Unfall im Ausland

Autounfall im Ausland - was ist zu beachten?

Ein Unfall im Ausland ist nicht nur ärgerlich, gleichzeitig führen Sprachbarrieren und fremde Versicherungen zu Stress und Unsicherheit. Mit diesen Tipps behalten Sie einen kühlen Kopf.

Unfall ver­mei­den - Tipps vor Rei­se­be­ginn

Nach einem gründ­li­chen Check up des Autos, soll­ten Sie sich einen Euro­päi­schen Unfall­be­richt, der die Unfall­auf­nahme erleich­tert und eine grüne Karte, die auch als inter­na­tio­nale Ver­si­che­rungs­karte bezeich­net wird, ins Hand­schuh­fach legen. Die grüne Karte ist in der EU zwar nicht mehr Pflicht, da das Kenn­zei­chen als Ver­si­che­rungs­nach­weis dient, da sie aber wich­tige Infor­ma­tio­nen zu Ihrer Ver­si­che­rung und Ihrem Fahr­zeug ent­hält, emp­fiehlt der ACV, sie trotz­dem mit­zu­füh­ren. In eini­gen Län­dern gilt nach wie vor Mit­füh­rungs­pflich: in Alba­nien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Israel, Marokko, Maze­do­nien, Mol­da­wien, Mon­te­ne­gro, Russ­land, Ser­bien, Tür­kei, Tune­sien, Ukraine und Weiß­russ­land. Die grüne Karte bekom­men Sie bei Ihrer Kfz-Versicherung.

Über­prü­fen Sie zudem, ob Warn­drei­eck, Ver­bands­kas­ten und Warn­wes­ten für alle Insas­sen an Bord sind. In Spa­nien zum Bei­spiel sind zwei Warn­wes­ten im Kof­fer­raum Pflicht.

Wie ver­halte ich mich bei einem Unfall im Aus­land?

Warndreieck Unfall Ausland

Unfall­stelle absi­chern

Schal­ten Sie den Warn­blin­ker ein und sichern Sie die Unfall­stelle mit einem Warn­drei­eck ab. Ach­ten Sie dabei auf aus­rei­chend Abstand zwi­schen Fahr­zeug und der Unfall­stelle. Inner­orts und auf Land­stra­ßen sollte er 50 bzw. 100 Metern ent­spre­chen, auf Auto­bah­nen 250 Metern.

Esels­brü­cke für das Auf­stel­len eines Warn­drei­ecks

Eine gute Esels­brü­cke, die Ihnen dabei hilft den Abstand zur Unfall­stelle bes­ser ein­zu­schät­zen, sind die Leit­pfos­ten. Ori­en­tie­ren Sie sich an den Leit­pfos­ten, die im Abstand von 50 Metern von­ein­an­der auf­ge­stellt sind. Die Unfall-Checkliste der kos­ten­lo­sen ACV Co-Pilot App für ACV Mit­glie­der hilft Ihnen dabei in der Unfall­si­tua­tion, einen küh­len Kopf zu bewah­ren.

Tipp

Tra­gen Sie und Ihre Mit­fah­rer Warn­wes­ten, sie sind in vie­len EU-Ländern Pflicht. Bei Nicht­an­le­gen droht ein Buß­geld.

Not­ruf abset­zen

Bei Per­so­nen­schä­den leis­ten Sie erste Hilfe und infor­mie­ren Sie umge­hend die Ret­tungs­kräfte. Die euro­pa­weite Not­ruf­num­mer ist 112. In jedem Fall sollte die Poli­zei ver­stän­digt wer­den, um den Unfall auf­zu­neh­men. Ins­be­son­dere da in eini­gen Län­dern eine poli­zei­li­che Unfall­auf­nahme oder ein Gut­ach­ten der dor­ti­gen Ver­si­che­rung Vor­aus­set­zung für den spä­te­ren Scha­dens­er­satz ist.
Bei Baga­tell­schä­den ist das Hin­zu­ru­fen der Poli­zei keine Pflicht. In man­chen Län­dern, zum Bei­spiel Frank­reich und Grie­chen­land, kommt die Poli­zei nur bei Per­so­nen­schä­den, nichts­des­to­trotz soll­ten Sie sie über den Unfall infor­mie­ren. Neu­er­dings wird die ita­lie­ni­sche Poli­zei bei Park- und Blech­schä­den nicht mehr tätig.

Unfall pro­to­kol­lie­ren

Nut­zen Sie den Euro­päi­schen Unfall­be­richt, um den Unfall umfas­send zu doku­men­tie­ren. Ach­ten Sie dabei ins­be­son­dere auf die Schä­den und Posi­tio­nen der Fahr­zeuge. Auch Brems­spu­ren kön­nen ein wich­ti­ger Beweis sein. Foto­gra­fie­ren Sie den Unfall­ort aus meh­re­ren Blick­win­keln, um den Unfall­her­gang nach­voll­zieh­bar zu machen. Der Unfal­las­sis­tent der kos­ten­lo­sen ACV Co-Pilot App unter­stützt Sie bei der Unfall­auf­nahme.

Wer hilft bei Panne und Unfall?

ACV Mit­glie­der rufen die 24-Stunden-Notrufnummer 0221 – 75 75 75 an und nut­zen die Leis­tun­gen der euro­pa­wei­ten Schutz­brief­ver­si­che­rung. Der ACV küm­mert sich um Repa­ra­tur oder Alter­na­ti­ven bei einem Fahr­zeug­aus­fall.

  • Der ACV über­nimmt die Kos­ten für den Miet­wa­gen, bis das Auto wie­der fahr­be­reit ist.
  • Der ACV über­nimmt die Kos­ten für einen Miet­wa­gen in vol­ler Höhe bei direk­ter Heim­reise.
  • Der ACV über­nimmt die Kos­ten für Über­nach­tun­gen bei Fahr­zeug­aus­fall bis 1.000 Euro.
  • Der ACV über­nimmt die Kos­ten bei Rei­se­ab­bruch, max. 3.000 Euro je Per­son und Scha­den­fall.

Infor­mie­ren Sie sich über das umfas­sende Leis­tungs­an­ge­bot des ACV, das Ihnen durch Orga­ni­sa­tion von Kran­ken­rück­trans­port, Ersatz von Rei­se­do­ku­men­ten und Ver­mitt­lung von ärzt­li­cher Betreu­ung einen sor­gen­freien Urlaub garan­tiert.

Scha­den­re­gu­lie­rung: Wer bezahlt bei einem Unfall im Aus­land?

  • Ich bin Unfall­ver­ur­sa­cher

Einen Moment nicht auf­ge­passt und schon hat’s gekracht. Wenn Sie die Schuld an einem Ver­kehrs­un­fall tra­gen, dann mel­den Sie den Fall umge­hend, aber spä­tes­tens nach einer Woche, Ihrer Kfz-Versicherung.

Blech­scha­den

Der Euro­päi­sche Unfall­be­richt hilft Ihnen bei der Unfall­auf­nahme dabei, alle wich­ti­gen Anga­ben zu berück­sich­ti­gen, die beim spä­te­ren Gel­tend­ma­chen von Ansprü­chen Vor­aus­set­zung sind.

Falls Ihr Fahr­zeug nach dem Unfall ein Total­scha­den ist, lohnt sich meist der teure Rück­trans­port ins Hei­mat­land nicht. Nach Emp­feh­lung eines Gut­ach­ters wird das Auto im Rei­se­land ver­schrot­tet. Der ACV oder Ihre Ver­si­che­rung hilft Ihnen in sol­chen Fäl­len wei­ter.

Per­so­nen­scha­den

Liegt ein Per­so­nen­scha­den vor, mel­den sie ihn Ihrer Haft­pflicht­ver­si­che­rung und wen­den Sie sich an einen Anwalt, der Sie bei Ent­schä­di­gungs­an­sprü­chen und Schmer­zens­geld­an­for­de­run­gen ver­tritt. Wur­den Sie bei einem Unfall ver­letzt, dann sollte die Ver­let­zung durch ein Attest eines Arz­tes im Unfall­land bestä­tigt und Ihrer Kran­ken­kasse gemel­det wer­den.

  • Ich bin nicht schuld – Unfall­geg­ner aus EU-Land / Nicht EU-Land

Wenn Sie nicht Unfall­ver­ur­sa­cher sind und der Unfall in der EU, Schweiz, Lich­ten­stein, Nor­we­gen oder Island pas­siert ist, dann wen­den Sie sich zur Scha­den­re­gu­lie­rung an den Zen­tral­ruf der Auto­ver­si­che­rer 0800-25 026 00

Jeder Ver­si­che­rer in der EU ist dazu ver­pflich­tet, in jedem EU-Land einen Ver­tre­ter zu benen­nen, der die Scha­dens­an­sprü­che stell­ver­tre­tend für die aus­län­di­sche Ver­si­che­rung abwi­ckelt.

Außer­halb der EU wird es bei einem Unfall kom­pli­zier­ter, denn dann müs­sen Sie Ihre Ansprü­che direkt an den jewei­li­gen Ver­si­che­rer rich­ten, und das bedeu­tet häu­fig büro­kra­ti­schen Auf­wand und sprach­li­che Hin­der­nisse. In die­sem Fall lohnt es sich, einen Anwalt ein­zu­schal­ten. Der ACV unter­stützt seine Mit­glie­der bei der Ver­mitt­lung von Ver­kehrs­an­wäl­ten, die Sie dabei unter­stüt­zen, Ihre Ansprü­che durch­zu­set­zen.

  • Was pas­siert, wenn der Unfall­ver­ur­sa­cher nicht ver­si­chert ist?

Wenn Sie Unfall­op­fer sind und der Unfall­geg­ner ist nicht Kfz-versichert, bedeu­tet das nicht, dass Sie auf dem Scha­den sit­zen­blei­ben. In Deutsch­land wen­den Sie sich in die­sem Fall an die Ent­schä­di­gungs­stelle, die die Ver­kehrs­op­fer­hilfe inne­hat und Unfall­op­fer ent­schä­digt. Die ent­stan­de­nen Kos­ten ent­rich­tet der Garan­tie­fonds des Lan­des, aus dem der Unfall­geg­ner stammt. Den Antrag kön­nen Sie sich von der Web­site Ver­kehrs­op­fer­hilfe down­loa­den. Die Ver­kehrs­op­fer­hilfe ist zudem für Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che bei Fah­rer­flucht zustän­dig und wenn die Ver­si­che­rung des Unfall­geg­ners kei­nen Scha­den­re­gu­lie­rer in Deutsch­land hat oder nicht ange­mes­sen auf Ansprü­che reagiert.

 

  • Wel­ches Recht gilt bei einem Unfall im Aus­land?

Bei einem Unfall im Aus­land gilt immer das Recht des Lan­des, in dem der Unfall pas­siert ist.

 

  • Kön­nen Fahr­zeuge vor Ort repa­riert wer­den?

Der ACV orga­ni­siert die Repa­ra­tur Ihres Fahr­zeugs und küm­mert sich um Ihre Weiter- oder Heim­reise. Sind Sie kein ACV Mit­glied, dann wen­den Sie sich an Ihre Ver­si­che­rung.

 

  • Unfall mit dem Miet­wa­gen – und jetzt?

Ach­ten Sie bei der Buchung eines Miet­wa­gens auf aus­rei­chen­den Ver­si­che­rungs­schutz durch die Haftpflicht- und Voll­kas­ko­ver­si­che­rung. Prü­fen Sie die Höhe von Min­dest­de­ckungs­sum­men der Haft­pflicht­ver­si­che­rung, die unter­schied­lich hoch aus­fal­len kön­nen. In den meis­ten Fäl­len liegt sie unter der in Deutsch­land gel­ten­den Deckungs­summe, wes­halb sich die Mallorca-Police lohnt, wel­che die Haftpflicht-Versicherungssumme für einen Miet­wa­gen im Aus­land auf deut­schen Stan­dard hebt. Von güns­ti­gen Ange­bo­ten mit Selbst­be­tei­li­gung ist drin­gend abzu­ra­ten.

Bei einem Unfall mit einem Miet­wa­gen infor­mie­ren Sie in jedem Fall die Poli­zei, von der Sie sich einen Unfall­be­richt aus­stel­len las­sen soll­ten, und den Ver­mie­ter. Im Hand­schuh­fach Ihres Leih­wa­gens fin­den Sie häu­fig nicht nur die Kon­takt­da­ten des Ver­mie­ters, son­dern auch ein Unfall­pro­to­koll, das Sie zusätz­lich aus­fül­len kön­nen. Foto­gra­fie­ren Sie den Unfall und den Scha­den am Fahr­zeug und gege­be­nen­falls am Fahr­zeug des Unfall­geg­ners aus ver­schie­de­nen Win­keln, um den Unfall­her­gang spä­ter leich­ter rekon­stru­ie­ren zu kön­nen.

Die Unfall­auf­nahme durch die Poli­zei ist unab­ding­bar, da die Ver­si­che­rung von Miet­wa­gen­fir­men häu­fig nur unter Vor­aus­set­zung eines poli­zei­li­chen Unfall­be­richts bezahlt. In eini­gen Län­dern, wie Frank­reich oder Ita­lien, wird die Poli­zei bei gerin­ge­ren Blech­schä­den jedoch nicht tätig. In die­sem Fall ist es rat­sam, mit dem Miet­wa­gen zur nächs­ten Poli­zei­sta­tion zu fah­ren und den Scha­den dort vor Ort auf­neh­men zu las­sen.

Ver­lan­gen Sie bei der Rück­gabe des Fahr­zeugs einen Scha­dens­be­richt vom Ver­mie­ter und rei­chen Sie ihn zusam­men mit dem poli­zei­li­chen Unfall­be­richt, eige­nen Beweis­do­ku­men­ten und der Kopie des Miet­wa­gen­ver­trags sowie der Kau­ti­ons­zah­lung bei der Ver­si­che­rung ein.

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