Fiat 500X

Citroën Cactus, Fiat 500X und Kia Soul

Sie suchen einen Van, einen Gelän­de­wa­gen oder einen Kombi? Oder von jedem etwas? Dann sind Sie hier rich­tig. Wir haben die bes­ten Autos für Sie her­aus­ge­sucht und ver­gli­chen.

Denn ein Spe­cial Uti­lity Vehi­cle kann heut­zu­tage viele Erschei­nungs­for­men haben. Fast alles, was sich nicht ein­deu­tig den Standard-​Kategorien von Stu­fen­heck, Schräg­heck und Kombi zuord­nen lässt, gilt gemäß der deut­schen Über­set­zung inzwi­schen als „spe­zi­el­les Nützlichkeits-​Vehikel“. Und da die klas­si­schen Karos­se­rie­for­men in wei­ten Tei­len der Bevöl­ke­rung inzwi­schen als aus­ge­spro­chen uncool gel­ten, las­sen sich die Her­stel­ler stän­dig neue Kon­zepte ein­fal­len, die nicht unbe­dingt bes­ser, aber eben anders sind.

Drei davon ste­hen am Start zu die­sem Ver­gleich und schon optisch könn­ten sie kaum unter­schied­li­cher sein: Von Citroën stammt der C4 Cac­tus, der aus­sieht wie ein Gelän­de­wa­gen, dem man eine Luft­ma­tratze auf die Türen geklebt hat. Fiat fer­tigt den 500X, des­sen knuffi­ges Erschei­nungs­bild einem zum Van auf­ge­bla­se­nen Cin­que­cento ähnelt, wäh­rend Kia sei­nen Soul eben­falls in der Van-​Ecke ver­or­tet, mit dem ecki­gen Design aber den exak­ten Gegen­ent­wurf zum rund­li­chen Fiat lie­fert. Für beide Modelle gibt es wei­tere Optio­nen zur Indi­vi­dua­li­sie­rung: Die Zweifarben-​Lackierung des Soul kos­tet 730 Euro extra das Cross-​Design-​Kit, das dem 500X eine milde Offroad-​Optik ver­leiht, ist für 1000 Euro zubuch­bar.

Citroën-​Optik: Aus­sen schräg, innen modern

Citroen Cactus
Citroën Cac­tus: Luft­pols­ter an den Türen sol­len Park­schä­den ver­hin­dern

Neue For­men fin­den sich auch im Inte­ri­eur: Citroën hat sich alter Mar­ken­tu­gen­den beson­nen und dem Cac­tus ein gera­dezu avant­gar­dis­tisch redu­zier­tes Arma­tu­ren­brett spen­diert, aber auch den Kom­fort nicht ver­nach­läs­sigt. Auf den extrem brei­ten Vor­der­sit­zen fühlt man sich fast schon wie auf Omas Sofa. Eher klas­sisch, aber mit ita­lie­ni­scher Leich­tig­keit wohn­lich gestal­tet ist der Fiat, wäh­rend das Kia-​Interieur deut­lich sach­li­cher anmu­tet: Alles ist gut sor­tiert und ordent­lich ver­ar­bei­tet, aber den gewis­sen Pfiff sucht man ver­ge­bens. Dafür bie­tet der Soul den größ­ten Innen­raum: Auf der Rück­bank sitzt es sich etwas beque­mer als im 500X und deut­lich ent­spann­ter als im knapp geschnit­te­nen Cac­tus. Auch fürs Gepäck bie­tet der Kia am meis­ten Platz, doch das sollte nicht allzu schwer sein: Mehr als 383 Kilo darf der Korea­ner nicht zula­den. Der Fiat darf 100 Kilo mehr mit­schlep­pen, bie­tet aber selbst bei kom­plett umge­klapp­ter Rück­lehne nur ein Lade­vo­lu­men von maxi­mal 1000 Litern. Beim Citroën stört die ein­ge­schränkte Varia­bi­li­tät, weil sich die Lehne der Rück­bank nur im Gan­zen umklap­pen lässt.

Alter­na­tive für Spa­rer: Die­sel zum Benziner-​Tarif

Kia Soul
Hoch und breit: coo­ler Kas­ten­wa­gen aus Korea

Preis­lich gese­hen unter­schei­den sich die Test­wa­gen kaum, was jedoch nur an der unter­schied­li­chen Moto­ri­sie­rung liegt. Zum Preis der benzin-​befeuerten Modelle von Fiat und Kia gibt es bei Citroën schon einen Die­sel­mo­tor, der zwar nomi­nell deut­lich weni­ger PS an die Vor­der­achse lie­fert, in der Fahr­pra­xis aber keine nega­ti­ven Begleit­er­schei­nun­gen mit sich bringt. Im Gegen­teil: Die Fahr­leis­tun­gen des Cac­tus sind nicht zuletzt dank sei­nes deut­lich nied­ri­ge­ren Gewichts annä­hernd genau so gut wie die sei­ner Kon­kur­ren­ten, und an der Tank­stelle lässt sich mit ihm eine Menge spa­ren: Zwei Liter Min­der­ver­brauch pro 100 km wir­ken sich im Sprit­bud­get auf Dauer höchst posi­tiv aus, und der Gewichts­vor­teil macht sich auch beim Fahr­ver­hal­ten deut­lich bemerk­bar: In Sachen Hand­lich­keit ist der Fran­zose sei­nen Riva­len aus Ita­lien und Korea spür­bar über­le­gen, ohne seine Insas­sen mit sport­li­cher Fahr­werks­aus­le­gung zu trak­tie­ren. Der Kia federt zwar ähn­lich sanft, fühlt sich dafür aber auch schwer­fäl­li­ger an. Der Fiat dage­gen ist eher straff abge­stimmt und nervt beim Ran­gie­ren zudem mit sei­nem gro­ßen Wen­de­kreis.

Assistenz-​Systeme: Fiat bie­tet die meis­ten

Fiat 500X
Fiat 500X: Taugt dank optio­na­lem All­rad­an­trieb
auch für Offroad-​Ausflüge

Daran kann auch sein seri­en­mä­ßi­ger „Mood Selec­tor“ nichts ändern, mit dem sich die Lenk­kraft­un­ter­stüt­zung per Knopf­druck vari­ie­ren lässt. Zudem sind für den 500X zahl­rei­che wei­tere elek­tro­ni­sche Hel­fer ver­füg­bar: Zum Auf­preis von 990 Euro gibt es ein Fahras­sis­tenz­pa­ket, das neben einem Auf­fahr­warn­sys­tem auch einen Tot­win­kel– und Spurhalte-​Assistent sowie eine Rück­fahr­ka­mera ent­hält. Die Kon­kur­renz ist da weni­ger gut auf­ge­stellt: In der Spirit-​Version des Soul sind zwar Rück­fahr­ka­mera, Park­sen­so­ren und ein Spur­hal­teas­sis­tent seri­en­mä­ßig, ansons­ten sind keine wei­te­ren Hel­fer im Ange­bot.

Noch beschei­de­ner ist die Palette der elek­tro­ni­schen Fahr­hil­fen beim Cac­tus: Abge­se­hen vom ohne­hin gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen ABS und ESP gibt es seri­en­mä­ßig noch einen Brems­as­sis­ten­ten, dar­über hin­aus ist zum Preis von 390 Euro nur ein Park-​Assist-​Paket erhält­lich, das neben Park­sen­so­ren vorn und hin­ten auch eine Rück­fahr­ka­mera und eine selb­stän­dige Ein­park­funk­tion umfasst.

Bil­lige Basis: Den Cac­tus gibt’s ab 13.900 Euro

itroen Cactus
Citroën Cac­tus: Luft­pols­ter an den Türen sol­len Park­schä­den ver­hin­dern

Wer dage­gen auf elek­tro­ni­schen Schnick­schnack und luxu­riöse Extras pfeift, kann im Ver­gleich zu den hier getes­te­ten Ver­sio­nen noch mal rich­tig Geld spa­ren: Der Cac­tus ist in der Basis­ver­sion mit 75-​PS-​Benziner schon ab 13.990 Euro zu haben, für den Soul und den 500X muss man min­des­tens 3000 Euro mehr zah­len.

Rich­tig teuer wird es dage­gen, wenn Trak­tion über alle vier Räder gefragt ist: Als Ein­zi­ger aus dem Test-​Trio lässt sich der Fiat wahl­weise auch mit All­rad­an­trieb ordern und kos­tet dann min­des­tens 26.750 Euro.

Fazit: Citroën Cac­tus, Fiat 500X oder Kia Soul

Die Desi­gner haben ihr Ziel erreicht: Sti­lis­tisch heben sich alle drei Test­kan­di­da­ten vom bie­de­ren Ein­heits­brei auf unse­ren Stra­ßen ab. Ob man sie des­halb auch schön fin­det, ist eine Frage des per­sön­li­chen Geschmacks. Objek­tiv betrach­tet haben die Mini-​SUVs von Fiat und Kia abge­se­hen von der etwas höhe­ren Sitz­po­si­tion aber nur Nach­teile: Sie ver­brau­chen mehr und bie­ten weni­ger als ein ver­gleich­ba­rer Kombi. Ein Kia Ceed Sports­wa­gon bei­spiels­weise kos­tet mit iden­ti­schem Motor und glei­cher Aus­stat­tung wie der getes­tete Soul nur 1000 Euro mehr, bie­tet dafür aber deut­lich mehr Platz fürs Gepäck und ver­braucht weni­ger Sprit. Eher über­zeu­gen kann da der Citroën Cac­tus: Die Reduk­tion in Sachen Gewicht und Aus­stat­tung macht ihn nicht nur preis­güns­ti­ger, son­dern auch zeit­ge­mä­ßer.