H-Kennzeichen beantragen: Voraussetzungen, Kosten und Pflichten
Ein H-Kennzeichen ist ein besonderes Nummernschild für historische Fahrzeuge. Das „H“ steht für „historisch“ und zeigt, dass das Fahrzeug als erhaltenswertes Kulturgut anerkannt ist. Ein H-Kennzeichen bekommt allerdings nicht jedes ältere Fahrzeug automatisch, denn dafür gelten klare Voraussetzungen. Der ACV erklärt, welche Vorteile das H-Kennzeichen bringt, wie Sie es beantragen und was Sie bei Nutzung und Zulassung beachten sollten.
Welche Vorteile hat ein H-Kennzeichen?
Welche Vorteile hat ein H-Kennzeichen?
Ein H-Kennzeichen lohnt sich vor allem für alle, die ihren Oldtimer nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßig im Straßenverkehr nutzen möchten. Denn es kann finanzielle Vorteile bei Kfz-Steuer und Versicherung bringen und ermöglicht außerdem Fahrten in Umweltzonen auch ohne grüne Plakette.
Kfz-Steuer:
Fahrzeuge mit H-Kennzeichen profitieren von einer Steuervergünstigung, denn die Kfz-Steuer wird unabhängig von Hubraum und Emissionswerten pauschal berechnet. Für einen entsprechend zugelassenen Oldtimer beträgt die Kfz-Steuer rund 192 Euro pro Jahr (Stand 2025). Für Motorräder, die als Oldtimer gelten, werden jährlich etwa 46 Euro fällig.
Versicherung:
Versicherungen für Oldtimer sind oft günstiger als für moderne Fahrzeuge, da viele Versicherer spezielle Tarife anbieten. In der Regel wird dafür eine Oldtimer-Versicherung abgeschlossen (z. B. Teil- oder Vollkasko). Die Prämien hängen vom Wert des Fahrzeugs und der gewählten Deckung ab, sind aber meist niedriger als bei normalen Pkw. Viele Versicherer knüpfen den Versicherungsschutz außerdem an bestimmte Voraussetzungen, zum Beispiel eine begrenzte jährliche Fahrleistung und die Nutzung als Zweitfahrzeug.
Umweltzone:
Ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen darf grundsätzlich auch ohne grüne Umweltplakette in Umweltzonen fahren. Einzelne Städte können jedoch zusätzliche Regelungen festlegen. Informieren Sie sich daher vor Fahrten in Innenstädte über die örtlichen Vorgaben.
Wie bekommt man ein H-Kennzeichen?

Wie bekommt man ein H-Kennzeichen?
Der Weg zum H-Kennzeichen führt über eine kostenpflichtige Oldtimer-Begutachtung nach § 23 StVZO. Diese wird von anerkannten Prüfstellen wie TÜV, DEKRA oder GTÜ durchgeführt. Sie bestätigt, dass das Fahrzeug ein „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ ist und weitestgehend dem Originalzustand entspricht oder zeitgenössische Änderungen aufweist. Das Oldtimer-Gutachten kostet je nach Prüfstelle etwa 100 bis 200 Euro. Insgesamt sollten Sie für Gutachten, Zulassung und Schilder grob mit etwa 200 bis 400 Euro rechnen.
Bei der Begutachtung kommt es vor allem auf diese Punkte an:
Alter und Nachweis der Historie
Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein und in seiner ursprünglichen Form erhalten sein. Oft ist außerdem ein Nachweis über das Alter und die Historie des Fahrzeugs erforderlich, zum Beispiel durch Fahrzeugpapiere oder eine Historienbestätigung.
Originalzustand und zulässige Änderungen
Das Fahrzeug sollte weitestgehend im Originalzustand sein. Modifikationen, die die historische Substanz verändern, sind nur in Ausnahmefällen erlaubt. Das umfasst sowohl die technischen Grundlagen als auch die optische Erscheinung, also auch den Lack.
Allerdings gibt es bei der Farbgebung und Lackierung gewisse Spielräume. Umlackierungen sind grundsätzlich möglich, solange sie nicht die historische Substanz des Fahrzeugs verfälschen oder den Charakter des Autos verändern. Wichtig ist, dass die Lackierung authentisch wirkt und zum früheren Erscheinungsbild passt. Es empfiehlt sich, vor größeren Änderungen Rücksprache mit einer anerkannten Prüforganisation (z. B. TÜV) oder einem Experten für Oldtimer zu halten, um sicherzugehen, dass die Änderungen mit den Anforderungen für das H-Kennzeichen vereinbar sind.
Technischer Zustand und HU
Das Fahrzeug muss verkehrssicher sein und den allgemeinen technischen Anforderungen entsprechen. Die Hauptuntersuchung (HU) ist ebenfalls eine Voraussetzung für das H-Kennzeichen. Sie ist wie bei anderen Pkw in der Regel alle zwei Jahre fällig.
Antrag bei der Zulassungsstelle
Wenn die Begutachtung erfolgreich war, können Sie im nächsten Schritt das H-Kennzeichen bei der Zulassungsstelle beantragen. Halten Sie dafür das Gutachten, den Fahrzeugschein und den Fahrzeugbrief sowie den Nachweis einer gültigen Haftpflichtversicherung (eVB-Nummer) und einen gültigen Ausweis bereit.
H-Kennzeichen beantragen
- Fahrzeug ist mindestens 30 Jahre alt
- Originalzustand ist weitgehend erhalten (Umbauten/Änderungen sind zeitgenössisch oder abgestimmt)
- Nachweise zur Historie liegen vor (z. B. Fahrzeugpapiere, Historienbestätigung)
- Oldtimer-Begutachtung nach § 23 StVZO durchführen lassen
- Hauptuntersuchung (HU) ist gültig bzw. wird im Rahmen der Begutachtung erledigt
- Versicherung klären (Oldtimer-Versicherung, gewünschter Schutz)
- Antrag bei der Zulassungsstelle stellen (H-Kennzeichen eintragen lassen)
Optional:
- Sicherheitsausstattung prüfen (z. B. Gurte, Kindersicherung)
Welche Rechte und Pflichten gelten beim Fahren mit H-Kennzeichen?

Welche Rechte und Pflichten gelten beim Fahren mit H-Kennzeichen?
Mit einem H-Kennzeichen darf das Fahrzeug ganz normal im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Viele Oldtimer-Fans fahren damit zum Beispiel zu Treffen, Ausfahrten oder Museumsfahrten. Grundsätzlich sind auch Alltagsfahrten möglich.
Wie bei jedem anderen Pkw muss das Fahrzeug regelmäßig zur Hauptuntersuchung (HU) vorgeführt werden. Das H-Kennzeichen muss bei der Zulassung und bei Kontrollen gut sichtbar sein. Umbauten, die die historische Substanz betreffen, sollten vorab mit einer Prüforganisation abgestimmt werden. Bei Verkauf des Fahrzeugs ist eine Ummeldung notwendig.
Wichtig: Eine dauerhafte Nutzung als reines Nutzfahrzeug im gewerblichen Einsatz passt in der Regel nicht zum Zweck der H-Zulassung. Wer das Fahrzeug regelmäßig gewerblich nutzen möchte, sollte sich vorab bei der Zulassungsstelle oder einer Prüforganisation informieren.
H-Kennzeichen oder 07er-Kennzeichen?
Häufig wird das H-Kennzeichen mit dem roten 07er-Kennzeichen verwechselt, das ebenfalls für Oldtimer gedacht ist. Während das H-Kennzeichen grundsätzlich eine normale Nutzung im Straßenverkehr erlaubt, ist das 07er-Kennzeichen in der Regel auf bestimmte Fahrten beschränkt, zum Beispiel Probe- und Prüfungsfahrten oder Fahrten zu Oldtimer-Veranstaltungen.
Gurtpflicht: Muss ein Dreipunktgurt nachgerüstet werden?
Gurtpflicht: Muss ein Dreipunktgurt nachgerüstet werden?
In Deutschland besteht für Oldtimer, die vor dem 1. April 1970 erstmals zugelassen wurden, keine generelle Nachrüstpflicht für Sicherheitsgurte. Für Fahrzeuge mit späterer Erstzulassung gelten die Vorschriften, die zum Zeitpunkt der Erstzulassung gültig waren. Wenn Sicherheitsgurte vorhanden sind, müssen diese auch angelegt werden.
Auch wenn keine Pflicht besteht, kann eine Nachrüstung sinnvoll sein, insbesondere mit Dreipunktgurten. Sie erhöhen den Schutz der Insassen im Falle eines Unfalls deutlich. Wichtig ist, dass Nachrüstlösungen zugelassen sind und fachgerecht eingebaut werden.
Für Kinder gelten besondere Regelungen: Kinder unter drei Jahren dürfen grundsätzlich nicht in Fahrzeugen ohne Gurte mitfahren. Kinder ab drei Jahren, die kleiner als 1,50 Meter sind, dürfen nur mit geeigneter Sicherung transportiert werden. Im Zweifel lohnt sich vorab eine Rücksprache mit Prüforganisation oder Fachwerkstatt.
Fazit
Ein H-Kennzeichen kann sich für historische Fahrzeuge lohnen, vor allem durch die pauschale Kfz-Steuer und mögliche Vorteile bei der Versicherung. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug die Anforderungen an Originalzustand, Historie und Verkehrssicherheit erfüllt. Wer die Begutachtung gut vorbereitet und geplante Änderungen frühzeitig abstimmt, kommt in der Regel unkompliziert zur H-Zulassung.
Was ist ein H-Kennzeichen?
Ein H-Kennzeichen ist ein amtliches Kennzeichen für mindestens 30 Jahre alte Fahrzeuge, die als historisches Kulturgut anerkannt sind.
Welche Voraussetzungen gelten für ein H-Kennzeichen?
Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt, weitgehend original erhalten und verkehrssicher sein sowie ein Gutachten nach § 23 StVZO bestehen.
Wie hoch ist die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen?
Für Pkw beträgt die pauschale Kfz-Steuer rund 192 Euro pro Jahr, unabhängig von Hubraum oder Emissionsklasse.
Darf ich mit H-Kennzeichen in Umweltzonen fahren?
Ja, Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen grundsätzlich auch ohne grüne Plakette in Umweltzonen unterwegs sein.
Was ist der Unterschied zwischen H- und 07er-Kennzeichen?
Mit dem H-Kennzeichen ist eine reguläre Nutzung im Straßenverkehr erlaubt, während das 07er-Kennzeichen auf bestimmte Fahrten beschränkt ist.

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