Apps für mehr Mobilität im Alltag

Einige Apps für das Smartphone versprechen, dass Sie mit ihrer Hilfe verschiedene Verkehrsmittel für eine optimale Mobilität nutzen und sogar miteinander kombinieren können. Ist das wirklich so und was sind die Vorteile? Wir kennen die Antworten.

Sie wollen abseits vom eigenen Auto oder Motorrad von A nach B reisen, also etwa von Augsburg nach Berlin oder von Aschaffenburg nach Bonn?

Dann können Sie auf öffentliche Verkehrsmittel wie Bahn, Bus, Straßen- und U-Bahn umsteigen. Doch nicht immer sind die Streckennetze auf der Reiseroute so gut ausgebaut und aufeinander abgestimmt, dass Ihre Reise zeitsparend und ressourcenschonend abläuft.

In die Bresche wollen Mobilitätsmanager-Apps springen und mit Carsharing, Mitfahrdiensten, Mietfahrrädern und Taxis verschiedene Alternativen für die Reiseroute mit Bus und Bahn bieten.

Apps für Großstädter

Wir haben in den Apps Stores von Apple und Google nach entsprechenden Mobilitätsmanager-Apps gesucht und uns die Treffer und Empfehlungen angeschaut. Auf den ersten Blick vielversprechende Apps wie Ally, Qixxit und Moovel können uns allesamt nicht wirklich restlos überzeugen – sofern wir uns nicht ausschließlich auf Großstädte und Ballungsräume fokussieren.

In Berlin, Hamburg und München, um nur drei Beispiele zu nennen, ist die Datenbasis natürlich ungleich höher als in Kleinstädten und ländlichen Regionen. Zudem sind die Informationen und Routenempfehlungen auf öffentliche Verkehrsmittel beschränkt, also Verbindungen mit Bahn, Bus und Straßenbahn (ÖPNV).

Viele der Informationen stehen so übrigens auch in Google Maps zur Verfügung – hier werden mancherorts neben Verbindungen mit Bahn und Bus auch Fahrpreisinfos zu myTaxi und Uber angezeigt. Die App Moovit bildet zumindest gute Reiseketten und kann in einigen Städten neben ÖPNV-Fahrplänen auch Fahrradverleihstationen in die Routenplanung miteinbeziehen.

Gut gefällt uns die kostenlose Urbi-App: Sie bezieht öffentliche Verkehrsmittel sowie myTaxi und regionale Taxi-Anbieter in die Routenplanung mit ein. Zusätzlich bietet die App eine Unterstützung für einige Car-Sharing-Anbieter (car2go, DriveNow und Driveby) sowie Fahrrad- und Rollerverleiher (Call a Bike, emmy, MoBike, lidlbike, NextBike, Eddy und Stella) in Stuttgart, München, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und Köln.

Ein Radar zeigt verfügbare Dienste in einem Umkreis von bis zu einem Kilometer vom aktuellen Standort aus an. Insgesamt funktioniert die App gut – aber auch Urbi ist außerhalb der genannten Städte nur eingeschränkt nutzbar.

Viele Apps für viele Dienste

Von unserem Anspruch an eine Mobilitätsmanager-App sind die bisher genannten Apps (noch) weit entfernt. Da es den Allrounder für die universelle Mobilität so nicht gibt, bleibt nur die Installation einzelner, spezialisierter Apps. Sie müssen sich demnach schon für ein oder mehrere Verkehrsmittel festlegen und erhalten dann für Ihre Suche die entsprechenden Treffer.

Für Bahnreisende ist der DB Navigator ein Muss: Mit der kostenlosen App können Sie Tickets für Bahn, U-Bahn, Bus und Tram direkt mit dem Smartphone buchen und verwalten – übrigens auch Fahrscheine für über 15 Verkehrsverbünde in Deutschland. Für die Reiseplanung erhalten Sie Echtzeit-Informationen mit aktuellen Abfahrts- und Ankunftszeiten sowie Auskunft, in welchem Gleisbereich die Wagen halten werden.

Der ÖPNV Navigator ist ein praktischer Begleiter für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Dank der Integration von über 240 regionalen und überregionalen Verkehrsbetrieben ist die Reiseplanung sicher und schnell erledigt. Ein Abfahrtsmonitor zeigt alle Abfahrten in der Nähe des aktuellen Standorts oder von einer ausgewählten Haltestelle inklusive Abfahrtsintervall und Fahrtverlauf an.

Die App GoEuro vergleicht Züge, Fernbusse und Flüge von über 600 Partnern für die schnellste und günstigste Verbindung in ganz Europa. Ohne Umweg können Sie die Tickets direkt in der App buchen und bezahlen.

Die myScotty-App bietet Zugriff auf Sharing-Dienste für Autos, Fahrräder und Roller, darunter Auto Europe, BeeZero, drive by, drivy, Flinkster, Coup, emmy, Call a Bike, nextbike und Stella. Dazu lassen sich über 62.000 Taxis in über 100 europäischen Städten über taxi.eu buchen.

Die App von Fernbusse.de zeigt Busverbindungen von DeinBus.de, Eurolines, Flixbus, IC Bus sowie der ausländischen Anbieter RegioJet, Hellö und PolskiBus mit Haltestellen in Deutschland an. Zusätzlich werden alternative Bahnverbindungen und Mitfahrgelegenheiten von BlaBlaCar gelistet – für die gibt es übrigens auch eine eigene App. Beim Finden von günstigen Mietfahrzeugen helfen die Apps HappyCar, Check24 und billiger-mietwagen.de.  

Fazit

Ausbaufähige Apps

Zwar gibt es zahlreiche Apps, die das Thema Mobilität aufgreifen – nicht aber den perfekten Allrounder. Ideal wäre es, bei einer Streckenplanung, etwa von Stuttgart nach Hamburg, sämtliche Alternativen in einer App zu erhalten. Also etwa den Flug, die Bahnfahrt, den Fernbus, die Mitfahrgelegenheit sowie Carsharing und Mietauto – jeweils mit Preis und Reisedauer. Dann könnte jeder, abhängig von Zeit und finanziellem Budget, das für ihn bevorzugte Reisemittel auswählen. So bleibt aktuell nur der Weg über mehrere Apps.

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