Starthilfe: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Frau gibt Starthilfe im Winter

Eine leere Autobatterie kommt meist im ungünstigsten Moment. Mit der richtigen Starthilfe lässt sich das Fahrzeug jedoch oft schnell wieder starten. In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Starthilfe richtig geben, worauf es ankommt und was Sie dafür benötigen.

Starthilfe geben: Das sollten Sie vorab wissen

Starthilfe geben: Das sollten Sie vorab wissen

Eine leere Batterie ist seit Jahrzehnten die Hauptursache für eine Autopanne. Ist der Energiespeicher leer, startet der Motor nicht mehr, die Zentralverriegelung öffnet nicht und Licht gibt es auch keins. Dass die Probleme meist morgens auffallen, wenn man es eilig hat, macht das Ganze noch unangenehmer.

Mit einem Starthilfe- bzw. Überbrückungskabel und einem Hilfsfahrzeug ist es jedoch ohne großen Aufwand möglich, den Motor zu starten und in vielen Fällen auch die Batterie wiederzubeleben. Sollte kein zweites Fahrzeug zur Verfügung stehen, kann man auch auf ein  Starthilfegerät zurückgreifen. Dabei ist wichtig, dass das Gerät ausreichend Leistung besitzt und für den jeweiligen Motor geeignet ist. Viele mobile Starthilfegeräte sind vor allem für Benzinmotoren und kleinere Dieselfahrzeuge ausgelegt.

Übrigens sind auch Elektroautos nicht vor Batterie-Pannen gefeit. Denn auch sie verfügen über eine normale 12-Volt-Starterbatterie, die für Steuerung und Start der großen Traktionsbatterie zuständig ist. Starthilfe kann ein E-Auto daher grundsätzlich empfangen. Als Spenderfahrzeug sind E-Autos in der Regel nicht vorgesehen oder nur unter bestimmten Herstellerauflagen erlaubt. 

Unabhängig vom Fahrzeugtyp gilt: Ob und unter welchen Voraussetzungen Starthilfe erlaubt ist, hängt vom jeweiligen Hersteller ab. Vor der Starthilfe sollten daher die Betriebsanleitungen beider Fahrzeuge geprüft werden, um Schäden am Fahrzeug zu vermeiden und Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Herunterladen können auch Laien einfach Starthilfe geben.

Was, wenn mal kein Hilfsfahrzeug oder Starthilfegerät da ist?

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Starthilfe geben: Die Vorbereitung

Starthilfe geben: Die Vorbereitung

Um Starthilfe zu geben und die Autobatterie zu überbrücken, werden im Wesentlichen zwei Dinge benötigt: ein Starthilfekabel (ein rotes und ein schwarzes Überbrückungskabel mit Klemmzangen an den Kabelenden, mit denen der Kontakt zu den Polen der Autobatterie hergestellt wird) und ein Spenderfahrzeug bzw. eine geladene Autobatterie.

Starthilfekabel gibt es für niedrige zweistellige Beträge. Besondere Sparsamkeit oder der Kauf aus dubioser Quelle ist also weder nötig noch angebracht. Ein Starthilfekabel sollte der DIN-Norm 72553 oder der ISO-Norm 6722 entsprechen und eine ausreichende Dicke haben. Vor allem im Internet oder im Baumarkt werden billige Modelle mit einem Kabelquerschnitt von 16 Quadratmillimetern angeboten, die allenfalls für kleine Benzinmotoren taugen. Besser sind vor allem für Diesel 25 Quadratmillimeter oder bei großvolumigen Motoren sogar 35 Quadratmillimeter. Ist der Kern nicht aus Kupfer, sondern aus Aluminium, sind jeweils noch größere Querschnitte ratsam. 

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Das ist vor dem Anschließen der Kabel zu beachten

  • Vor der Benutzung sollte die Isolation kontrolliert werden. Kabel und Polzangen müssen komplett mit Kunststoff ummantelt sein. Lediglich die Kontakte an den Klemmen dürfen frei liegen.
  • Parken Sie das Fahrzeug mit der funktionierenden Autobatterie möglichst nah am Empfängerfahrzeug und achten Sie darauf, dass sich die Fahrzeuge keinesfalls mit leitenden Teilen berühren.
  • Schalten Sie im Pannenfahrzeug alle elektrischen Verbraucher aus, etwa die Beleuchtung oder die Lüftung.
  • Nehmen Sie bei beiden Fahrzeugen den Gang heraus und ziehen Sie die Handbremse an.
  • Öffnen Sie nun die Motorhauben der beiden Autos.

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1. Pluskabel anschließen

Verbinden mit dem roten Kabel zuerst den Pluspol der vollen Batterie mit dem Pluspol der leeren Autobatterie. Das richtige Anschließen und die Reihenfolge sind besonders wichtig, um Schäden an der Fahrzeugelektronik oder der Batterie zu verhindern.

2. Massepunkt anschließen

Klemmen Sie dann das schwarze Kabel an den Minuspol der vollen Batterie. Das andere Ende wird an einem metallischen, unlackierten Teil am Empfängerfahrzeug befestigt. Der Massepunkt sollte abseits der Batterie liegen, zum Beispiel am Motorblock. Wird die Klemme direkt an die leere Batterie angeschlossen, kann es zu Funkenflug kommen.

3. Motor starten

3. Motor starten

Lassen Sie den Motor des Spenderfahrzeugs an. Erst wenn dieser eine Weile läuft, versuchen Sie, den Motor des Pannenfahrzeugs zu starten. Bei besonders stark entladenen Batterien oder tiefen Temperaturen kann es sich lohnen, ein paar Minuten zu warten. Wenn die Überbrückung auch nach mehreren Sekunden nicht funktioniert, sollten Sie kurz unterbrechen, alle Anschlüsse kontrollieren und es nach einiger Wartezeit noch einmal versuchen. Bringen auch mehrere Versuche nichts, sollte abgebrochen werden. Im ungünstigsten Fall kann es sonst zu Schäden kommen, etwa durch unverbrannten Kraftstoff im Motor.

Hat die Starthilfe geklappt, lassen Sie den Motor beider Fahrzeuge für mehrere Minuten laufen.

4. Elektronische Verbraucher zuschalten

Schalten Sie am Empfängerfahrzeug nach erfolgreicher Starthilfe einige elektrische Verbraucher wie Licht oder Gebläse zu, um Elektronikschäden zu vermeiden. Nachdem der Motor eine Weile gelaufen ist, können Sie die Verbraucher wieder ausschalten, der Motor bleibt jedoch an.

5. Kabel entfernen

Anschließend können Sie die Starthilfekabel wieder entfernen. Und zwar in der umgekehrten Reihenfolge als beim Verbinden: Zuerst wird das schwarze Kabel entfernt, danach können Sie auch die Klemmzangen des roten Kabels von den Pluspolen lösen. Um sicherzugehen, dass die Autobatterie nach der Starthilfe wieder aufgeladen wird, fahren Sie am besten eine Viertel- bis halbe Stunde. Stadtverkehr reicht aus, Autobahn oder Landstraße sind nicht nötig.

Sollte der Wagen trotz erfolgreicher Starthilfe und anschließender Aufladefahrt beim nächsten Startversuch erneut streiken, ist die Batterie eventuell defekt und muss ausgetauscht werden. Sollte auch das keine dauerhafte Besserung bringen, hilft die Werkstatt weiter. Möglicherweise gibt es Probleme mit der Lichtmaschine oder mit Kriechstromverlusten.

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Anleitung

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Download

Damit im Ernstfall auch alles klappt, haben wir hier für Sie eine Anleitung zum Download bereitgestellt.
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► Das Wichtigste auf einen Blick

Kann man auch einem E-Auto Starthilfe geben?

Ja, da auch E-Autos über eine 12-Volt-Batterie verfügen, jedoch können sie in der Regel nur Starthilfe empfangen und sind meist nicht als Spenderfahrzeug vorgesehen.

Warum wird das Minuskabel nicht direkt an die leere Batterie angeschlossen?

So lassen sich Funkenbildung sowie mögliche Schäden an Batterie und Fahrzeugelektronik vermeiden.

Wie lange sollte man nach der Starthilfe fahren?

Mindestens 15 bis 30 Minuten, damit die Batterie wieder ausreichend geladen wird.

Wann ist professionelle Pannenhilfe gefragt?

Wenn die Starthilfe nicht gelingt, kein geeignetes Hilfsmittel vorhanden ist oder Unsicherheit beim Vorgehen besteht.

Wann muss die Batterie überprüft oder ersetzt werden?

Wenn das Fahrzeug nach erfolgreicher Starthilfe kurze Zeit später erneut nicht startet.

„Familie steht vor einem Haus und packt gemeinsam ihr Auto für die Reise, Kofferraum und Türen sind geöffnet.“

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