Wohnmobil-Check: Fit für die neue Camping-Saison

Eine Person wäscht ein Wohnmobil

Bevor Sie sich mit dem Wohnmobil auf Tour begeben, sollten Sie das Fahrzeug gründlich durchchecken. Gerade nach der Winterpause können Technik, Reifen oder Dichtungen gelitten haben. Mit dieser Checkliste denken Sie an alle wichtigen Schritte für einen sicheren Saisonstart.

Außenreinigung und Sichtprüfung

Außenreinigung und Sichtprüfung

Bevor Sie mit dem Wohnmobil starten, empfiehlt sich eine gründliche Reinigung. Fahren Sie dazu am besten in eine SB-Waschanlage. Arbeiten Sie nicht mit zu hohem Wasserdruck, um Lack, Kunststoffe oder Lüftungsgitter nicht zu beschädigen.

Schäumen Sie das Fahrzeug mit einem milden Reinigungsmittel ein und spülen Sie es gründlich ab. Achten Sie besonders auf die Windschutzscheibe, da Schlieren und Schmutz die Sicht beeinträchtigen können.

Vergessen Sie Dach, Unterboden und Radkästen nicht. Dort sammeln sich über den Winter Schmutz und Salzrückstände. Kontrollieren Sie beim Reinigen auch tragende Teile und den Fahrzeugrahmen auf Rost oder Korrosionsansätze. Prüfen Sie außerdem Markise und Dachaufbauten auf Beschädigungen und testen Sie deren Funktion vor der ersten Reise.

Pflegen Sie zum Abschluss die Gummidichtungen an Türen und Fenstern, damit sie geschmeidig bleiben und keine Risse entstehen. 

Innenraum und Wassersystem vorbereiten

Innenraum und Wassersystem vorbereiten

Auch wenn das Wohnmobil vor der Winterpause gereinigt wurde, lohnt sich vor der ersten Fahrt eine erneute Kontrolle. Entfernen Sie Staub und Schmutz von Möbeln, Polstern und Stauräumen. Reinigen Sie Küche, Kühlschrank und Bad gründlich.

Überprüfen Sie die Dichtung der Camping-Toilette. Frisch- und Abwassertank sollten nach der Standzeit gründlich gespült und desinfiziert werden. Anschließend mit klarem Wasser nachspülen, um Rückstände zu entfernen.

Achten Sie auf mögliche Frostschäden an Leitungen, Armaturen oder der Wasserpumpe. Tropfstellen, Druckverlust oder ungewöhnliche Geräusche können Hinweise auf Undichtigkeiten sein. Kontrollieren Sie gegebenenfalls eingesetzte Wasserfilter.

Prüfen Sie Stauräume, Polster und Ecken auf Feuchtigkeit oder Schimmelbildung. Lassen Sie beim Reinigen Fenster und Türen geöffnet, damit das Fahrzeug gut durchlüftet wird. Lüften Sie Polster und Matratzen ebenfalls gründlich.

Reifen, Bremsen und Flüssigkeiten prüfen

Reifen, Bremsen und Flüssigkeiten prüfen

Die Reifen gehören zu den häufigsten Schwachstellen nach längerer Standzeit. Prüfen Sie Profiltiefe, Luftdruck und Alter. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Restprofil. Wir empfehlen jedoch mindestens 3 bis 4 Millimeter, um bei Nässe eine sichere Fahrt zu gewährleisten und das Risiko von Aquaplaning zu verringern.

Das Alter erkennen Sie an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Ab etwa sechs Jahren sollten Reifen kritisch geprüft werden. Für Tempo-100-Gespanne gilt: Die Reifen dürfen maximal sechs Jahre alt sein.

 

Kontrollieren Sie außerdem:

  • Motoröl
  • Kühlmittel
  • Bremsflüssigkeit
  • Scheibenwischwasser

 

Prüfen Sie auch die Bremsanlage auf Funktion. Nach längerer Standzeit kann sich auf Bremsscheiben Flugrost bilden. Ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen bei der Probefahrt sollten ernst genommen werden.

Gerade bei Wohnmobilen mit hoher Achslast ist der vom Hersteller empfohlene Luftdruck entscheidend.

Batterie und Bordelektrik testen

Batterie und Bordelektrik testen

Starter- und Aufbaubatterie verlieren im Winter häufig an Leistung. Prüfen Sie den Ladezustand und laden Sie die Batterien bei Bedarf nach.

Testen Sie die Bordelektrik vollständig: Innen- und Außenbeleuchtung, 12-Volt-Anlage, Steckdosen, Ladegerät und Hupe. Falls vorhanden, sollten auch Solaranlage, Wechselrichter und Klimaanlage auf ihre Funktion geprüft werden.

Kontrollieren Sie außerdem das Landstromkabel und den FI-Schutzschalter. Prüfen Sie dabei auch Sicherungen und Leitungen auf sichtbare Schäden.

Gasanlage und Sicherheitsausstattung

Gasanlage und Sicherheitsausstattung

Gasbetriebene Geräte wie Heizung, Kocher oder Kühlschrank müssen einwandfrei funktionieren.

Für Wohnmobile und Wohnwagen mit fest verbauter Flüssiggasanlage ist die Gasprüfung alle zwei Jahre verpflichtend. Die Prüfpflicht ergibt sich aus § 60 StVZO in Verbindung mit Anlage VIII. Sie ist nicht Bestandteil der Hauptuntersuchung, muss jedoch für die Erteilung der HU-Plakette nachgewiesen werden.

Überprüfen Sie Schläuche, Druckminderer und Anschlüsse auf sichtbare Beschädigungen. Testen Sie außerdem die Abschaltsicherung der Gasgeräte. Erlischt die Flamme, muss die Gaszufuhr automatisch unterbrochen werden.

Kontrollieren Sie auch Verbandskasten, Warndreieck und Warnwesten. Rauch- oder CO-Melder sowie ein Feuerlöscher sollten funktionsfähig sein.

ACV Info

Besonderheiten bei Wohnwagen-Gespannen

Wer mit Wohnwagen reist, sollte zusätzlich die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger prüfen. Dazu gehören Anhängerkupplung, Steckverbindung, Auflaufbremse sowie Abreißseil und gegebenenfalls eine Antischlingerkupplung.

Beim Thema Gewicht sind die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs sowie die vorgeschriebene Stützlast zu beachten. Beide Werte müssen eingehalten werden.

Gewicht und Beladung richtig planen

Gewicht und Beladung richtig planen

Das zulässige Gesamtgewicht steht in der Zulassungsbescheinigung unter F1, das Leergewicht unter G. Die Differenz ergibt die mögliche Zuladung.

Optionales Zubehör ist im Leergewicht häufig nicht enthalten. Wer sicher gehen möchte, fährt mit dem vollgetankten Fahrzeug auf eine öffentliche Waage.

Schwere Gegenstände gehören möglichst tief und nahe an die Fahrzeugmitte. Überladung kann Bußgelder nach sich ziehen und die Fahrstabilität beeinträchtigen.

Hauptuntersuchung im Blick behalten

Wohnmobile bis 3,5 Tonnen müssen im dritten Jahr nach Erstzulassung zur Hauptuntersuchung, danach alle zwei Jahre.

Zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen ist ab dem fünften Jahr eine jährliche HU vorgeschrieben. Über 7,5 Tonnen gilt ebenfalls der jährliche Rhythmus.

Wer die Frist überschreitet, muss mit Verwarn- oder Bußgeldern rechnen.

ACV Checkliste

Fit für den Saisonstart

Vor der ersten größeren Tour sollten Sie prüfen:

  • Außenreinigung und Dichtungen
  • Innenraum und Wassersystem
  • Reifen, Luftdruck und Alter
  • Bremsen und Flüssigkeiten
  • Batterien und Bordelektrik
  • Gasanlage und Prüfstatus
  • Gewicht, Anhängelast und Stützlast prüfen
  • HU-Termin

Eine kurze Probefahrt rundet den Wohnmobil-Check ab. So lassen sich Bremsverhalten, Lenkung und allgemeine Fahrstabilität überprüfen.

► Das Wichtigste auf einen Blick

Wie oft sollte ich mein Wohnmobil technisch überprüfen?

Mindestens einmal jährlich, idealerweise vor Saisonstart oder nach längerer Standzeit.

Muss ich die Gasprüfung separat von der HU durchführen lassen?

Ja, die Gasprüfung ist eine eigenständige Pflicht und muss unabhängig vom HU-Termin nachgewiesen werden.

Wie erkenne ich, ob meine Wohnmobil-Reifen zu alt sind?

Das Herstellungsdatum finden Sie in der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke.

Was passiert, wenn mein Wohnmobil überladen ist?

Bei Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts drohen Bußgelder und eine Beeinträchtigung der Fahrstabilität.

Reicht eine kurze Probefahrt nach der Winterpause aus?

Eine Probefahrt hilft, Bremsen, Lenkung und ungewöhnliche Geräusche frühzeitig zu erkennen, ersetzt jedoch keine gründliche technische Kontrolle.

„Orangefarbener ACV Abschleppwagen ist vor einem weißen Wohnmobil positioniert um es abzuschleppen, beide Fahrzeuge stehen am Waldrand.“

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