Erste Hilfe beim Motorradunfall

Erste Hilfe kann einem Motorradfahrer nach einem Unfall das Leben retten. Wir erklären hier die wichtigsten Schritte für die Ersthelfer. Dabei im Fokus: das Abnehmen des Helmes.

Schönes Wetter lockt jedes Jahr viele Motorradfahrer auf die Piste – leider steigt während der Motorradsaison auch die Zahl der Unfälle. Bei einem Motorradunfall kann sich der Fahrer schwere und lebensbedrohliche Verletzungen zuziehen. Das Risiko für Wirbelsäulenverletzungen ist bei Motorradunfällen besonders hoch, sodass Ersthelfer behutsam mit verletzten Motorradfahrern umgehen müssen.

Unfallstelle absichern

Wer als Erster den Ort des Geschehens erreicht, sollte sich jedoch immer zuerst um die Absicherung der Unfallstelle kümmern.

  • Ziehen Sie Ihre Warnweste an.
  • Informieren Sie den Notruf und verständigen Sie die Polizei.
  • Sichern Sie die Unfallstelle, indem Sie das Warndreieck aufstellen und am eigenen Fahrzeug den Warnblinker einschalten.

Dann kümmern Sie sich um den verletzten Biker und bringen ihn aus der Gefahrenzone.

Den Helm abnehmen oder nicht?

Ist der Verunglückte bei Bewusstsein, sollte er den Helm besser aufbehalten. Dies gilt vor allem wenn der verletzte Fahrer über Schmerzen im Halswirbelsäulenbereich berichtet oder sich nicht bewegen kann, denn in diesem Fall könnte es sich um eine Verletzung der Wirbelsäule handeln. Das Visier sollte aber geöffnet werden, um die Luftzufuhr zu verbessern.

Ist der verletzte Motorradfahrer bewusstlos, muss der Helm vom Ersthelfer jedoch dringend abgenommen werden. Bei bewusstlosen Unfallopfern herrscht immer Lebensgefahr, da die Zunge oder Erbrochenes die Atemwege blockieren könnten. Dabei kann der Verunglückte ersticken oder aufgrund des Sauerstoffmangels irreparable Schäden am Gehirn erleiden. Nur wenn der Helm entfernt wird, kann der Ersthelfer den Verunglückten in die stabile Seitenlage bringen und ihn vor dem Ersticken bewahren. Außerdem ist nur ohne Helm eine Beatmung möglich.

Tipp

Wie nehme ich den Helm ab?

Der Helm sollte möglichst von zwei Personen mit äußerster Vorsicht abgenommen werden. Ist nur ein Helfer am Unfallort anwesend, sollte er sich ans Kopfende des Verletzten knien und stets mit einer Hand den Kopf stabilisieren, damit dieser nicht nach hinten kippt.

  • Zunächst prüfen, ob es sich um einen Integralhelm oder Klapphelm handelt, um ihn besser abziehen zu können.
  • Der erste Helfer kniet oberhalb des Kopfes des Verletzten und stabilisiert ihn. Der zweite Helfer öffnet das Visier, entfernt eine eventuelle Brille und löst den Helmverschluss.
  • Der zweite Helfer schiebt seine Hände seitlich unter den Helm, um den Kopf festzuhalten, während der erste Helfer den geöffneten Helm vorsichtig zu sich nach oben abzieht.
  • Während des Abziehens sorgt der zweite Helfer weiterhin für die Stabilisierung des Kopfes und der Halswirbelsäule. Kippbewegungen des Kopfes sind zu vermeiden.
  • Ist der Helm ab, fixiert der erste Helfer den Kopf des Verletzten. Der zweite Helfer kann dann vorsichtig den Mund des Verletzten öffnen, um ihm die Atmung erleichtern.

Motorradunfall: Erste Hilfe Maßnahmen

Je nach Zustand kann der Verunglückte weiter versorgt werden, sobald der Helm entfernt wurde.

Atmet der Verletzte nicht mehr eigenständig, müssen Wiederbelebungsmaßnahmen wie die Herzdruckmassage eingeleitet werden. Ist eine Atmung vorhanden, wird der verletzte Motorradfahrer in die stabile Seitenlage gebracht. Bei der stabilen Seitenlage wird sichergestellt, dass blockierte Atemwege wieder frei werden. Auch beim Überführen in die stabile Seitenlage muss der Kopf von einem zweiten Helfer vorsichtig mitgeführt werden.

Wie stabile Seitenlage und Herzdruckmassage gelingen, mit welchem Handgriff man einen verletzten Biker von der Straße ziehen kann und wie blutende Wunden erstversorgt werden, lernt man am besten in einem Erste Hilfe Kurs, im Idealfall in einem Spezialkurs für Motorradfahrer.

Motorradfahrer sollten regelmäßig ihre Erste Hilfe Kenntnisse auffrischen, damit sie im Ernstfall sicherer agieren und ihren Motorradkollegen mit den wichtigsten Maßnahmen vielleicht das Leben retten können. Auch ein Fahrsicherheitstraining insbesondere nach längeren Pausen kann sich lohnen, um das eigene Unfallrisiko zu senken.

ACV Vorteil

ACV unterstützt Motorradfahrer

Ein Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer eignet sich besonders für Fahranfänger und Wiedereinsteiger, da diese Gruppen die Geschwindigkeit und die Gefahren leichter unterschätzen können. Aber auch erfahrene Biker können in einem Kurs für Fortgeschrittene ihre Fähigkeiten und ihre Sicherheit noch verbessern. Der ACV unterstützt seine Mitglieder, wenn sie ein Fahrsicherheitstraining bei der Deutschen Verkehrswacht (DVW) absolvieren. Hier finden Interessierte alle Informationen zum vergünstigten Sicherheitstraining.

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