Breite Reifen – Cool, teuer und oft gar nicht zulässig

Breite Rei­fen sehen cool aus. Doch die sport­li­che Optik bringt neben höhe­ren Kos­ten auch hand­feste Nach­teile mit sich. Wir zei­gen Ihnen, wie Sie sich zwi­schen opti­schem High­light und Fahr­kom­fort ent­schei­den.

Breitreifen mit Alurädern

Die Rei­fen bil­den die ein­zige Ver­bin­dung zwi­schen Auto und Straße und die ist kaum grö­ßer als eine Post­karte. Das war frü­her mal kor­rekt, doch heute ist die Kon­takt­zone häu­fig deut­lich üppi­ger bemes­sen.

Immer öfter wer­den Autos mit 17, 18 oder 19 Zoll gro­ßen Rädern und ent­spre­chend brei­ten Rei­fen bestückt.

Das macht was her und hat auch prak­ti­sche Vor­züge: mehr Grip beim Beschleu­ni­gen, kür­zere Brems­wege und eine höhere Fahr­sta­bi­li­tät, die nicht nur beim sport­li­chen Fah­ren für mehr Sicher­heit sorgt.

Auch bei plötz­li­chen Aus­weich­ma­nö­vern bleibt das Fahr­zeug mit brei­ten Rei­fen bes­ser in der Spur.

Breite Rei­fen: Nach­teile im All­tag spür­bar

Felgenschäden

Grö­ßere Räder sind aller­dings nicht nur schö­ner, son­dern auch teu­rer und damit gute Ver­kaufs­ar­gu­mente für die Her­stel­ler.

Wer einen VW Polo 1.0 City­line, in der Basis­aus­stat­tung mit 185er-​​Reifen auf 15-​​Zoll-​​Rädern durch­aus har­mo­nisch bereift, mit 17-​​Zöllern auf­hüb­schen will, darf stolze 1.135 Euro Auf­preis berap­pen – und han­delt sich damit auch noch diverse Nach­teile ein:

  • schlech­ter­ter Roll­wi­der­stand
  • erhöh­ter Ver­brauch
  • Fahr­werk und Len­kung ver­schlei­ßen schnel­ler
  • stei­gende Aquaplaning-​​Gefahr

Aufstandsflaeche

Des Wei­te­ren bemer­ken viele Käu­fer erst im all­täg­li­chen Gebrauch, dass die Räder sogar auf kleine Erschüt­te­run­gen äußerst emp­find­lich rea­gie­ren.

Schon das Über­fah­ren von klei­nen Schlag­lö­chern kann wegen der gerin­gen Eigen­fe­de­rung zu Beschä­di­gun­gen füh­ren, die nicht sel­ten einen Druck­ver­lust im Rei­fen zur Folge haben.

Der Rei­fen­druck sollte daher bei brei­ten Rei­fen häu­fi­ger als bei nor­ma­len Rei­fen kon­trol­liert wer­den.

Breite Rei­fen mit Schä­den ein Sicher­heits­ri­siko?

Äußerst kost­spie­lig wird es, wenn beim Ein­par­ken auch nur der kleinste Kon­takt mit dem Bord­stein erfolgt. Weil die äußere Kante der Felge oft auf glei­cher Höhe wie die Rei­fen­flanke ist, kratzt sie sofort am Gra­nit. Das hört sich nicht nur häss­lich an, son­dern hin­ter­lässt auch üble Schram­men oder Del­len im edlen Metall. Diese kön­nen unter Umstän­den sogar die Ver­kehrs­si­cher­heit beein­träch­ti­gen und daher bei der Haupt­un­ter­su­chung in der Regel als schwer­wie­gende Män­gel bewer­tet wer­den.

Ab einer Krat­zer­tiefe von über einem Mil­li­me­ter ist die Nut­zung nicht mehr zuläs­sig. Halb­wegs glimpf­lich davon kom­men in sol­chen Fäl­len die Eigen­tü­mer mehr­tei­li­ger Räder, bei denen sich nur die beschä­dig­ten Teile aus­wech­seln las­sen.

hinweisFazit

Wel­che brei­ten Rei­fen sind emp­feh­lens­wert?

Mode­rate Leicht­me­tall­rä­der, die dem Rei­fen noch Platz zum Federn bie­ten und die maxi­mal mög­li­che Breite nicht völ­lig aus­rei­zen, sind eine ver­nünf­tige und optisch den­noch anspre­chende Lösung.

Lieb­ha­ber von sehr brei­ten Rei­fen soll­ten sich im Kla­ren dar­über sein, dass sie ent­we­der sehr vor­sich­tig fah­ren – oder auf Dauer noch mehr zah­len müs­sen.