Wallbox: Alles über Modelle, Installation und Fördergelder

Die Installation einer Wallbox ist für alle interessant, die ihr Elektroauto bequem zu Hause laden wollen. Der Zeitpunkt ist günstig, denn der Staat gibt derzeit 900 Euro für Kauf und Anschluss dazu. Wir zeigen, wie der Anschluss funktioniert und wie Sie an die Förderung kommen.

Wallbox: Elektroauto-Ladestation für zu Hause

Eine Wallbox ist eine elektrische E-Ladestation für Elektro-Fahrzeuge sowie Plugin-Hybride. Im Gegensatz zu öffentlichen Ladestationen kommt diese im eigenen Zuhause zum Einsatz und kann somit für das Aufladen des eigenen Elektroautos oder Hybrides verwendet werden.

Der Einsatz einer Wallbox stellt eine Alternative zur Verwendung eines speziellen Ladekabels an der üblichen Haussteckdose dar. Denn eine gewöhnliche Steckdose liefert im Vergleich zu einer Wallbox nicht nur eine geringere Leistung, was eine längere Ladedauer zur Folge hat, sondern ist mitunter bei längerem Einsatz auch störungsanfällig und kann im Ernstfall sogar überhitzen und einen Brand verursachen.

Die Anschaffung einer Wallbox kann sich also deutlich lohnen, wenn Sie Ihr E-Auto zu Hause laden möchten. Erfahren Sie hier mehr über die Auswahl der richtigen Wallbox und wie diese installiert, gefördert und angemeldet werden muss.

Welche Unterschiede gibt es bei Wallboxen?

Wallbox ist nicht gleich Wallbox: Welche E-Auto-Ladestation für Sie die richtige ist, ist vor allem abhängig vom Fahrzeug oder den Fahrzeugen, die geladen werden sollen.

So kann bei den Wallboxen einerseits nach Leistung differenziert werden: Wallboxen gibt es mit einer Leistung von 7 kW (230 V, einphasig, 16 A), welche einen 30 kWh-Akku in ca. 10 Stunden vollständig auflädt, mit einer Leistung von 11 kW (400 V, dreiphasig, 16 A), welche für denselben Akku drei Stunden benötigt und mit einer Leistung von 22 kW (400 V, dreiphasig, 32 A), bei der der Ladevorgang lediglich 90 Minuten dauert. Obwohl die besonders leistungsstarke 22 kW-Variante immer mehr im Kommen ist, macht eine Anschaffung einer so leistungsstarken Wallbox nur dann Sinn, wenn das Fahrzeug auch für diese Art des Ladens an der E-Ladestation geeignet ist. 

Andererseits kann bei Wallboxen auch anhand des Ladesteckers an der E-Auto-Ladestation differenziert werden. Der hierzulande am häufigsten vertretene Stecker ist der sogenannte Typ-2-Stecker. Ältere Modelle und Fahrzeuge US-amerikanischer und einiger asiatischer Hersteller verfügen hingegen oftmals über den älteren Typ-1-Stecker zum Anschluss an die Wallbox. Einige japanische Modelle nutzen für den Anschluss an die Wallbox hingegen sogar ganz andere Steckerformate wie den sogenannten Chademo-Stecker. 

Wer bei der Anschaffung einer Wallbox auf maximale Flexibilität setzen möchte, sollte sich demnach nach einer Wallbox mit Steckerbuchse und ohne festinstalliertes Kabel umsehen, sodass für verschiedene Fahrzeuge oder im Fall einer Neuanschaffung weiterhin die alte Ladeanlage mit verschiedenen Adaptern genutzt werden kann. 

Was ist eine intelligente Wallbox?

Intelligente Wallboxen können im Gegensatz zu ungesteuerten Wallboxen Stromstärke und Ladezeiten an die jeweilige Situation vor Ort anpassen und verhindern auf diese Weise Überlastungen des Stromnetzes.

Sie bieten aber auch weitere Vorteile: Zu diesen zählen eingebaute Stromzähler, die Ladestatistiken zur Verfügung stellen sowie oder die Integration in das eigene Smart-Home-Netzwerk mittels Bluetooth oder WLAN.  

Wie wird eine Wallbox installiert? 

Da bei der Installation einer Wallbox mit einem Starkstromanschluss gearbeitet werden muss, sollte diese Tätigkeit nur von Fachpersonal erfolgen. Das kann der Elektroinstallateur ihres Vertrauens sein, inzwischen gibt es aber auch Betriebe, die sich auf Ladestationen spezialisiert haben. In der Regel sind Betriebe, die die Installation einer Wallbox übernehmen, schnell gefunden. Einen auf E-Mobilität spezialisierten Innungsbetrieb in Ihrer Nähe finden Sie etwa hier

Welche Wallbox wird von der KfW gefördert?

Unabhängig von der Art des Steckers oder der Bauweise des Fahrzeugs können für die Anschaffung und Installation einer Wallbox Förderungen und Subventionen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), aber auch bei einigen Bundesländern, Gemeinden und Stromanbietern beantragt werden. So liefert die KfW einen Zuschuss von 900 Euro/Ladepunkt zum Kauf und zur Installation von Ladestationen auf privaten Parkplätzen in Wohngebäuden.

Eigentümer- und Hausbesitzerverbände, Mieter- und Vermieter-Unternehmen, die Ladestationen für gewerbliche Zwecke bauen möchten (z. B. als Kundenparkplätze zum Laden von Firmenfahrzeugen), sind nicht förderfähig. Außerdem müssen für den Zuschuss bestimmte Bedingungen erfüllt werden: gefördert werden nur intelligente Wallboxen mit eine Normalladeleistung von 11 kW, wobei der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien kommen muss. Die KfW fördert folgende Ausgaben:

  • der Kaufpreis einer neuen Ladestation mit 11 kW Ladeleistung und intelligenter Steuerung 
  • die Kosten für Einbau und Anschluss
  • die Kosten eines Energiemanagementsystems zur Steuerung der Ladestation

Muss die Wallbox angemeldet werden?

Zuletzt muss die Wallbox noch angemeldet werden: Gemäß Abschnitt 19 der geltenden "Niederspannungsverbindungsvorschriften" (NAV) müssen ab März 2019 alle Ladegeräte, die eine Ladeleistung von 3,7 kW oder mehr liefern können, beim Netzbetreiber registriert sein. Hierunter fallen in der Regel alle Wallboxen, die für das Laden von Elektrofahrzeugen und Plugin-Hybriden zum Einsatz kommen. 

ACV Tipp

So geht's: Förderung bei der KfW beantragen

Sie möchten sich eine Wallbox installieren und sind an den Fördergeldern von 900 Euro pro Ladepunkt interessiert? Dann besuchen Sie die Webseite der KfW und informieren Sie sich über alle nötigen Anträge und die Konditionen. Dort finden Sie auch alle nötigen Formulare oder Kontaktmöglichkeiten für weitere Fragen.

Die Förderung ist solange möglich, bis die Fördergelder aufgebraucht sind. 

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