Unterwegs im Ausland - Grüne Karte

In welchen Ländern ist die Grüne Karte Pflicht?

Bei Fahrten ins Ausland dient die Grüne Karte im Kraftverkehr als Versicherungsnachweis. So ist bei Unfällen eine einfache Schadenregulierung auch über die Ländergrenzen hinweg möglich. Lesen Sie hier mehr zur Grünen Karte.

In welchen Ländern ist die grüne Karte Pflicht?Ob im Urlaub, auf einer Geschäfts­reise oder wäh­rend eines Kurz­trips – Auto­un­fälle pas­sie­ren auch im Aus­land. In die­sem Fall ist es wich­tig, als Kraft­fahr­zeug­hal­ter die Grüne Karte mit sich zu füh­ren. Dabei han­delt es sich um die inter­na­tio­nale Ver­si­che­rungs­karte für Kraft­ver­kehr.

Sie ist Teil eines über­wie­gend euro­päi­schen Sys­tems, das bei Auto­un­fäl­len im Aus­land die Scha­den­re­gu­lie­rung erleich­tern soll. Die Grüne Karte ist zwar nicht in allen euro­päi­schen Län­dern Pflicht, dient aller­dings als Ver­si­che­rungs­nach­weis und ent­hält alle wich­ti­gen Daten für den Fahr­zeug­hal­ter.

Wo ist die Grüne Karte Pflicht?

Das Grüne-Karte-System ist auf Europa und vier außer­eu­ro­päi­sche Län­der begrenzt. Aktu­ell sind 46 Län­der an die­sem Sys­tem betei­ligt. Jeder Mit­glieds­staat muss eine funk­tio­nie­rende Ver­si­che­rungs­wirt­schaft vor­wei­sen, um Schä­den auch im Aus­land regu­lie­ren zu kön­nen. In der EU ist die Grüne Karte als Ein­rei­se­do­ku­ment inzwi­schen nicht mehr nötig. Hier reicht das Kfz-Kennzeichen als Nach­weis für eine vor­han­dene Fahr­zeug­ver­si­che­rung aus. Trotz­dem kann die Ver­si­che­rungs­karte die Scha­den­ab­wick­lung bei einem Unfall im Aus­land erleich­tern. In der EU stellt nur Ita­lien eine Aus­nahme dar, da Poli­zis­ten hier nach einem Scha­den­fall immer noch die Vor­lage des Doku­ments ver­lan­gen.

In den Bal­kan­staa­ten ist die Grüne Karte bei der Ein­reise jedoch Pflicht. Nur der Kosovo erkennt die Ver­si­che­rungs­karte nicht an. Statt­des­sen muss hier an der Grenze eine Grenz­ver­si­che­rung abge­schlos­sen wer­den. Auch bei Fahr­ten in die außer­eu­ro­päi­schen Län­der Iran, Israel, Marokko sowie Tune­sien ist das Mit­füh­ren des Doku­ments not­wen­dig. Bevor Sie ins Aus­land fah­ren, soll­ten Sie des­we­gen die Gül­tig­keit der Grü­nen Karte über­prü­fen.

Ein­heit­li­ches Sys­tem zur Scha­den­re­gu­lie­rung

Bis 1965 mus­ste der Fahr­zeug­hal­ter für jedes Rei­se­land einen eige­nen Ver­si­che­rungs­nach­weis mit­füh­ren. Erst durch die Ein­füh­rung des Grüne-Karte-Abkommens gab es für die betei­lig­ten Staa­ten eine prak­ti­sche und ein­heit­li­che Lösung. Auf der Grü­nen Karte sind das Fahr­zeug, der Fahr­zeug­hal­ter und die Kfz-Versicherungsgesellschaft ver­merkt. Außer­dem gibt sie Aus­kunft über die Staa­ten, für die der Ver­si­che­rer kei­nen Schutz gewährt.

In jedem Mit­glieds­land gibt es ein natio­na­les Grüne-Karte-Büro, das eine Unfall­mel­dung ent­ge­gen­nimmt und für die Bear­bei­tung zustän­dig ist. Damit der Fahr­zeug­hal­ter auch hin­ter der aus­län­di­schen Grenze die rich­tige Anlauf­stelle fin­det, ent­hält die Ver­si­che­rungs­karte die Adres­sen und Kon­takt­da­ten aller Regu­lie­rungs­bü­ros. In Deutsch­land ist das der Ver­ein Deut­sches Büro Grüne Karte e.V. (DBGK) mit Sitz in Ber­lin. Dach­or­ga­ni­sa­tion aller natio­na­len Büros ist das Coun­cil of Bureaux in Lon­don. Dort wer­den die Rege­lun­gen des Grüne-Karte-Systems stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt.

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