Elektromobilität von A bis Z: Abkürzungen und Begriffe einfach erklärt

Ein Mann lehnt sich an ein blaues Elektroauto, während er es an einer öffentlichen Ladestation auflädt, hält sein Handy in der Hand und lächelt. Das Ladekabel ist an das Auto angeschlossen, und die Szene spielt draußen auf einem Parkplatz.

Elektromobilität ist längst im Alltag angekommen. Begriffe wie BEV, PHEV, kW oder kWh tauchen in Datenblättern, Artikeln und beim Laden ständig auf, sind aber nicht immer selbsterklärend. Genau hier entsteht oft Unsicherheit. In diesem Glossar erklären wir die wichtigsten Abkürzungen und Fachbegriffe rund ums E-Auto verständlich und auf den Punkt.

Fahrzeugarten und Antriebskonzepte

BEV (Battery Electric Vehicle)

Reines Elektroauto ohne Verbrennungsmotor. 

Ein BEV fährt ausschließlich mit Strom aus seiner Traktionsbatterie. Es hat keinen Tank und keine klassische Abgasanlage und wird extern geladen, also zum Beispiel zuhause, am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Ladepunkten.
 

EV (Electric Vehicle)

Allgemeiner Sammelbegriff für elektrisch angetriebene Autos. 

Im Alltag wird „EV“ häufig als Synonym für reines Elektroauto verwendet. Streng genommen ist es aber eher ein Oberbegriff, unter den je nach Kontext auch andere elektrifizierte Konzepte fallen können.

HEV (Hybrid Electric Vehicle)

Hybridfahrzeug ohne externes Laden. 

Ein HEV kombiniert Verbrennungsmotor und elektrische Unterstützung, die Batterie wird aber nicht per Ladekabel geladen. Der Strom entsteht vor allem durch Rekuperation und durch den Verbrenner selbst.
 

MHEV (Mild Hybrid Electric Vehicle) / Mildhybrid

Leicht elektrifizierter Verbrenner mit elektrischer Unterstützung. 

Ein Mildhybrid kann den Verbrennungsmotor zum Beispiel beim Anfahren oder Beschleunigen unterstützen, fährt aber nicht wie ein echtes Elektroauto. Die elektrische Komponente dient vor allem Effizienz- und Komfortzwecken.
 

PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) / Plug-in-Hybrid

Hybridfahrzeug mit extern ladbarer Batterie. 

Ein PHEV verbindet Elektromotor und Verbrennungsmotor. Kurze bis mittlere Alltagsstrecken können oft elektrisch gefahren werden, längere Fahrten übernimmt bei Bedarf der Verbrenner.
 

Range Extender (REx)

Reichweitenverlängerer in Form eines kleinen Verbrenners oder Generators. 

Das Fahrzeug wird elektrisch angetrieben, aber ein zusätzlicher kleiner Motor erzeugt bei niedrigem Batteriestand Strom. Diese Bauart ist heute eher selten, technisch aber interessant als Übergangslösung.

Laden und Ladeinfrastruktur

AC (Alternating Current)

Wechselstromladen. 

AC ist die typische Ladeart zuhause, an vielen öffentlichen Normalladepunkten und oft auch am Arbeitsplatz. Der Strom wird im Fahrzeug über den On-Board-Charger in batterietauglichen Gleichstrom umgewandelt. Wer überwiegend zuhause oder am Arbeitsplatz lädt, sollte auf die AC-Ladeleistung des Fahrzeugs achten. Für viele Nutzer ist das im Alltag wichtiger als der reine DC-Spitzenwert.

CCS (Combined Charging System)

Gängiger Standardanschluss für DC-Schnellladen in Europa. 

CCS kombiniert den Typ-2-Anschluss für AC mit zusätzlichen Kontakten für schnelles DC-Laden. Die meisten modernen E-Autos in Europa nutzen diesen Standard für öffentliches Schnellladen. CCS ist für Langstrecke und öffentliches Schnellladen praktisch unverzichtbar. Wer viel unterwegs lädt, sollte prüfen, ob das Fahrzeug hier zeitgemäß aufgestellt ist.

DC (Direct Current)

Gleichstromladen.

Beim DC-Laden wird der Strom bereits in der Ladesäule passend für die Batterie umgewandelt. Dadurch sind deutlich höhere Ladeleistungen möglich als beim üblichen AC-Laden. Für Urlaubsfahrten, Autobahnstrecken und spontane Zwischenstopps ist DC-Laden meist der entscheidende Komfortfaktor.

Eichrecht

Rechtlicher Rahmen für transparent und überprüfbar abgerechnetes Laden.
Vor allem in Deutschland ist wichtig, dass öffentliche Ladevorgänge korrekt gemessen und für den Kunden nachvollziehbar abgerechnet werden. Das schützt vor unklaren oder nicht prüfbaren Strommengen.

HPC (High Power Charging)

Besonders leistungsstarkes DC-Schnellladen.
HPC bezeichnet in der Praxis Schnellladen mit sehr hoher Leistung, etwa an Autobahnen oder großen Ladeparks. Entscheidend ist aber nicht nur die Säule, sondern auch, was Fahrzeug, Batterie und Temperatur tatsächlich zulassen. Wer oft lange Strecken fährt, spart mit guter HPC-Fähigkeit spürbar Zeit. Wichtig ist aber: Nicht nur der Peak zählt, sondern auch die Ladekurve. Zu häufiges HPC Laden wirkt sich nachteilig auf die Lebensdauer des Akkus aus.

Ladeleistung

Geschwindigkeit, mit der Strom in die Batterie fließt.
Ladeleistung wird in kW angegeben und beschreibt, wie schnell gerade geladen wird. Sie ist nicht dasselbe wie die Batteriegröße und kann auf AC und DC sehr unterschiedlich ausfallen. Viele Kaufinteressierte verwechseln große Batterie mit schnellem Laden. Tatsächlich kann ein Auto viel speichern, aber trotzdem eher langsam laden. Wer sich für die durchschnittliche Ladeleistung über den kompletten Ladevorgang (10 bis 80 Prozent) interessiert, zieht 20 bis 40 Prozent ab.  

Ladepark

Standort mit mehreren Ladepunkten oder Schnellladern.
Ladeparks sind vor allem für Langstreckenfahrer interessant, weil dort mehrere Ladeplätze an einem Ort verfügbar sind. Das erhöht die Chance, tatsächlich sofort laden zu können.

Ladepunkt

Einzelner Anschluss, an dem ein Fahrzeug geladen werden kann.
Eine Ladesäule kann einen oder mehrere Ladepunkte haben. In Apps oder Karten ist diese Unterscheidung wichtig, weil ein Standort nicht automatisch mehrere gleichzeitig verfügbare Anschlüsse bedeutet.

Ladesäule

Die physische Ladeeinheit im öffentlichen oder privaten Raum.
Im Alltag wird „Ladesäule“ oft für jeden Ladeort verwendet. Technisch kann eine Säule aber mehrere Ladepunkte und unterschiedliche Steckertypen umfassen.

Ladevorgang

Gesamter Prozess vom Anstecken bis zum Ende des Ladens. 
Dazu gehören Authentifizierung, Strombezug, eventuell eine Tarifabrechnung und das Beenden des Ladevorgangs.

OBC (On-Board Charger)

Im Fahrzeug eingebautes Ladegerät für AC-Laden. 
Der OBC bestimmt, wie schnell das Auto Wechselstrom verarbeiten kann. Er spielt beim DC-Laden keine Hauptrolle, weil dort die Stromwandlung außerhalb des Fahrzeugs erfolgt. Wer viel AC lädt, sollte wissen, ob das Fahrzeug zum Beispiel 11 kW oder nur deutlich weniger unterstützt.

Plug & Charge

Automatische Authentifizierung an der Ladesäule.
Idealerweise muss der Fahrer nur noch anstecken, das Fahrzeug identifiziert sich selbst. Das erhöht den Komfort, ist aber noch nicht überall gleich gut verfügbar.

Schnellladen

Laden mit deutlich höherer Leistung als normales AC-Laden, meist per DC. 
Der Begriff ist alltagssprachlich und nicht völlig starr definiert. Meist meint er Laden unterwegs mit spürbar kürzerer Standzeit als an AC-Säulen oder an der heimischen Wallbox. Für Langstrecke ist Schnellladen oft wichtiger als die theoretische Normreichweite. 

Typ 2

Standardstecker für AC-Laden in Europa.
Typ 2 ist der übliche Anschluss an Wallboxen und öffentlichen AC-Ladepunkten. Fast alle aktuellen europäischen E-Autos sind darauf ausgelegt. Typ 2 ist der Alltagstandard fürs Laden zuhause und an vielen öffentlichen Normalladepunkten.

Wallbox

Feste Ladeeinheit für zuhause oder am Firmenstandort.
Eine Wallbox lädt in der Regel komfortabler, sicherer und kontrollierter als eine normale Haushaltssteckdose. Häufig sind zusätzliche Funktionen wie Lastmanagement, App-Steuerung oder PV-Anbindung möglich. Für viele Käufer entscheidet die eigene Lademöglichkeit zuhause darüber, wie bequem und wirtschaftlich ein E-Auto wirklich ist. 

Batterie, Leistung und Technik

400-/800-Volt-System

Elektrische Architektur des Fahrzeugs.
Ein 800-Volt-System kann bei gleicher Leistung mit geringerem Strom arbeiten und dadurch bestimmte technische Vorteile beim Schnellladen und bei der Effizienz bieten. Es ist aber kein Automatismus für bessere Ladezeiten, weil auch Batterie, Thermomanagement und Ladekurve entscheidend sind. Wer viel Langstrecke fährt, wird diesen Begriff oft in Datenblättern sehen. Er ist relevant, aber nicht allein ausschlaggebend.

Akku / Batterie

Hochvoltbatterie des E-Autos.
Im Alltag werden beide Begriffe oft gleichbedeutend verwendet. Gemeint ist die zentrale Energiespeichereinheit, die Reichweite, Ladeverhalten, Gewicht und großen Teil des Fahrzeugpreises prägt.

Akkugröße / Batteriekapazität

Menge an Energie, die die Batterie speichern kann. 
Die Batteriekapazität wird in kWh angegeben. Eine größere Batterie bringt oft mehr Reichweite, erhöht aber meist auch Kosten, Gewicht und Ressourcenbedarf. Die richtige Batteriegröße hängt vom Fahrprofil ab. Zu klein kann im Alltag nerven, zu groß ist oft unnötig teuer. 

BMS (Battery Management System

Steuer- und Überwachungssystem der Batterie.
Das BMS überwacht Temperaturen, Spannungen, Ladezustände und Sicherheitsgrenzen. Es sorgt dafür, dass die Batterie effizient und möglichst schonend betrieben wird.

Brutto- und Nettokapazität

Gesamte Kapazität versus tatsächlich nutzbare Kapazität.
Ein Teil der Batterie wird oft als Puffer zurückgehalten, um die Zellen zu schützen. Deshalb ist die Nettokapazität für die Praxis meist aussagekräftiger als die Bruttokapazität. In Prospekten oder Artikeln werden diese Werte gern verwechselt. Für Reichweite und Alltag zählt vor allem, was wirklich nutzbar ist.

Degradation

Alterung der Batterie im Laufe der Zeit.
Mit den Jahren kann die nutzbare Kapazität sinken, ebenso unter Umständen die Lade- oder Entladeleistung. Alterung hängt unter anderem von Temperatur, Nutzung, Ladegewohnheiten und Zellchemie ab. Vor allem beim Gebrauchtwagenkauf ist Degradation ein zentrales Thema, weil sie direkt Reichweite und Wiederverkaufswert beeinflusst.

kW (Kilowatt)

Einheit für Leistung.
kW geben an, wie schnell Energie abgegeben, aufgenommen oder umgesetzt wird. Im E-Auto-Kontext begegnet dir kW vor allem bei Motorleistung und Ladeleistung.

kWh (Kilowattstunde)

Einheit für Energiemenge. 
kWh beschreiben, wie viel Energie gespeichert oder verbraucht wird. Batteriegröße und Stromverbrauch werden in dieser Einheit angegeben. kWh sind die Grundlage für Reichweite, Ladekosten und Verbrauchsvergleiche. 

Ladekapazität

Unscharfer Alltagsbegriff, der besser vermieden oder präzisiert werden.  Manche meinen damit die Batteriegröße, andere die Ladegeschwindigkeit. Besser: Batteriekapazität (kWh) und Ladeleistung (kW).

Ladekurve

Verlauf der Ladeleistung während eines Ladevorgangs. 
Ein Auto lädt fast nie durchgehend mit seiner maximalen Leistung. Entscheidend ist, wie lange das Fahrzeug hohe Ladeleistung halten kann und wie stark sie in höheren Ladebereichen abfällt. Für Langstrecken ist die Ladekurve oft wichtiger als der kurze Spitzenwert im Prospekt. 

LFP (Lithium-Eisenphosphat)

Eine verbreitete Zellchemie für E-Auto-Batterien. 
LFP gilt als robust und zyklenfest und kommt ohne Kobalt aus. Die Energiedichte ist häufig geringer als bei NMC, weshalb für viel Reichweite oft mehr Bauraum oder Gewicht nötig ist. Die Zellchemie beeinflusst Ladeverhalten, Reichweite, Kälteempfindlichkeit und manchmal auch die Empfehlung, wie oft auf 100 Prozent geladen werden darf. 

NMC (Nickel-Mangan-Cobalt)

Nbene LFP weitere sehr verbreitete Zellchemie für E-Auto-Batterien.
NMC-Zellen bieten oft eine hohe Energiedichte und kommen daher häufig in Fahrzeugen mit größeren Reichweiten zum Einsatz. Je nach Auslegung können sie andere Stärken und Schwächen als LFP mitbringen. Wer verschiedene Modelle vergleicht, stößt immer häufiger auf unterschiedliche Zellchemien. Das ist mehr als ein Technikdetail, weil es den Fahrzeugcharakter beeinflussen kann.

Peak-Ladeleistung

Höchster Ladeleistungswert, den ein Fahrzeug kurzzeitig erreicht.
Dieser Wert wird gern werblich hervorgehoben, sagt allein aber noch wenig über die gesamte Ladezeit aus. Entscheidend ist, wie lange das Auto in der Praxis in einem hohen Leistungsbereich bleibt. Ein beeindruckender Peak kann im Alltag weniger bedeuten als eine gute durchschnittliche Ladeleistung.

SoC (State of Charge)

Aktueller Ladestand der Batterie in Prozent.
SoC ist der Wert, den Fahrer im Cockpit meist ständig sehen. Er beschreibt nur, wie voll die Batterie gerade ist, nicht aber, wie gesund oder gealtert sie insgesamt ist. SoC gehört zum Alltagsverständnis jedes E-Auto-Fahrers, sollte aber nicht mit Batteriezustand verwechselt werden.

SoH (State of Health)

Gesundheitszustand der Batterie im Vergleich zum Neuzustand.
SoH beschreibt, wie viel der ursprünglichen Leistungs- und Speicherkapazität noch vorhanden ist. Die Berechnung ist nicht bei jedem Hersteller identisch, aber als Orientierung beim Gebrauchtwagenkauf sehr wichtig und einer der wichtigsten Werte überhaupt.

Vorkonditionierung

Vorheizen oder Vorkühlen der Batterie vor dem Schnellladen oder vor Fahrtbeginn. 
Die Batterie arbeitet in bestimmten Temperaturbereichen besonders effizient. Durch Vorkonditionierung kann ein Fahrzeug schneller laden, stabiler arbeiten und im Winter planbarer reagieren. Besonders bei Autobahn- und Wintereinsatz macht Vorkonditionierung einen spürbaren Unterschied. 

Reichweite, Effizienz und Alltag

Batteriegarantie

Herstellergarantie auf die Hochvoltbatterie. 
Häufig ist sie an eine bestimmte Laufzeit und an eine garantierte Mindestkapazität gekoppelt. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Die Batterie ist das teuerste Einzelbauteil. Eine gute Garantie schafft Sicherheit, besonders bei langer Haltedauer. 

OTA (Over-the-Air-Update)

Softwareaktualisierung des Fahrzeugs per Funk oder Mobilfunk.
OTA-Updates können Navigation, Ladeplanung, Effizienz, Bedienoberfläche oder Assistenzfunktionen verbessern. Bei modernen E-Autos ist Software oft ein wichtiger Teil des Produkts. Ein Fahrzeug, das softwareseitig gepflegt wird, kann über Jahre im Alltag besser werden statt nur zu altern.

PV-Überschussladen

Laden mit überschüssigem Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage.
Wenn mehr Solarstrom erzeugt als im Haus verbraucht wird, kann dieser ins Fahrzeug fließen. Das senkt je nach System und Nutzung die Betriebskosten und erhöht den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms. Für Hausbesitzer kann das E-Auto dadurch wirtschaftlich besonders attraktiv werden.

Reale Reichweite

Tatsächlich erreichbare Reichweite im Alltag.
Sie hängt stark von Geschwindigkeit, Außentemperatur, Streckenprofil, Zuladung, Reifen und Fahrstil ab. Deshalb kann sie deutlich von Prospektwerten abweichen. Für die Kaufentscheidung zählt letztlich nicht der Laborwert, sondern ob das Fahrzeug die eigenen Strecken realistisch abdeckt.

Rekuperation

Energierückgewinnung beim Bremsen oder Ausrollen. 
Dabei arbeitet der Elektromotor als Generator und speist Strom zurück in die Batterie. Besonders im Stadtverkehr oder in bergigem Gelände verbessert das die Effizienz. 

Restkapazität

Noch verbleibende nutzbare Batteriekapazität im Vergleich zum Neuzustand. 
Restkapazität ist ein Langzeitbegriff und beschreibt, wie viel von der ursprünglichen Speicherfähigkeit erhalten geblieben ist. Sie hat also mit Batteriealterung zu tun, nicht mit dem aktuellen Füllstand. Gerade bei gebrauchten E-Autos ist das ein Schlüsselbegriff für Wert, Reichweite und Vertrauenswürdigkeit. 

Restreichweite

Vom Fahrzeug geschätzte Strecke, die mit dem aktuellen Ladestand noch möglich ist.
Die Anzeige basiert auf Batterieinhalt und Verbrauchsprognosen. Sie kann sich durch Wetter, Fahrstil oder Streckenart relativ schnell ändern. Viele Einsteiger orientieren sich stark an dieser Zahl. Man sollte aber wissen, dass sie eine Prognose und kein Garantiewert ist.

THG-Quote

Treibhausgasminderungsquote im Kontext reiner E-Autos.
In Deutschland ist damit ein Mechanismus gemeint, über den eingesparte Emissionen vermarktet werden können. Für Fahrzeughalter ist das vor allem als möglicher finanzieller Nebeneffekt interessant, die konkrete Ausgestaltung kann sich aber ändern.

Verbrauch (kWh/100 km)

Strombedarf eines Fahrzeugs auf 100 Kilometer.
Der Verbrauch ist das Effizienzmaß eines E-Autos. Er beeinflusst Reichweite, Ladekosten und die praktische Alltagstauglichkeit oft stärker als reine Motorleistung oder Werbeversprechen. Ein sparsames Fahrzeug ist im Alltag oft angenehmer und günstiger als ein theoretisch reichweitenstarkes, aber ineffizientes Modell.

V2G (Vehicle to Grid)

Stromabgabe vom Fahrzeug ins öffentliche Netz.
Das Auto kann dabei nicht nur laden, sondern auch Energie zurückspeisen. Technisch und regulatorisch ist das anspruchsvoll und noch nicht überall alltagstauglich.

V2H (Vehicle to Home)

Stromabgabe vom Fahrzeug an ein Haus.
Das Auto kann dabei als Energiequelle für das Gebäude dienen, etwa in Kombination mit Heimspeicherlogik oder PV-Systemen. Voraussetzung ist kompatible Technik auf Fahrzeug- und Infrastrukturseite.

V2L (Vehicle to Load)

Stromabgabe vom Fahrzeug an externe Geräte.
Damit können zum Beispiel Werkzeuge, Campinggeräte oder Kleingeräte versorgt werden. Es ist die alltagsnächste Form des bidirektionalen Ladens. Für manche Nutzer ist V2L ein echtes Komfort- oder Nutzungsplus, für andere nur ein nettes Extra.

Wärmepumpe

Effizientere Heiztechnik für den Innenraum und teils fürs Thermomanagement.
Eine Wärmepumpe kann in vielen Situationen weniger Energie verbrauchen als reine Widerstandsheizung. Der tatsächliche Vorteil hängt aber vom Fahrzeug, der Außentemperatur und dem Einsatzprofil ab. Gerade im Winter kann eine Wärmepumpe Reichweite und Effizienz verbessern.

WLTP-Reichweite (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure)

Standardisierte Reichweitenangabe nach einem definierten Testverfahren.
WLTP eignet sich gut, um Fahrzeuge unter gleichen Bedingungen miteinander zu vergleichen. Im echten Leben ist die Reichweite aber fast immer vom individuellen Einsatz abhängig. WLTP ist ein Vergleichswert, kein Alltagsversprechen. Genau das sollte man im Kaufprozess sauber erklären.

Tarife, Kosten und Marktbegriffe

Ad-hoc-Laden

Laden ohne festen Vertrag oder Ladekarte.
Der Ladevorgang wird direkt am Ladepunkt oder über eine spontane Bezahlmethode gestartet. Das ist praktisch für Gelegenheitsnutzer, kann preislich aber ungünstiger sein als ein guter Vertragstarif. Wer selten öffentlich lädt, kommt damit oft gut aus. Wer häufig unterwegs lädt, sollte Tarife vergleichen.

Blockiergebühr

Zusatzkosten für das Belegen eines Ladepunkts über die sinnvolle Ladezeit hinaus.
Die Gebühr soll verhindern, dass fertig geladene Fahrzeuge unnötig Ladeplätze blockieren. Besonders an Schnellladern kann das teuer werden. Wer öffentlich lädt, sollte diese Kosten kennen, sonst wird Laden schnell teurer als erwartet.

CPO (Charge Point Operator)

Betreiber der Ladeinfrastruktur.
Der CPO ist für Betrieb, Wartung und technische Verfügbarkeit eines Ladepunkts zuständig. Tarif und Abrechnung laufen aber nicht zwingend direkt über den CPO.

eMSP (e-Mobility Service Provider)

Anbieter von Ladetarifen, Lade-Apps oder Ladekarten.
Ein eMSP vermittelt den Zugang zu Ladepunkten verschiedener Betreiber. Häufig geschieht das über Roaming, also netzübergreifende Zusammenarbeit.

kWh-Preis

Preis pro geladener Kilowattstunde Strom.
Er ist der wichtigste Kostenbaustein beim Laden, aber nicht immer der einzige. Zusätzlich können Startgebühren, Zeitpreise oder Blockiergebühren anfallen. Wer Betriebskosten realistisch vergleichen will, muss den kWh-Preis verstehen.

Ladetarif

Preis- und Abrechnungsmodell eines Ladeanbieters.
Tarife können sich stark unterscheiden: mit oder ohne Grundgebühr, unterschiedliche Preise für AC und DC, Roaming-Aufschläge oder Zusatzkosten. Ein günstiger Tarif hängt stark vom eigenen Ladeverhalten ab. Die Wirtschaftlichkeit eines E-Autos hängt nicht nur vom Strompreis zuhause, sondern auch von den unterwegs genutzten Tarifen ab.

Öffentliches Laden

Laden außerhalb des privaten Grundstücks.
Dazu gehören Ladesäulen im Stadtgebiet, an Supermärkten, Parkhäusern, Hotels oder Autobahnraststätten. Für Menschen ohne eigene Wallbox ist dieses Thema oft entscheidend. Wer zuhause nicht laden kann, sollte die öffentliche Ladeinfrastruktur im eigenen Umfeld vor dem Kauf besonders kritisch betrachten.

Roaming

Nutzung verschiedener Ladenetze mit einer Ladekarte oder App.
Roaming vereinfacht den Zugang, weil nicht für jeden Betreiber ein eigener Vertrag nötig ist. Allerdings sind Preise im Roaming nicht immer identisch mit dem Direktpreis des jeweiligen Anbieters. Praktisch ja, automatisch günstig nein — genau dieser Unterschied ist wichtig.

Die wichtigsten Begriffspaare

kW ≠ kWh

kW ist eine Leistungseinheit. Sie beschreibt, wie schnell Energie fließt oder umgesetzt wird.
kWh ist eine Energieeinheit. Sie beschreibt, wie viel Energie insgesamt gespeichert oder verbraucht wird. 

Die kWh sind die Größe des Vorrats, die kW das Tempo, mit dem etwas hinein- oder herausfließt.
Eine Wallbox mit 11 kW lädt also mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Eine Batterie mit 60 kWh speichert eine bestimmte Energiemenge. 

Ladeleistung ≠ Batteriekapazität

Ladeleistung gibt an, wie schnell geladen wird.
Batteriekapazität gibt an, wie viel Energie die Batterie speichern kann. 

Ein Auto mit großer Batterie lädt also nicht automatisch schnell.
Und ein Auto mit kleinerer Batterie kann trotzdem sehr hohe Ladeleistungen erreichen. 

Beispielhaft gedacht:
Ein Fahrzeug mit 77 kWh Batterie kann langsamer laden als eines mit 58 kWh, wenn seine DC-Ladeleistung oder Ladekurve schwächer ist. 

SoC ≠ SoH

SoC (State of Charge) ist der aktuelle Ladestand.
SoH (State of Health) ist der langfristige Gesundheitszustand der Batterie. 

Ein Fahrzeug kann also 100 Prozent SoC haben und trotzdem nur noch 90 Prozent SoH besitzen.
Das heißt: Es ist gerade voll geladen, aber die Batterie hat im Vergleich zum Neuzustand schon etwas Kapazität verloren. 

Restreichweite ≠ Restkapazität

Restreichweite ist die noch fahrbare Strecke mit der aktuell vorhandenen Energie.
Restkapazität beschreibt, wie viel der ursprünglichen Speicherfähigkeit die Batterie insgesamt noch besitzt. 

Wenn im Display noch 120 km Restreichweite stehen, dann ist das eine aktuelle Fahrprognose.
Wenn ein Batteriecheck zeigt, dass die Batterie noch 92 Prozent Restkapazität hat, dann geht es um den langfristigen Zustand der Batterie. 

Peak-Ladeleistung ≠ durchschnittliche Ladeleistung

Die Peak-Ladeleistung ist der höchste Wert, den das Auto kurz erreicht.
Die durchschnittliche Ladeleistung zeigt, wie schnell das Fahrzeug über einen relevanten Ladebereich tatsächlich lädt. 

Im Alltag ist das oft entscheidender. Ein Auto kann für kurze Zeit 230 kW schaffen, dann aber schnell stark abfallen. Ein anderes erreicht vielleicht nur 180 kW, hält dieses Niveau aber länger und lädt deshalb von 10 auf 80 Prozent am Ende schneller.

WLTP-Reichweite ≠ reale Reichweite

Die WLTP-Reichweite ist ein standardisierter Vergleichswert aus einem Testverfahren.
Die reale Reichweite hängt vom echten Einsatz ab: Wetter, Tempo, Topografie, Reifen, Beladung und Fahrstil. 

Deshalb kann ein Fahrzeug mit hoher WLTP-Reichweite im Winter auf der Autobahn deutlich kürzer weit kommen als der Prospekt vermuten lässt. Umgekehrt kann es im Stadtverkehr oder bei milden Temperaturen positiv überraschen. 

AC-Laden ≠ DC-Laden

AC-Laden ist Wechselstromladen, typisch für zuhause, am Arbeitsplatz und an vielen Normalladepunkten.
DC-Laden ist Gleichstromladen, typisch für Schnellladen unterwegs. 

AC ist oft der Alltagsstandard. DC ist die Reiselösung.
Beim AC-Laden ist der On-Board-Charger des Autos wichtig. Beim DC-Laden spielt vor allem das Zusammenspiel aus Batterie, Temperaturmanagement und Ladecharakteristik die Hauptrolle. 

Schnellladen ≠ HPC

Schnellladen ist der allgemeine Oberbegriff für zügiges Laden, meist per DC.
HPC meint besonders leistungsstarkes Schnellladen. 

Jedes HPC ist Schnellladen. Aber nicht jedes Schnellladen ist automatisch HPC. 

 

„Orangefarbener ACV Abschleppwagen fährt auf einer Landstraße, ein graues Auto ist auf der Ladefläche transportiert.“

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