Vier Tipps: Sicheres Fahrradfahren im Winter

Deutschland steigt aufs Fahrrad – auch im Winter. Schnee, Kälte und Dunkelheit erschweren jedoch nicht nur das Vorankommen, sondern erhöhen auch die Unfallgefahr. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dem Wetter trotzen und sicher von A nach B kommen.

Wir sind ehrlich. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, Fahrrad fahren im Winter ist gefährlicher als in den Sommermonaten. Auf vereisten oder verschneiten Straßen haben es Reifen und Bremsen naturgemäß schwerer.

Auch wenn es Ihnen als Radpendler schwerfällt, bei extremen Wetterbedingungen sollten Sie das Rad stehen lassen und auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Ihr Steißbein wird es Ihnen danken.

Tipp 1: Straßen nutzen, wenn Fahrradwege nicht geräumt sind

Grundsätzlich gibt es für Radler keine Pflicht, Fahrradwege zu nutzen. Diese besteht nur dann, wenn die Verkehrsschilder 237, 240 oder 241 einen Fahrradweg ausweisen.  Aber auch diese Pflicht entfällt, wenn die Wege von der zugehörigen Behörde nicht geräumt wurden.

Aus diesem Grund raten wir dazu,  abhängig von den Wetterverhältnissen auf die  Straßen auszuweichen.  Diese werden meistens schneller und besser geräumt als Fahrradwege und ermöglichen somit ein sichereres Vorankommen.

Tipp 2: Winterreifen verbessern den Grip

Wer im Winter regelmäßig mit dem Rad unterwegs ist, sollte Winterreifen genauer unter die Lupe nehmen. Diese Reifen haben dank eines speziellen Reifenprofils und/oder Spikes deutlich bessere Fahreigenschaften auf Schnee und Eis als herkömmliche Fahrradpneus. Hier finden Sie gute Reifenmodelle von Continental und Schwalbe.

Gelegenheitsradler, für die sich Winterreifen nicht lohnen, sollten den Druck ihrer Reifen verringern, um die Aufliegefläche und somit auch den Grip zu erhöhen. Es sollte natürlich ausreichend Luftdruck im Reifen verbleiben, sonst riskieren Sie eine Schädigung der Radfelge.  Mit folgendem Trick können Sie auf kurzen Strecken das Handling deutlich verbessern.

WickeIn Sie in gleichmäßigen Abständen Kabelbinder um die Reifen und schneiden Sie die abstehenden Enden ab. Die Kabelbinder erhöhen die Bodenhaftung und verkürzen den Bremsweg. Eine Einschränkung gibt es jedoch. Dieser Trick ist nur für Räder mit Scheiben oder Trommelbremsen und ohne seitlich verlaufenden Dynamo geeignet. Wir empfehlen diesen Trick nur in Ausnahmesituationen anzuwenden.

ACV Vorteil

Fahrrad-Pannenhilfe

Sollten Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Panne haben oder sogar in einen Unfall verwickelt sein, ist der ACV zur Stelle. Alle ACV Mitglieder profitieren im Rahmen ihrer Mitgliedschaft vom Fahrradschutzbrief, der eine schnelle Pannenhilfe für Fahrradfahrer beinhaltet.

Wir sorgen für Reparatur oder Abschleppdienst und stellen Ihre Weiterfahrt zum Ziel oder Wohnort sicher. Weitere Informationen zum Fahrradschutzbrief finden Sie hier.

Tipp 3: Fahrweise anpassen

Jedoch helfen auch nicht die besten Winterreifen, wenn Sie Ihre Fahrweise nicht an die Wetterbedingungen anpassen. Verlängerten Bremswegen sollten Sie mit verringertem Tempo und größerem Abstand zum Vordermann begegnen. Erhöhte Sturzgefahr besteht bei abrupten Lenkbewegungen, deswegen empfehlen wir vor Kurven maßvoll einzulenken und somit die Sturzgefahr zu minimieren.

Tipp 4: Gute Ausrüstung - verbesserte Sicherheit

Gute Beleuchtung und ausreichende Reflektoren sind die Grundvoraussetzung, um zu sehen und gesehen zu werden. Wir empfehlen Vor- und Rückleuchten vom Hersteller Sigma, die auf der einen Seite einfach zu handhaben und darüber hinaus StVZO-konform sind. Das heißt, dass die Leuchten ausreichend Leuchtkraft besitzen.

Neben dem Fahrrad sollten aber auch Sie Ihre Ausrüstung den Wetterbedingungen anpassen. Dazu gehören luftundurchlässige Handschuhe, da diese zum einen die Finger warm halten und gegenüber Fäustlingen den Vorteil haben, dass Sie problemlos Bremse und Schaltung bedienen können.

Mit ansteckbaren Schutzblechen können auch Rennradfahrer ihren Rücken und ihre Hosenbeine vor aufspritzendem Schnee und Schlamm schützen. Schuhüberzieher ermöglichen bei Schnee und Regen trockenen Fußes das Ziel zu erreichen. Eine Warnweste oder eine reflektierende Regenjacke erhöht Ihre Sichtbarkeit insbesondere für den motorisierten Verkehr.

Zusätzlich sollten Sie unabhängig von der Wetterlage einen Helm tragen, der Sie vor Kopfverletzungen schützt.

Die beweglichen und metallischen Teile Ihres Fahrrads, z. B. Kette und Schaltung, leiden besonders unter Streusalz, Schnee und Regen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, diese regelmäßig zu reinigen und zu ölen. So vermeiden Sie einen vorzeitigen Besuch beim Zweiradmechaniker.

ACV Fazit

Vorsicht walten lassen

Fahrrad fahren macht Spaß und ist insbesondere in Städten oft das schnellste und gleichzeitig umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Im Winter sollten Sie aber Vorsicht walten lassen und sich auf die Witterungsbedingungen einstellen.

Bei Glatteis und massivem Schnellfall ist das Fahrrad im Keller jedoch besser aufgehoben als auf der Straße. Öffentliche Verkehrsmittel sind dann die bessere Alternative.  

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