Unfall im Ausland

Autounfall im Ausland - was ist zu beachten?

Ein Unfall im Aus­land ist nicht nur ärger­lich, gleich­zei­tig füh­ren Sprach­bar­rie­ren und fremde Ver­si­che­run­gen zu Stress und Unsi­cher­heit. Wir beant­wor­ten die wich­tigs­ten Fra­gen – damit Sie auch beim Unfall im Aus­land einen küh­len Kopf bewah­ren.

Tipps vor Rei­se­be­ginn

Neben einem gründ­li­chen Check-​Up des Autos soll­ten Sie sich einen Euro­päi­schen Unfall­be­richt, der die Unfall­auf­nahme erleich­tert und eine grüne Karte, die auch als inter­na­tio­nale Ver­si­che­rungs­karte bezeich­net wird, ins Hand­schuh­fach legen. Die grüne Karte ist in der EU zwar nicht mehr Pflicht, da sie aber wich­tige Infor­ma­tio­nen zu Ihrer Ver­si­che­rung und Ihrem Fahr­zeug ent­hält, emp­fiehlt der ACV, sie trotz­dem mit­zu­füh­ren. Über­prü­fen Sie zudem, ob Warn­drei­eck, Ver­bands­kas­ten und Warn­wes­ten für alle Insas­sen an Bord sind. In Spa­nien zum Bei­spiel sind zwei Warn­wes­ten im Kof­fer­raum Pflicht.

Wie ver­halte ich mich bei einem Unfall im Aus­land?

Warndreieck Unfall Ausland1. Unfall­stelle absi­chern

Schal­ten Sie den Warn­blin­ker ein und sichern Sie die Unfall­stelle mit einem Warn­drei­eck ab. Ach­ten Sie dabei auf aus­rei­chend Abstand zwi­schen Fahr­zeug und der Unfall­stelle. Inner­orts und auf Land­stra­ßen sollte er 50 bzw. 100 Metern ent­spre­chen, auf Auto­bah­nen 250 Metern. Ori­en­tie­ren Sie sich beim Auf­stel­len an den Leit­pfos­ten, die im Abstand von 50 Metern von­ein­an­der auf­ge­stellt sind.

Tipp: Tra­gen Sie und Ihre Mit­fah­rer Warn­wes­ten, sie sind in vie­len EU-​Ländern Pflicht. Bei Nicht­an­le­gen droht ein Buß­geld.

2. Not­ruf abset­zen

In jedem Fall sollte die Poli­zei ver­stän­digt wer­den, um den Unfall auf­zu­neh­men. Ins­be­son­dere da in eini­gen Län­dern eine poli­zei­li­che Unfall­auf­nahme oder ein Gut­ach­ten der dor­ti­gen Ver­si­che­rung Vor­aus­set­zung für den spä­te­ren Scha­dens­er­satz ist. Bei Per­so­nen­schä­den leis­ten Sie erste Hilfe und infor­mie­ren Sie umge­hend die Ret­tungs­kräfte. Die euro­pa­weite Not­ruf­num­mer ist 112.

Bei Baga­tell­schä­den ist das Hin­zu­ru­fen der Poli­zei keine Pflicht. In man­chen Län­dern, zum Bei­spiel Frank­reich und Grie­chen­land, kommt die Poli­zei nur bei Per­so­nen­schä­den, nichts­des­to­trotz soll­ten Sie sie über den Unfall infor­mie­ren.

3. Unfall pro­to­kol­lie­ren

Nut­zen Sie den Euro­päi­schen Unfall­be­richt, um den Unfall umfas­send zu doku­men­tie­ren. Ach­ten Sie dabei ins­be­son­dere auf die Schä­den und Posi­tio­nen der Fahr­zeuge. Auch Brems­spu­ren kön­nen ein wich­ti­ger Beweis sein. Foto­gra­fie­ren Sie den Unfall­ort aus meh­re­ren Blick­win­keln, um den Unfall­her­gang nach­voll­zieh­bar zu machen. Der Unfal­las­sis­tent der kos­ten­lo­sen ACV Co-​Pilot App unter­stützt Sie bei der Unfall­auf­nahme.

Wer bezahlt bei einem Unfall im Aus­land?

Unfall­ver­ur­sa­cher: Wenn Sie selbst die Schuld an einem Ver­kehrs­un­fall tra­gen, dann ist Ihre Kfz-​Versicherung die rich­tige Adresse. Mel­den ihr den Fall umge­hend, aber spä­tes­tens nach einer Woche.

Wenn Sie nicht Unfall­ver­ur­sa­cher sind und der Unfall in der EU, Schweiz, Lich­ten­stein, Nor­we­gen oder Island pas­siert ist, dann wen­den Sie sich zur Scha­den­re­gu­lie­rung an den Zen­tral­ruf der Auto­ver­si­che­rer 080025 026 00. Jeder Ver­si­che­rer in der EU ist dazu ver­pflich­tet, in jedem EU-​Land einen Ver­tre­ter zu benen­nen, der die Scha­dens­an­sprü­che stell­ver­tre­tend für die aus­län­di­sche Ver­si­che­rung abwi­ckelt.

Außer­halb der EU wird es bei einem Unfall kom­pli­zier­ter, denn dann müs­sen Sie Ihre Ansprü­che direkt an den jewei­li­gen Ver­si­che­rer rich­ten, und das bedeu­tet häu­fig büro­kra­ti­schen Auf­wand und sprach­li­che Hin­der­nisse. In die­sem Fall lohnt es sich, einen Anwalt ein­zu­schal­ten. Der ACV unter­stützt seine Mit­glie­der bei der Ver­mitt­lung von Ver­kehrs­an­wäl­ten, die Sie dabei unter­stüt­zen, Ihre Ansprü­che durch­zu­set­zen.

Was pas­siert, wenn der Unfall­ver­ur­sa­cher nicht ver­si­chert ist?

Wenn Sie Unfall­op­fer sind und der Unfall­geg­ner ist nicht Kfz-​versichert, bedeu­tet das nicht, dass Sie auf dem Scha­den sit­zen­blei­ben. In Deutsch­land wen­den Sie sich in die­sem Fall an die Ent­schä­di­gungs­stelle, die die Ver­kehrs­op­fer­hilfe inne­hat und Unfall­op­fer ent­schä­digt. Die ent­stan­de­nen Kos­ten ent­rich­tet der Garan­tie­fonds des Lan­des, aus dem der Unfall­geg­ner stammt. Den Antrag kön­nen Sie sich von der Web­site Ver­kehrs­op­fer­hilfe down­loa­den. Die Ver­kehrs­op­fer­hilfe ist zudem für Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che bei Fah­rer­flucht zustän­dig und wenn die Ver­si­che­rung des Unfall­geg­ners kei­nen Scha­den­re­gu­lie­rer in Deutsch­land hat oder nicht ange­mes­sen auf Ansprü­che rea­giert.

Unfall im Ausland mit Polizei
Es gilt immer das Recht des Lan­des, in dem der Unfall pas­siet ist

Wel­ches Recht gilt bei einem Unfall im Aus­land?

Bei einem Unfall im Aus­land gilt immer das Recht des Lan­des, in dem der Unfall pas­siert ist.

Kön­nen Fahr­zeuge vor Ort repa­riert wer­den?

Der ACV orga­ni­siert die Repa­ra­tur Ihres Fahr­zeugs und küm­mert sich um Ihre Wei­ter– oder Heim­reise. Alle Details fin­den Sie unter ACV Aus­lands­schutz. Sind Sie kein ACV Mit­glied, dann wen­den Sie sich an Ihre Ver­si­che­rung.

Unfall mit dem Miet­wa­gen – und jetzt?

Ach­ten Sie bei der Buchung eines Miet­wa­gens auf aus­rei­chen­den Ver­si­che­rungs­schutz durch die Haft­pflicht– und Voll­kas­ko­ver­si­che­rung. Prü­fen Sie die Höhe von Min­dest­de­ckungs­sum­men der Haft­pflicht­ver­si­che­rung, die unter­schied­lich hoch aus­fal­len kön­nen.

In den meis­ten Fäl­len liegt sie unter der in Deutsch­land gel­ten­den Deckungs­summe, wes­halb sich die Mallorca-​Police lohnt, wel­che die Haftpflicht-​Versicherungssumme für einen Miet­wa­gen im Aus­land auf deut­schen Stan­dard hebt. Von güns­ti­gen Ange­bo­ten mit Selbst­be­tei­li­gung ist drin­gend abzu­ra­ten.

Bei einem Unfall mit einem Miet­wa­gen infor­mie­ren Sie in jedem Fall die Poli­zei, von der Sie sich einen Unfall­be­richt aus­stel­len las­sen soll­ten, und den Ver­mie­ter. Im Hand­schuh­fach Ihres Leih­wa­gens fin­den Sie häu­fig nicht nur die Kon­takt­da­ten des Ver­mie­ters, son­dern auch ein Unfall­pro­to­koll, das Sie zusätz­lich aus­fül­len kön­nen. Foto­gra­fie­ren Sie den Unfall und den Scha­den am Fahr­zeug und gege­be­nen­falls am Fahr­zeug des Unfall­geg­ners aus ver­schie­de­nen Win­keln, um den Unfall­her­gang spä­ter leich­ter rekon­stru­ie­ren zu kön­nen.

Die Unfall­auf­nahme durch die Poli­zei ist unab­ding­bar, da die Ver­si­che­rung von Miet­wa­gen­fir­men häu­fig nur unter Vor­aus­set­zung eines poli­zei­li­chen Unfall­be­richts bezahlt. In eini­gen Län­dern, wie Frank­reich oder Ita­lien, wird die Poli­zei bei gerin­ge­ren Blech­schä­den jedoch nicht tätig. In die­sem Fall ist es rat­sam, mit dem Miet­wa­gen zur nächs­ten Poli­zei­sta­tion zu fah­ren und den Scha­den dort vor Ort auf­neh­men zu las­sen.

Ver­lan­gen Sie bei der Rück­gabe des Fahr­zeugs einen Scha­dens­be­richt vom Ver­mie­ter und rei­chen Sie ihn zusam­men mit dem poli­zei­li­chen Unfall­be­richt, eige­nen Beweis­do­ku­men­ten und der Kopie des Miet­wa­gen­ver­trags sowie der Kau­ti­ons­zah­lung bei der Ver­si­che­rung ein.

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