Alles an Bord? Gute Planung ist die halbe Erholung

Welches Verkehrsmittel man für seine Reise wählt, hängt natürlich von den persönlichen Vorlieben, aber auch vom Reiseziel ab. Die Deutschen nutzen für ihre Urlaubsreise am liebsten das Auto. Hier gibt Ihnen der ACV nützliche Tipps, wie Sie die Fahrt – und damit den Start in Ihren Urlaub – sicher und stressfrei bewerkstelligen.

Vor dem Start: Fahrzeug-Check

Für die technische Sicherheit empfiehlt sich zunächst ein gründlicher Fahrzeug-Check. Dabei sollten Bremsanlage, Bremsflüssigkeit, Ölstand, Scheibenwaschanlage, Kühlwasser, die komplette Elektrik, Reifendruck und Profiltiefe (inklusive Reserverad), Stoßdämpfer sowie die Beleuchtung fachmännisch in der Werkstatt geprüft werden.

Alle Gepäckstücke sollten sicher verstaut und die Zuladungsgrenzen beachtet werden. Lose umherfliegende Gegenstände können etwa bei einer Vollbremsung schnell zum gefährlichen Geschoss werden. Spielsachen für die Kleinen sollten während der Fahrt griffbereit sein, damit keine Langeweile aufkommt. Nehmen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze mit in die Ferien? Bitte daran denken: Auch Haustiere müssen ausreichend gesichert sein.

Warndreieck und Verbandskasten (auf Verfallsdatum achten) müssen so gelagert sein, dass sie im Notfall schnell verfügbar sind. Dachgepäckträger müssen sicher montiert sein. Das Gewicht von Träger und Ladung darf insgesamt die zulässige
Dachlast nicht überschreiten. Wer Lasten auf dem Dach transportiert, sollte außerdem beachten, dass sich das Fahrverhalten ändert und der Spritverbrauch um bis zu 20 Prozent steigen kann. Außerdem ist je nach Zuladung ein anderer Reifendruck nötig. Die entsprechenden Werte finden sich in der Tankklappe oder im Türpfosten auf der Fahrerseite.

Ratsam ist außerdem, Warnwesten (in einigen Ländern Pflicht), Abschleppseil, Starthilfekabel und eine Taschenlampe mit an Bord zu haben. Zur guten Reiseplanung gehört es, sich vorab über die Verkehrsregeln und die vorgeschriebene Fahrzeugausstattung im jeweiligen Urlaubsland zu informieren. Das verhindert Ärger und schont die Urlaubskasse.

Starten: Nur fit, ausgeruht und angeschnallt

Der Fahrer sollte sich fit und ausgeruht ans Steuer seines verkehrssicheren Fahrzeuges setzen. Besonders auf längeren Touren ist spätestens alle zwei Stunden eine Pause von 20 bis 25 Minuten ratsam. Nach Schätzung von Experten ist rund jeder vierte tödliche Autobahnunfall auf Übermüdung am Steuer zurückzuführen. Sind Kinder mit unterwegs, empfehlen sich ohnehin häufigere Pausen. Für die Pausen bietet sich leichte und vitaminreiche Kost an. Insbesondere bei hohen Temperaturen ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen oder Tee sind erfrischende Durstlöscher.

Während der Fahrt gilt: Kein Kind darf ungesichert im Auto mitreisen. Kindersicherheitssysteme sind in fast allen europäischen Urlaubsländern vorgeschrieben. Das gilt natürlich auch für den Fahrer und die erwachsenen Mitfahrer.

Ärger und Stress durch Staus vermeidet, wer auf den Verkehrsfunk achtet und Stoßzeiten umgeht. Eine detaillierte Routenplanung, die auch Informationen über Baustellen oder Umleitungen auf der Urlaubsstrecke berücksichtigt sowie ein großzügiges Zeitpolster umfasst, gehört ebenfalls zur gründlichen Reisevorbereitung.
Die Klimaanlage sollte zu jeder Jahreszeit auf etwa 22 Grad eingestellt werden, um sicher und entspannt zu fahren. Denn ein überhitzter Fahrer ist ein ebenso großes Verkehrsrisiko wie ein Betrunkener – belegt eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen. Bei 27 Grad im Autoinnenraum erhöhen sich die durchschnittlichen Unfallzahlen um 6 Prozent, ab 32 Grad um 13 Prozent und bei extremer Hitze ab 37 Grad sogar um 33 Prozent. In aufgeheizten Autos werden die Fahrer offensichtlich schneller müde und unkonzentriert, reagieren schlechter, werden gereizter und verursachen mehr Unfälle. Umso wichtiger sind gerade im Sommer Klimaanlagen. Der Luftstrom sollte allerdings nicht direkt auf die Passagiere gelenkt werden, da sonst das Risiko einer Infektion steigt.

Fahren: Bitte nicht ablenken lassen

Ein großes Problem ist insbesondere auf der Urlaubsfahrt die Ablenkung des Fahrers. Einfach mal die Augen schließen und mit geschlossenen Augen ein paar Sekunden weiterfahren? Kein Autofahrer käme freiwillig auf eine so absurde Idee. Dennoch passiert er täglich tausendfach: der „Blindflug“ durch Ablenkung.
Autofahrer lassen sich gerne von Faktoren außerhalb des Fahrzeugs ablenken, etwa von auffälligen Personen oder interessanten Landschaftsbildern. Auch im Fahrzeuginnenraum können viele Dinge die Aufmerksamkeit des Fahrers über Gebühr beanspruchen: Essen, Rauchen, die Bedienung von Infotainment-Systemen oder die Kommunikation mit Fahrzeuginsassen. Der Griff zum Handy während der Fahrt ist sowieso verboten und wird überall in Europa mit Bußgeldern geahndet, aber auch das Telefonieren generell lenkt ab.

Wird die Aufmerksamkeit nur für eine Sekunde vom Straßenverkehr abgewendet, legt ein Fahrzeug bei 50 km/h nahezu 14 Meter im „Blindflug“ zurück, bei 100 km/h beträgt die Strecke fast 28 und bei 160 km/h etwa 45 Meter. Erst dann kann in Notsituationen gebremst werden.

In einer repräsentativen Befragung gab mehr als die Hälfte der Autofahrer an, durch Ablenkung schon in brenzlige Situationen geraten zu sein. Nach Forschungsergebnissen aus der Schweiz erhöht sich das Unfallrisiko beim Autofahren durch Essen um den Faktor 1,4 und beim Bedienen der Tastatur eines mobilen Geräts um 2,8. Beim Telefonieren steigt das Unfallrisiko um den Faktor 4 bis 5 und beim Greifen eines in Bewegung geratenen Gegenstands um den Faktor 9. Bei jedem vierten schweren Unfall, so schätzen die Unfallforscher, ist Unaufmerksamkeit bzw. Ablenkung im Spiel.

Ablenkung ist bei einem Unfall jedoch keine Entschuldigung – im Gegenteil. Sie kann sogar eine Allein– oder Mithaftung des abgelenkten Fahrers begründen. Auch der Schutz durch die Vollkaskoversicherung kann verloren gehen. Es ist deshalb im Interesse jedes Fahrers, aufmerksam im Straßenverkehr zu sein und sich nicht ablenken zu lassen. Deshalb: Vor Fahrtantritt das Mobiltelefon ab– und die Mobilbox einschalten sowie das Navigationssystem und den MP3-Player fertig programmieren – oder unterwegs durch den Beifahrer programmieren lassen. Ansonsten gilt: Rechts heranfahren und den Wagen abstellen oder auf Autobahnen einen Rastplatz aufsuchen, um sich zu orientieren oder zu telefonieren. Sicher ist sicher.

Stress vermeiden: Checkliste abhaken

Vor dem Urlaub ist viel zu tun, bevor es losgehen kann. Man muss an vieles denken, und manchmal vergisst man die einfachsten Dinge. Eine Urlaubs-Checkliste hilft, den Urlaub entspannt zu planen.
Auf die Liste gehören nicht nur die Gegenstände und Punkte, die mit der Reise zu tun haben. Auch Aufgaben, die im Vorfeld zu erledigen sind, sollte man notieren. Einige wichtige Punkte haben wir hier zusammengestellt.

Vor Reiseantritt prüfen bzw. besorgen

  • Ggf. Arzt und Zahnarzt besuchen
  • Wenn nötig impfen lassen
  • Ggf. Auslandskrankenschein besorgen
  • Krankenzusatzversicherung abschließen
  • Ggf. Visum beantragen
  • Personalausweis/Reisepass auf Gültigkeit prüfen (auch für Haustiere)
  • Wichtige Ausweise kopieren
  • Einfuhrbestimmungen für Haustier prüfen
  • Kreditkarte, EC-Karte
  • Bargeld, eventuell Devisen

Am Abreisetag

  • Ggf. Auto richtig parken
  • Kühlschrank leeren
  • Anrufbeantworter neu besprechen
  • (Antennen-)Stecker ziehen
  • Adresse hinterlassen, Schlüssel hinterlegen
  • Raumtemperatur regeln
  • Elektrogeräte ausschalten
  • Müll entsorgen
  • Fenster, Türen, Rollläden sichern
  • Licht aus bzw. Zeitschaltung aktivieren
  • Wasser abdrehen

Das gehört ins Handgepäck

  • Ausweise, Pässe, Visa, Visitenkarten
  • Reisepapiere, Tickets, Bestätigungen
  • (Internationaler) Führerschein, Schutzbrief
  • Handy, wichtige Telefonnummern, Ladekabel
  • Geld, Kreditkarten, EC-Karte, Schecks, ein paar TANs
  • Krankenversicherungskarte, Auslandsreisekrankenversicherung
  • Hausschlüssel
  • Ausweiskopien gesondert einpacken
  • Kopfhörer, Musik
  • (Sonnen-)Brille
  • Kontakt-Telefonnummer
  • Wichtige Medikamente
  • Reiselektüre, Sprachführer
  • Ggf. Schlafutensilien, Kosmetik
  • Essen, Trinken
  • Handy-, Internet-, Roamingtarife prüfen
  • Wichtige Auslandsadressen
  • Notfallnummern (Kreditkarte sperren usw.)
  • Info-E-Mail mit wichtigen Telefonnummern und Fotos von Dokumenten an eigene E-Mail-Adresse schicken, die im Urlaub abrufbar ist
  • Fahrzeug-Check
  • Reiseführer/Kartenmaterial/Navi aktualisieren
  • Internationaler Führerschein
  • Reisegepäck-/Reiserücktrittsversicherung
  • Anschriften für Postkarten
  • Fotoapparat
  • Ggf. Reisestecker (Adapter)

Für zu Hause organisieren bzw. erledigen

  • Wertsachen deponieren bzw. verstecken
  • Blumengießen organisieren
  • Nachsendeantrag stellen bzw. Nachbarn informieren
  • Person, die sich um Wohnung, Haus, Tiere, Post usw. kümmert
  • Futter für Haustier kaufen
  • Anrufbeantworter vorbereiten
  • Wichtige Zahlungen erledigen

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