Wohnwagen fahren: Die wichtigsten Regeln in Europa

Ein weißes Auto fährt mit einem Gespann über die Autobahn

Wer mit dem Wohnwagen ins Ausland fährt, muss je nach Reiseland unterschiedliche Vorschriften beachten. Tempolimits, Maut, Zusatzspiegel oder die Gasanlage: Schon kleine Unterschiede können zu Bußgeldern oder Problemen auf der Reise führen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Regeln in Europa besonders wichtig sind.

Welche Regeln gelten für Wohnwagen auf der Autobahn?

Welche Regeln gelten für Wohnwagen auf der Autobahn?

In Deutschland dürfen Wohnwagen-Gespanne auf dreispurigen Autobahnen außerhalb von Ortschaften den ganz linken Fahrstreifen nicht zum Überholen benutzen. Eine ähnliche Spurregel gilt auch in der Schweiz für Gespanne. Befindet sich beispielsweise ein Lkw auf dem mittleren Fahrstreifen, dürfen betroffene Wohnwagen-Gespanne daher nicht links überholen.

Ist ein Zusatzspiegel beim Wohnwagen fahren notwendig?

Ist ein Zusatzspiegel beim Wohnwagen fahren notwendig?

Zusatzaußenspiegel sind vorgeschrieben, wenn der Wohnwagen die Sicht nach hinten einschränkt. Sind bei gerade stehendem Gespann die hinteren Ecken des Wohnwagens in den Außenspiegeln nicht sichtbar, müssen sie montiert werden. Unabhängig von der gesetzlichen Pflicht sorgen sie für eine bessere Sicht nach hinten und erhöhen die Sicherheit beim Spurwechsel und Überholen.

Ist die Hollandöse beim Wohnwagen fahren Pflicht?

Ist die Hollandöse beim Wohnwagen fahren Pflicht?

In Deutschland ist ein Abreißseil für gebremste Wohnwagen vorgeschrieben. Viele Anhängerkupplungen verfügen bereits über eine Öse, an der das Abreißseil befestigt werden kann. Fehlt diese, kann sie mit einer Hollandöse nachgerüstet werden. Die Hollandöse selbst ist in Deutschland nicht vorgeschrieben. Entscheidend ist hierzulande, dass das Abreißseil sicher an der Anhängerkupplung befestigt ist.

Wichtig zu wissen: Im Ausland gelten teilweise strengere Vorschriften. In den Niederlanden muss das Abreißseil beispielsweise fest an einer geeigneten Öse oder Halterung befestigt werden. Informieren Sie sich deshalb vor Reiseantritt über die geltenden Bestimmungen Ihres Reiselandes.

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Gilt die Gasprüfungspflicht auch im Ausland?

Gilt die Gasprüfungspflicht auch im Ausland?

Seit Juni 2025 ist in Deutschland für Wohnwagen mit Gasanlage alle zwei Jahre eine Gasprüfung vorgeschrieben. Den Nachweis sollten Sie während der Fahrt mitführen und auf Verlangen vorzeigen können.

Auch im Ausland kann eine gültige Gasprüfung wichtig sein. Eine einheitliche gesetzliche Pflicht gibt es dort zwar meist nicht, aber viele Camping- und Stellplatzbetreiber verlangen in einigen Ländern einen entsprechenden Nachweis, bevor Wohnwagen oder Caravans auf den Platz dürfen. Fehlt dieser, kann die Nutzung des Stell- oder Campingplatzes verweigert werden.

Um Probleme auf Reisen zu vermeiden, sollte die Gasprüfung vor Reiseantritt gültig sein und entsprechend dokumentiert werden.

Wie vermeide ich eine Überladung des Wohnwagens?

Eine Überladung kann das Fahrverhalten deutlich verschlechtern, den Bremsweg verlängern und die Fahrstabilität beeinträchtigen. Zudem drohen je nach Land Bußgelder, wenn das zulässige Gesamtgewicht überschritten wird.

Vor jeder Reise sollten Sie deshalb das zulässige Gesamtgewicht Ihres Wohnwagens prüfen. Berücksichtigen Sie dabei auch Gepäck, Fahrräder, Markise, Gasflaschen oder weiteres Zubehör. Das tatsächliche Gewicht lässt sich beispielsweise auf einer öffentlichen Fahrzeugwaage kontrollieren.

Ein weiterer Blick lohnt sich auf die Stützlast. Sie beeinflusst das Fahrverhalten des Gespanns und darf den in den Fahrzeugpapieren angegebenen Wert nicht überschreiten.

Dürfen Mitfahrer während der Fahrt im Wohnwagen sein?

Dürfen Mitfahrer während der Fahrt im Wohnwagen sein?

Die Antwort ist eindeutig: Nein. Während der Fahrt dürfen sich keine Personen im Wohnwagen aufhalten. Das gilt nicht nur in Deutschland, sondern in nahezu allen europäischen Ländern.

Der Grund liegt in der Sicherheit. Wohnwagen verfügen weder über Sitzplätze mit Sicherheitsgurten noch über die notwendigen Sicherheitseinrichtungen, um Mitfahrende bei einem Unfall ausreichend zu schützen. Deshalb dürfen Personen ausschließlich im Zugfahrzeug mitfahren.

Ist überstehende Ladung am Wohnwagen erlaubt?

Ist überstehende Ladung am Wohnwagen erlaubt?

Müssen Fahrräder, Sportgeräte oder Surfbretter mit in den Urlaub, lässt sich überstehende Ladung nicht immer vermeiden. Sie muss jedoch ordnungsgemäß gesichert und deutlich sichtbar gekennzeichnet werden. 

Zudem ist überstehende Ladung nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig:

  • Die überstehende Ladung darf maximal 1,5 Meter hinausragen. Bei Fahrstrecken bis 100 Kilometer sind bis zu 3 Meter zulässig.
  • Das Gespann darf einschließlich Zugfahrzeug, Wohnwagen und Ladung insgesamt 20,75 Meter lang sein.
  • Die Dachlast und das zulässige Gesamtgewicht dürfen nicht überschritten werden.
  • Kennzeichen und Beleuchtungseinrichtungen dürfen durch die Ladung nicht verdeckt werden.
  • Für die Ladungssicherung sollten geeignete Halterungen, beispielsweise Fahrradträger oder Surfbretthalterungen, entsprechend den Herstellerangaben verwendet werden.

Bei Reisen ins Ausland sollten Sie sich vorab über die geltenden Vorschriften informieren. In einigen Ländern gelten abweichende Regelungen zur Kennzeichnung überstehender Ladung. Die Bußgelder können je nach Land erheblich ausfallen.

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Wie schnell darf man mit dem Wohnwagen fahren?

Wie schnell darf man mit dem Wohnwagen fahren?

Wie schnell Sie mit einem Wohnwagen fahren dürfen, hängt vom jeweiligen Land und teilweise auch vom zulässigen Gesamtgewicht des Gespanns ab. Informieren Sie sich deshalb vor Reiseantritt über die geltenden Tempolimits.

In Deutschland gilt für Wohnwagen-Gespanne grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Unter bestimmten Voraussetzungen ist mit einer Tempo-100-Zulassung auch eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen erlaubt. Diese Zulassung ist an der Tempo-100-Plakette am Gespann erkennbar. Achtung: Diese Tempo-100-Ausnahme gilt nur auf deutschen Straßen und ist im Ausland ungültig.

Unabhängig von den im Ausland teilweise höheren Tempolimits kann der Hersteller für einzelne Wohnwagen eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit vorgeben. Maßgeblich sind in diesem Fall die Angaben in der Bedienungsanleitung sowie die Geschwindigkeitsfreigabe der Reifen.

Die wichtigsten Geschwindigkeitsbegrenzungen in beliebten Reiseländern haben wir in der folgenden Tabelle zusammengestellt.

 

LandInnerorts (km/h)Landstraße (km/h)Schnellstraße (km/h)Autobahn (km/h)

Albanien

35

70

70

80

Belgien

50 (Brüssel: 30)

70 (Flandern) | 90 (Wallonien)

120 (bis 3,5 t) | 90 (über 3,5 t)

120 (bis 3,5 t) | 90 (über 3,5 t)

Bosnien-Herzegowina

50

80

80

80

Bulgarien

50

70 

 90

100

Dänemark

50

80

80

80 (100 mit dänischer Plakette) 

Deutschland

50

80

80

80 (100 mit deutscher Plakette)

Finnland

50

80

80 

80 (im Winter oft reduziert)

Frankreich

50 (Paris: 30)

80 (auf einigen Straßen 90)

110 (bis 3,5 t Gesamtgewicht) | 90 (über 3,5 t)

130 (bis 3,5 t Gesamtgewicht) | 90 (über 3,5 t)

Griechenland

50 (Wohngebiete: 30)

80

80 

80 

Großbritannien

48 (Wales: 32)

80 

96 

96 

Irland

50

80

80

80

Italien

50

70

70

80

Kroatien/Istrien

50

80 

80 

90 

Luxemburg

50

75 

 75

90 (bei Nässe: 75)

Niederlande

50

80

90 (bis 3,5 t) | 80 (über 3,5 t)

90 (bis 3,5 t) | 80 (über 3,5 t)

Norwegen

50

80 

80

80 

Österreich

50

100 (bis 3,5 t Gespann + Anhänger bis 750kg) | 

80 (bis 3,5 t Gespann) |

 70 (über 3,5 t Gespann)

100 (bis 3,5 t Gespann) | 

80 (über 3,5 t Gespann)

100 (bis 3,5 t Gespann) | 

80 (über 3,5 t Gespann)

Polen

50

70 (mehrspurig: 80)

80 

80

Portugal

50

70 (mehrspurig: 80)

80 

100 

Rumänien

50

80

90

120

Schweden

50

80

80

80

Schweiz

50

80

80

80

Slowakei

50 (Bahnübergang: 30)

90 

90 

90 

Slowenien

50

90

100

100

Spanien

30 (mehrspurig: 50)

70

80

80

Tschechien

50 (Bahnübergang: 30)

80

80

80

Ungarn

50

70

70

80

Welche Mautregeln gelten für Wohnwagen in Europa?

Welche Mautregeln gelten für Wohnwagen in Europa?

In vielen europäischen Ländern fallen für Wohnwagen-Gespanne Mautgebühren an. Welche Maut erhoben wird, richtet sich je nach Reiseland unter anderem nach der Fahrzeughöhe, der Achszahl, dem zulässigen Gesamtgewicht oder der Fahrzeugklasse des Zugfahrzeugs.

 

  • Deutschland: Für Pkw mit Wohnwagen fällt derzeit keine streckenabhängige Maut an.
  • Finnland: Es wird keine Maut erhoben.
  • Frankreich: Wohnwagen-Gespanne werden je nach Fahrzeughöhe, Gesamtgewicht und Achszahl einer Mautklasse zugeordnet. Dadurch können höhere Gebühren als für einen Pkw anfallen.
  • Italien: Auf italienischen Autobahnen richtet sich die Maut für Wohnwagen-Gespanne nach der Gesamtzahl der Achsen. Ein Gespann mit drei oder vier Achsen zahlt daher mehr als ein Pkw ohne Anhänger.
  • Kroatien:Pkw-Wohnwagen-Gespanne (Zugfahrzeug bis 3,5 t und unter 1,90 m Höhe) werden fest der Mautklasse II zugeordnet. Ist das Zugfahrzeug höher als 1,90 m (z. B. große Vans/SUVs), gilt mit Wohnwagen die Klasse III.
  • Norwegen: Pkw-Gespanne mit einem Zugfahrzeug bis 3,5 Tonnen zahlen auf mautpflichtigen Straßen den Pkw-Tarif (Tarifgruppe 1). Die Länge des Wohnwagens spielt dabei keine Rolle.
  • Österreich: Für das Zugfahrzeug bis 3,5 Tonnen ist eine Vignette erforderlich. Der Wohnwagen ist vignettenfrei. Auf einzelnen Strecken, etwa der Brenner- oder Tauernautobahn, fällt zusätzlich eine streckenabhängige Sondermaut an.
  • Polen: Überschreitet das zulässige Gesamtgewicht des gesamten Gespanns (Auto + Wohnwagen) die Grenze von 3,5 Tonnen, ist auf bestimmten Schnellstraßen und Autobahnabschnitten das elektronische Mautsystem e-TOLL zu nutzen.
  • Schweden: Eine klassische Autobahnmaut gibt es nicht. Gebühren fallen unter anderem für die Einfahrt in die Innenstädte von Stockholm und Göteborg sowie für die Überquerung der Öresundbrücke an. Die City-Maut wird automatisch erfasst und nachträglich abgerechnet.
  • Schweiz: Auf Autobahnen gilt eine doppelte Vignettenpflicht. Für Zugfahrzeug und Wohnwagen ist jeweils eine eigene Vignette erforderlich, sofern beide jeweils bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht haben.
  • Spanien: Pkw mit einachsigem Wohnwagen zahlen in der Regel dieselbe Maut wie ein Pkw ohne Anhänger. Für Wohnwagen mit Tandemachse oder Zwillingsbereifung können höhere Gebühren anfallen.
  • Tschechien:Für Autobahnen ist eine digitale Vignette für das Zugfahrzeug erforderlich. Der Wohnwagen benötigt keine eigene Vignette. Für die Vignettenpflicht zählt ausschließlich das Gewicht des Zugfahrzeugs, das Gesamtgewicht des Gespanns spielt keine Rolle.

Wo darf man mit einem Wohnwagen parken?

Wo darf man mit einem Wohnwagen parken?

Grundsätzlich gelten für Wohnwagen dieselben Parkregeln wie für andere Anhänger. Ohne Zugfahrzeug dürfen sie in Deutschland bis zu zwei Wochen im öffentlichen Verkehrsraum stehen, sofern keine abweichende Beschilderung gilt.

Für längere Aufenthalte eignen sich Camping- oder Stellplätze. Dort gelten häufig eigene Regelungen, etwa zur Übernachtung oder zur maximalen Aufenthaltsdauer.

Vor Reisen ins Ausland empfiehlt es sich, die jeweiligen Vorschriften zu prüfen. In einigen Ländern gelten abweichende Regeln für das Parken oder Übernachten mit Wohnwagen.

Welche Besonderheiten gelten in den einzelnen Ländern?

Welche Besonderheiten gelten in den einzelnen Ländern?

Neben Tempolimits und Mautregelungen gelten in einigen europäischen Ländern weitere Vorschriften für Wohnwagen-Gespanne. Dazu zählen beispielsweise Mitführpflichten, Kennzeichnungen oder besondere Ausrüstungsvorschriften. Informieren Sie sich vor Reiseantritt über die geltenden Bestimmungen Ihres Reiselandes.

 

Belgien

Auf dreispurigen Autobahnen dürfen Wohnwagen-Gespanne den linken Fahrstreifen nicht zum Überholen nutzen.

 

Deutschland

Die Gasanlage muss seit Juni 2025 alle zwei Jahre geprüft werden. Zudem gilt auf dreispurigen Autobahnen ein Überholverbot für Wohnwagen-Gespanne auf dem linken Fahrstreifen.

 

Frankreich

Liegt das zulässige Gesamtgewicht Ihres Gespanns über 3,5 Tonnen, müssen an beiden Seiten und am Heck des Wohnwagens „Angles Morts“-Aufkleber (Warnung vor dem toten Winkel) angebracht werden.

 

Italien

Überstehende Ladung, etwa ein Fahrradträger am Heck, muss mit einer rot-weiß gestreiften Warntafel gekennzeichnet werden.

 

Niederlande

Für gebremste Wohnanhänger ist eine Abreißleine vorgeschrieben, die fest an einer geeigneten Öse oder Halterung befestigt werden muss. Ein bloßes Überwerfen der Seilschlaufe über den Kugelkopf genügt nicht.

 

Österreich

Bei Stau auf Autobahnen ist eine Rettungsgasse zu bilden. Fahrzeuge auf der rechten Spur dürfen den Pannenstreifen bei Bedarf mitbenutzen. Auf einzelnen Passstraßen gelten für Gespanne besondere Fahrverbote oder Einschränkungen. 

 

Schweiz

Wie in Deutschland und Belgien dürfen Gespanne auch hier auf dreispurigen Autobahnen die ganz linke Spur nicht zum Überholen nutzen.

 

Spanien

Überschreitet das Gespann aus Auto und Wohnwagen eine Gesamtlänge von 12 Metern, müssen am Heck des Anhängers gelb-rote Heckmarkierungstafeln angebracht werden. Warnwesten sollten für alle Insassen griffbereit im Fahrzeug liegen.

► Das Wichtigste auf einen Blick

Wie schnell darf man mit dem Wohnwagen fahren?

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit hängt vom Reiseland und teilweise vom Gesamtgewicht des Gespanns ab. In Deutschland gilt grundsätzlich Tempo 80, mit Tempo-100-Zulassung sind unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 100 km/h erlaubt.

Wann sind Zusatzspiegel vorgeschrieben?

Zusatzspiegel sind erforderlich, wenn der Wohnwagen die Sicht nach hinten einschränkt und seine hinteren Ecken in den Außenspiegeln nicht sichtbar sind.

Dürfen Personen während der Fahrt im Wohnwagen mitfahren?

Nein. Während der Fahrt dürfen sich keine Personen im Wohnwagen aufhalten.

Was gilt für überstehende Ladung?

Überstehende Ladung muss ordnungsgemäß gesichert und je nach Länge sowie Reiseland gegebenenfalls gekennzeichnet werden.

Welche Mautregeln gelten für Wohnwagen-Gespanne in Europa?

Die Mautbestimmungen unterscheiden sich je nach Reiseland und richten sich unter anderem nach Fahrzeughöhe, Achszahl oder Gesamtgewicht des Gespanns.

„Orangefarbener Abschleppwagen transportiert ein Auto auf einer Landstraße, unten links ist das KLUGO-Logo eingeblendet.“

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