immer wieder und für jedes Land, dass er durchquert, aufs Neue. Und das zu Recht, denn die Spritpreise schwanken von Land zu Land teils erheblich.

So ist das Tanken in Luxemburg beispielsweise recht günstig, wer weiterfährt nach Frankreich und anschließend in die Niederlande muss mit deutlichen Preisanstiegen hinter der jeweiligen Grenze rechnen. Der Preisunterschied zwischen Luxemburg und den Niederlanden kann für eine Tankfüllung satte 20 Euro ausmachen. Kurzum: Wenn Sie mit dem Auto durch Europa fahren, lohnt es sich, sich vorher mit den Spritpreisen auseinanderzusetzen. Wer in Grenzregionen wohnt, kann dabei genauso sparen wie Reisende.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Besonderheiten aufzeigen, wenn es um das Tanken im europäischen Ausland geht. Denn nicht nur die Spritpreise, auch die Bezeichnungen der Spritsorten und die Verbreitung von Ladesäulen für E-Autos können sich gravierend innerhalb Europas unterscheiden. Mit unserem Ratgeber sind Sie für die Autoreise ins Ausland bestens gewappnet.

Spritpreise in Europa – Die Top 10 der teuersten Benzinpreise

Wer mit dem Auto ins europäische Ausland fährt, tut gut daran, sich vorher über Spritpreise in den Durchreiseländern und am Zielort zu informieren. Das ist nicht nur für die Budgetplanung sehr hilfreich, sondern kann auch ein paar Euro pro Tankfüllung sparen. Vor allem wer in folgende Länder fährt, sollte sich mit den Spritpreisen auseinandersetzen. Laut Berechnungen von Statista waren dies in Bezug auf eine 50 Liter Super-Tankfüllung die teuersten Länder 2019 in der EU.

1. Niederlande (79,90 €)

2. Dänemark (77,60 €)

3. Italien (77,12 €)

4. Griechenland (76,95 €)

5. Finnland (73,65 €)

6. Frankreich (73,49 €)

7. Portugal (72,75 €)

8. Schweden (71,62 €)

9. Großbritannien (69,79 €)

10. Malta (68,00 €)

Auf dem elften Platz liegt Deutschland (67,60 €), damit ist Tanken in der Bundesrepublik im Vergleich zu vielen Nachbarländern gar nicht mal so teuer.

Allerdings: Für andere Kraftstoffe weichen die Werte selbstverständlich ab. So ist der Liter Diesel in Frankreich beispielsweise deutlich teurer als in Deutschland, während die Preise für Super in beiden Ländern ähnlich sind.

Tanken auf Reisen – Günstiger Benzinpreis in Nachbarländern

Das Tanken in unseren Nachbarländern wie Polen (54,69 €), Tschechien (58,93 €), Österreich (59,45 €), Luxemburg (58,25 €) und Belgien (66,35 €) sind im Gegensatz dazu allesamt etwas günstiger, somit können sich minimale Umwege oder der Grenzübertritt also durchaus lohnen, um ein paar Euro zu sparen. Am günstigsten war das Tanken 2019 demnach in Bulgarien, dort kostete eine Tankfüllung Super nur 51,56 €. Es zeigt sich also bereits an diesen Preisen, dass individuelle Recherchen für jedes Land sinnvoll sind und sowohl für die Reiseroute als auch für das Zielland Einsparungen möglich sind.

Tanken in Europa – Vorsicht vor falschem Sprit

Im Ausland angekommen, kann beim ersten Tanken Verwirrung aufkommen. Denn nicht nur die Spritpreise, auch die Bezeichnungen der Spritarten unterscheiden sich und sind teilweise sogar irreführend. Daher empfehlen wir eine vorherige Recherche für Ihre Ziel- oder Durchreiseländer. Finden Sie hier beispielhaft Bezeichnungen in Großbritannien und Polen sowie Italien.

So wird Super 95 in Großbritannien als Premium Unleaded bezeichnet, während Super Plus ebenfalls Super Plus oder Super Unleaded genannt wird. Diesel kann viele Bezeichnungen tragen, wie ebenfalls Diesel, Diesel fuel, Diesel oil oder Derv.

In Polen findet man an den Tankstellen 95 bzw. 98 Oktan (Super bzw. Super Plus Benzin). Diesel wird in Polen mit den Buchstaben ON gekennzeichnet. Wenn man nach Italien reist, sollte man wissen, dass „Gasolio“ für Diesel steht und „Senza piombo“ bleifrei bzw. Super E5 mit 95 Oktan bedeutet. Super E10 gibt es in Italien nicht. Wer Super Plus mit 98 Oktan tanken muss, sollte nach „Benzina verde“ Ausschau halten. 

Gas und Strom im europäischen Ausland

Alternative Antriebe sind immer weiter auf dem Vormarsch und folglich stellt sich auch die Frage danach, wie gut im Ausland getankt werden kann. Bei Erdgas gibt es im Jahr 2019 über 5.000 Erdgastankstellen in Europa. Fast ein Fünftel hiervon befindet sich allerdings in Deutschland, auch die Schweiz oder Italien sind recht gut mit Gastankstellen ausgestattet. Frankreich dagegen konnte zum Jahresende von 2019 nicht einmal dreistellige Werte erreichen.

Auch bei den Elektroautos gibt es erhebliche Versorgungsunterschiede. Bekannte Vorreiter sind hierbei Norwegen und die Niederlande, weshalb es hier vergleichsweise einfach ist, eine Ladestelle zu finden. Besonders pro Einwohner gerechnet gibt es auch in der Schweiz, in Dänemark oder Schweden eine gute Versorgungssituation. In Stockholm wurde im Frühjahr 2018 sogar eine Straße eröffnet, die Autos während der Fahrt automatisch auflädt. Allerdings verteilen sich auch in einem elektrifizierten Land wie Schweden die Stromladestellen auf den stärker besiedelten südlichen Teil des Landes. 

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