Fahrrad-Navigation: drei Möglichkeiten für die Tourenplanung

Sie wollen sich auf dem Fahrrad zu einem Ziel oder entlang einer schönen Route lotsen lassen? Dann haben Sie die Wahl zwischen klassischem Navi, Smartphone-App und intelligentem Bordcomputer. Wir stellen vor, was die Apps und Geräte alles können.

Als Radfahrer wollen Sie bei Ihren Ausflügen sicher auf möglichst schönen Strecken abseits der Hauptverkehrsstraßen unterwegs sein und je nach Fitness– und Trainingszustand auch längere Rundkurse und anspruchsvolle Bergstrecken absolvieren.

Bei der Routenplanung und der Navigation lassen Sie sich am besten professionell unterstützen – entweder per Navigationsgerät, Smartphone mit entsprechender App oder einem smarten Bordcomputer. Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten vor.

Navi-Apps: Schon die kostenlosen Apps überzeugen

Bei den Navi-Apps sollten auf jeden Fall Offline-Karten zum Download angeboten werden. Ist das nicht der Fall, ist man stets auf eine Mobilfunkverbindung angewiesen – und die ist in abgelegenen Gebieten, im Wald oder im Ausland mitunter nicht verfügbar.

Google Maps

Seit Mitte letzten Jahres bietet Google Maps auf dem Smartphone eine Download-Funktion: Sie melden sich dazu am Google-Konto an, markieren in der App einen Kartenausschnitt und tippen auf „Download“. Die geladenen Karten werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht, sofern sie nicht aktualisiert werden. Navigation mit der Google-App funktioniert gut. Die Kartendarstellung und die Sprachansagen sind klar verständlich. Allerdings kennt die App nicht alle Schleichwege und führt bei unseren Testfahrten zu oft über stark befahrene Straßen, wo auch eine Route abseits vorhanden ist. Bessere Erfahrungen machen wir mit anderen Apps.

Naviki

Zum Beispiel mit Naviki. Naviki setzt standardmäßig auf eine Online-Karte, die Offline-Variante kostet 5,49 Euro. Zusätzlich gibt es ebenfalls für 5,49 Euro etwa eine spezielle Karte für Mountainbiker, die vorrangig Offroad-Routen, unversiegelte Oberflächen, Wald– und Feldwege sowie ausgeschilderte MTB-Strecken berücksichtigt. Die Bedienung der App ist denkbar einfach. Ein gutes Extra ist die Planung von Rundstrecken in beliebiger Länge. Fahrten können aufgezeichnet und anschließend ausgewertet werden.

Komoot

Die Komoot–App ist mit einer Durchschnittsbewertung von 4,7 (von maximal 5) Punkten im Apple App Store sehr gut bewertet – und das zu Recht. Die App überzeugt uns auf dem iPhone in vielerlei Hinsicht: Zur einfachen Bedienung gesellen sich das sehr umfassende Kartenmaterial und die interessanten Routenempfehlungen.

Die erste sonst 3,99 Euro teure Einzelregion gibt es kostenlos. Weitere Karten lassen sich jederzeit kaufen – das beste Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es mit dem Weltweit-Paket für knapp 30 Euro.

ACV Vorteil

Wussten Sie schon? Als ACV Mitglied erhalten Sie für Ihre nächste Reise eine individuelle Tourenberatung inklusive Reiseführer – und einen Gutscheincode für komoot, damit Sie sich Ihre Zielregion in der App kostenlos freischalten können.

Mit Infos zu Wegbeschaffenheit, Schwierigkeit und Höhenprofil können Sie Ihre nächsten Radtouren bis ins kleinste Detail planen.

Neben den drei vorgestellten Apps gibt es noch viele weitere für die Navigation mit dem Fahrrad. An Komoot und Naviki reicht aber keine andere App heran.

Stand-alone-Navis: ein Auslaufmodell?

Bei den spezialisierten Stand-alone-Navis tut sich derzeit recht wenig. Die 2017 getesteten Geräte Falk Tiger Pro, Garmin Edge Explore 820 und Teasi One 3 eXtend sind immer noch erhältlich. Neue Spezialisten für Radfahrer kommen kaum hinzu – lediglich Garmin und TwoNav treiben die Entwicklung nennenswert voran.

Garmin Edge 1030

Der Garmin Edge 1030 ab rund 500 Euro ist laut Garmin ein „ultimativer GPS-Fahrradcomputer mit Navigations– und Online-Funktionen“. Und in der Tat bietet das Navi neben der Planung von Radtouren und der Navigation zahlreiche nützliche Extras: Dank drahtloser Anbindung an Smartphones können sich mehrere Navis zum Austausch von Nachrichten verbinden.

Mit Track-Funktionen lassen sich Touren in Echtzeit verfolgen. Für Sportler sind die umfassenden Trainingsfunktionen und Auswertungen von besonderem Interesse. Per GPS-Daten und im Zusammenspiel mit gekoppelten Sensoren (ANT+ und Bluetooth LE) lassen sich etwa Herzfrequenz, Trittfrequenz oder Geschwindigkeit darstellen.

Navis von TwoNav

Der Hersteller TwoNav bietet mit Trail Bike (470 Euro), Horizon Bike (430 Euro) und Velo (400 Euro) gleich mehrere aktuelle Navigationsgeräte für Radfahrer an. Wie Garmin setzt TwoNav auf Vernetzungsfunktionen und das Zusammenspiel mit dem Smartphone. Dank Einschub für eine SIM-Karte lässt sich der Notfall-Service SeeMe auch ohne Handy nutzen. Für die Routenplanung und Navigation bietet TwoNav einen umfangreichen Katalog topografischer Karten, Straßenkarten und Karten in 3D, die aber größtenteils kostenpflichtig sind. Dank ANT+ und Bluetooth LE lassen sich kompatible Sensoren zur Messung von Herzfrequenz und Geschwindigkeit mit dem Navi verbinden und in Auswertungen miteinbeziehen.

Insgesamt scheint der Markt der Stand-alone-Navis zu schrumpfen – kein Wunder, angesichts der Konkurrenz teilweiser kostenlosen Navi-Apps. Die Spezialisten im Hochpreis-Segment bieten dennoch vor allem für Sportler auf dem Rennrad und für Mountainbiker nützliche Extras.

Intelligente Bordcomputer für Fahrräder und E-Bikes

SmartHalo

Die Idee vom smarten Fahrrad hat CycleLabs Solutions mit dem SmartHalo verwirklicht. Hierbei handelt es sich nicht um ein klassisches Navi, sondern vielmehr um einen intelligenten Radcomputer. Die Streckenplanung erfolgt über iPhone oder ein Android-Smartphone mit SmartHalo-App.

SmartHalo besitzt kein Display, sondern lediglich einen Leuchtring. Über Lichtsignale bekommt der Radfahrer Hinweise, wann er etwa abbiegen muss. Außerdem zeichnet SmartHalo Aktivitäten auf und stellt sie der App auf dem Smartphone zur Auswertung bereit. Damit nicht genug: Es gibt an der Vorderseite noch ein Fahrlicht mit 200 Lumen Leuchtstärke sowie einen Alarm, der sich lautstark zu Wort meldet, sobald jemand das gesicherte Rad bewegt. SmartHalo ist nur direkt beim Hersteller für rund 170 Euro bestellbar.

COBI

Mit COBI.bike gibt es ein Pendant aus Deutschland, das seine Stärken im Zusammenspiel mit einem E-Bike ausspielt – Voraussetzung hierfür ist ein Bosch-Antrieb. Erhältlich ist das System aber auch für herkömmliche Fahrräder.

Das COBI vereinigt dabei Funktionen für Navigation, Tracking und Smartphone-Steuerung. So kann das Smartphone beispielsweise mit Hilfe von COBI über den Akku des E-Bike geladen werden. Ambitionierte Radfahrer werden sich über die Integration der Dienste Strava und Komoot für die Streckenplanung und –auswertung freuen. Während der Fahrt werden Daten wie Geschwindigkeit, Strecke oder auch der Ladezustand des Bosch-Akkus angezeigt. Durch Wischen lassen sich auch andere praktische Helfer wie Wetter und Navigation, Musik oder Kontakte einblenden. Doch COBI kann noch mehr: Für einen Aufpreis sind auch ein neigbares Frontlicht, ein kabellos gesteuertes Rücklicht oder eine Alarmanlage verfügbar. Im Praxistest hinterlässt COBI einen guten und ausgereiften Eindruck. Preislich liegt das System über SmartHalo, bietet aber noch mehr Zusatzfunktionen.

Fazit

Welches Fahrrad-Navi für welchen Typ?

Alle drei Navi-Möglichkeiten – Stand-alone-Navi, Smartphone-App und Bordcomputer – haben einen gewissen Charme und wissen im Praxistest zu überzeugen. Letztendlich kommt es auf die geplante Nutzung und auf das persönliche Budget an.

  • Für die Streckenplanung innerhalb einer Stadt reicht Google Maps vollkommen aus.
  • Ausgiebige Tagestouren lassen sich mit Komoot und Naviki sowie den Stand-alone-Navis perfekt planen und auswerten.
  • Die Stand-alone-Navis richten sich zunehmend an Mountainbiker und Radsportler, die ihr Training kontrollieren wollen oder in der Gruppe unterwegs sind.
  • Ein smarter Bordcomputer mit seinen Navi-Funktionen ist für Technikbegeisterte ein cooles Gadget.

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