Wildunfall

Wildunfall: Checkliste und Schadenregulierung

Wildunfälle sind besonders im Frühjahr keine Seltenheit, denn dann fällt der Berufsverkehr in die Dämmerzeit, zu der Bambi auf Nahrungssuche ist. Der ACV rät, insbesondere jetzt auf Wildwechsel zu achten.

In Deutsch­land wer­den rund 2.000 Men­schen bei jähr­lich über 200.000 Wild­un­fäl­len ver­letzt. Ab einer Geschwin­dig­keit von 80 km/h kann der Zusam­men­stoß mit Wild für Tier und Men­sch töd­lich enden, aber bereits ab 50 km/h müs­sen Auto­fah­rer mit erheb­li­chen Schä­den am Auto rech­nen.

Hohes Risiko für Motor­rad­fah­rer

Die Unfall­ge­fahr ist vor allem in Wald- und Wie­sen­ge­bie­ten beson­ders hoch. Für Motor­rad­fah­rer sind Wild­un­fälle beson­ders gefähr­lich. Wäh­rend Auto­fah­rer oft mit einem Blech­scha­den weg­kom­men, kann der Zusam­men­stoß mit einem Reh oder Wild­schwein für Motor­rad­fah­rer töd­lich enden.

Wild­un­fall – und jetzt?

1. Zunächst muss die Unfall­stelle für den nach­fol­gen­den Ver­kehr abge­si­chert wer­den.

2. Auch wenn das Tier nach der Kol­li­sion ver­schwin­det, müs­sen Wild­un­fälle grund­sätz­lich gemel­det wer­den.

3. Ver­stän­di­gen Sie die Poli­zei oder das Forst­amt, die Ihnen zudem eine Beschei­ni­gung für Ihre Ver­si­che­rung aus­stellt.

4. Zur eige­nen Beweis­si­che­rung emp­fiehlt es sich, Fotos vom Unfall­ort aus ver­schie­de­nen Win­keln auf­zu­neh­men und Schä­den am Auto genau zu doku­men­tie­ren.

Bei einem Wild­un­fall besteht Mel­de­pflicht

Kommt der Fah­rer sei­ner Mel­de­pflicht nicht nach und lässt das Tier am Fahr­bahn­rand zurück, begeht er damit einen Ver­stoß gegen das Tier­schutz­ge­setz. Nimmt er das Tier mit, erfüllt er den Straf­tat­be­stand der Wil­de­rei, auf den eine Straf­an­zeige fol­gen kann.

Trägt die Ver­si­che­rung die Kos­ten?

Infor­mie­ren Sie Ihre Kas­ko­ver­si­che­rung über den Unfall und rei­chen Sie die Beschei­ni­gung ein. Ein Wild­scha­den hat kei­nen Ein­fluss auf den Scha­den­frei­heits­ra­batt.

Ein Wild­un­fall ist eine Kol­li­sion eines sich in Bewe­gung befind­li­chen Fahr­zeugs mit Haar­wild. Unter Haar­wild ver­steht man zum Bei­spiel Rehe, Hir­sche, Wild­schweine, Füchse und Hasen.

Die Ver­si­che­rung greift nicht bei Unfäl­len mit Nutz­tie­ren wie Kühen oder Scha­fen sowie mit Hun­den und Vögeln.

Wildwechsel

Unfälle und Schä­den, die durch Aus­weich­ma­nö­ver ent­stan­den sind, sind in der Regel keine Wild­un­fälle. Die Nach­weis­pflicht eines ent­stan­de­nen Scha­dens durch einen Ret­tungs­ver­such obliegt dem Geschä­dig­ten gegen­über sei­ner Ver­si­che­rung.

Rich­ti­ges Ver­hal­ten bei Wild­wech­sel

Jetzt heißt es in Gefah­ren­be­rei­chen Fuß vom Gas neh­men und den Fahr­bahn­rand im Auge behal­ten. Auto­fah­rer soll­ten ins­be­son­dere auf reflek­tie­rende Tier­au­gen ach­ten.

Falls Rehe und Co. auf die Straße tre­ten, kann Hupen dabei hel­fen, sie zu ver­trei­ben, Fern­licht dage­gen führt zur Blen­dung und Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit der Tiere. Einem ein­zel­nen Tier auf der Straße, warnt der ACV, kön­nen wei­tere aus dem Rudel fol­gen.

Auch wenn eine Kol­li­sion mit dem Tier nicht zu ver­mei­den ist, wei­chen Sie auf kei­nen Fall aus. Aus­weich­ma­nö­ver gefähr­den den Fah­rer und den Gegen­ver­kehr und kön­nen schwere Unfälle ver­ur­sa­chen.

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