Sie wollen sich auf dem Fahrrad zu einem Ziel oder entlang einer schönen Route lotsen lassen? Dann haben Sie die Wahl zwischen klassischem Navi, Smartphone-App und intelligentem Bordcomputer. Wir stellen vor, was die Apps und Geräte alles können.
Google Maps
Seit Mitte letzten Jahres bietet Google Maps auf dem Smartphone eine Download-Funktion: Sie melden sich dazu am Google-Konto an, markieren in der App einen Kartenausschnitt und tippen auf „Download“. Die geladenen Karten werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht, sofern sie nicht aktualisiert werden. Navigation mit der Google-App funktioniert gut. Die Kartendarstellung und die Sprachansagen sind klar verständlich. Allerdings kennt die App nicht alle Schleichwege und führt bei unseren Testfahrten zu oft über stark befahrene Straßen, wo auch eine Route abseits vorhanden ist. Bessere Erfahrungen machen wir mit anderen Apps.
Naviki
Zum Beispiel mit Naviki. Naviki setzt standardmäßig auf eine Online-Karte, die Offline-Variante kostet 5,49 Euro. Zusätzlich gibt es ebenfalls für 5,49 Euro etwa eine spezielle Karte für Mountainbiker, die vorrangig Offroad-Routen, unversiegelte Oberflächen, Wald– und Feldwege sowie ausgeschilderte MTB-Strecken berücksichtigt. Die Bedienung der App ist denkbar einfach. Ein gutes Extra ist die Planung von Rundstrecken in beliebiger Länge. Fahrten können aufgezeichnet und anschließend ausgewertet werden.
Stand-alone-Navis: ein Auslaufmodell?
Bei den spezialisierten Stand-alone-Navis tut sich derzeit recht wenig. Die 2017 getesteten Geräte Falk Tiger Pro, Garmin Edge Explore 820 und Teasi One 3 eXtend sind immer noch erhältlich. Neue Spezialisten für Radfahrer kommen kaum hinzu – lediglich Garmin und TwoNav treiben die Entwicklung nennenswert voran.
Navis von TwoNav
Der Hersteller TwoNav bietet mit Trail Bike (470 Euro), Horizon Bike (430 Euro) und Velo (400 Euro) gleich mehrere aktuelle Navigationsgeräte für Radfahrer an. Wie Garmin setzt TwoNav auf Vernetzungsfunktionen und das Zusammenspiel mit dem Smartphone. Dank Einschub für eine SIM-Karte lässt sich der Notfall-Service SeeMe auch ohne Handy nutzen. Für die Routenplanung und Navigation bietet TwoNav einen umfangreichen Katalog topografischer Karten, Straßenkarten und Karten in 3D, die aber größtenteils kostenpflichtig sind. Dank ANT+ und Bluetooth LE lassen sich kompatible Sensoren zur Messung von Herzfrequenz und Geschwindigkeit mit dem Navi verbinden und in Auswertungen miteinbeziehen.
Insgesamt scheint der Markt der Stand-alone-Navis zu schrumpfen – kein Wunder, angesichts der Konkurrenz teilweiser kostenlosen Navi-Apps. Die Spezialisten im Hochpreis-Segment bieten dennoch vor allem für Sportler auf dem Rennrad und für Mountainbiker nützliche Extras.