Mit dem Fahrrad zur Schule

Mit dem Fahrrad zu Schule? Aber sicher!

Nach den Sommerferien beginnt für viele Kinder eine neue Ära: Sie fahren zum ersten Mal mit dem Rad zur Schule. Damit das problemlos klappt, geben wir hier zehn gute Tipps.

Ist der Nach­wuchs wirk­lich schon start­klar?

Die Grund­vor­aus­set­zung für die sichere Fahrt zur Schule muss das Kind mit­brin­gen: Wie sicher und gern fährt es über­haupt Fahr­rad? Die moto­ri­sche Rad­be­herr­schung – len­ken, brem­sen, schal­ten – ist eine Sache, das Über­bli­cken des kom­pli­zier­ten Ver­kehrs­ge­sche­hens jedoch eine ganz andere. Voll­stän­dig aus­ge­prägt sind die kogni­ti­ven Fähig­kei­ten, auf die es im Stra­ßen­ver­kehr ankommt, erst mit etwa 14 Jah­ren. Kin­der bis zum Alter von acht Jah­ren haben ein um 30 Pro­zent klei­ne­res Gesichts­feld als Erwach­sene.

Mit dem Fahrrad zur Schule

Che­cken Sie die Lage!

Vor­aus­set­zung Num­mer zwei sind die Ver­kehrs­ver­hält­nisse zwi­schen dem Wohn­ort und der Schule. Wer fünf Geh­mi­nu­ten von der Schule ent­fernt wohnt, kann sei­nem Kind den unbe­glei­te­ten Schul­weg schon frü­her zutrauen – fünf Kilo­me­ter dage­gen sind selbst für ein zwölf­jäh­ri­ges Kind mit­un­ter eine Her­aus­for­de­rung. Wich­tige Bewer­tungs­fak­to­ren sind das Ver­kehrs­auf­kom­men sowie Art und Anzahl der Gefah­ren­stel­len. Der kür­zeste Schul­weg ist nicht immer der beste.

Fah­ren Sie mit!

Eltern, die gemein­sam mit ihren Kin­dern radeln, sind Vor­bild und Moti­va­tor zugleich und kön­nen ihrem Nach­wuchs das Ver­kehrs­ge­sche­hen so viel bes­ser nahe­brin­gen. Damit kön­nen Eltern auch die Fort­schritte ihrer Kin­der mit­er­le­ben und bes­ser abschät­zen, wann der Zeit­punkt für die erste Solo­fahrt gekom­men ist. Auch ältere Kin­der, die schon län­ger alleine zur Schule radeln, soll­ten ab und zu von den Eltern beglei­tet wer­den. So kann man Ände­run­gen im Ver­kehrs­fluss erken­nen und wenn nötig gemein­sam mit dem Kind eine Alter­na­tiv­route pla­nen.

Beim Kin­der­rad sollte solide Rad­tech­nik wich­ti­ger sein als ein Über­maß an Aus­stat­tung. „Eine Fede­rung etwa muss nicht sein am Kin­der­rad; ange­sichts des gerin­gen Fah­rer­ge­wichts und der eher ein­fa­chen Tech­nik bringt sie wenig und treibt dafür das Gewicht nach oben“, erklärt Ralf Pus­lat vom Kin­der­rad­her­stel­ler Puky, der auch Ket­ten­schal­tun­gen nur für ältere Kin­der emp­fiehlt: „Bei den Klei­nen rei­chen drei Gänge, per Dreh­griff geschal­tet – mehr wird viel­fach nicht genutzt oder lenkt ab.“ Auch ein gutes Schloss gehört zum Kin­der­rad.

In Sicher­heit inves­tie­ren!

Ein ver­kehrs­si­che­res Fahr­rad ist Pflicht für Schul­kin­der, Mini­mal­pro­gramme à la „Was nicht da ist, kann nicht kaputt­ge­hen“, sind Unsinn. Viele Kin­der­rä­der sind mit einer Rück­tritt­bremse aus­ge­stat­tet; kom­bi­niert wer­den muss die­ser Brem­sen­typ mit einer gut wir­ken­den Hand­bremse fürs Vor­der­rad – bes­ser sind zwei Fel­gen­brem­sen vorne und hin­ten. Pan­nen­si­chere Rei­fen sind auch in Kin­der­rad­größe erhält­lich und ver­hin­dern böse Über­ra­schun­gen wie einen plat­ten Rei­fen beim mor­gend­li­chen Auf­stei­gen, der zu Eile und Hek­tik füh­ren kann.

Sor­gen Sie für gute Sicht!

Eine beson­dere Bedeu­tung am Kin­der­rad hat die Beleuch­tung. Ein aus­fall­si­che­rer Naben­dy­namo, Stand­licht und ein hel­ler LED-Scheinwerfer gehö­ren an jedes Kin­der­rad, zumal diese ja nicht nur für den Schul­weg, son­dern auch in der Frei­zeit genutzt wer­den. Hoch­mo­derne Leuch­ten wie das „Bra­ke­Tec“- Rück­licht von Busch und Mül­ler, bei dem ein schma­ler Licht­strei­fen dem nahen­den Auto­fah­rer den Abstand signa­li­siert und beim Brem­sen gut sicht­bar auf­leuch­tet, machen das Rad­fah­ren deut­lich siche­rer.

Auf­fäl­lige Klei­dung!

Im mor­gend­li­chen Berufs­ver­kehr ist vor allem die Sicht­bar­keit von Bedeu­tung, des­halb die­ser Tipp: Helle Klei­dung ist auf­fäl­li­ger, das ist ein alter Hut. Hoch­wer­tige Klei­dung hat zudem spe­zi­elle Reflek­to­ren für bes­sere Sicht­bar­keit im Stra­ßen­ver­kehr, weist neben­bei den Coolness-Faktor auf, den schon die Klei­nen schät­zen, und stellt viel­leicht einen zusätz­li­chen Anreiz dar, öfter mal aufs Rad zu stei­gen.

Helm auf und aufs Rad!

BMX-Fahrer und Snow­boar­der haben in den letz­ten Jah­ren für stei­gende Helm- Akzep­tanz unter Tee­nies gesorgt. Zudem las­sen sich auch coole Rad­helme fin­den, die sich mit ihrer Skater-Optik von Papas komi­schem Renn­rad­helm deut­lich abhe­ben. Da Fahr­rad­helme in der Schule ein raues Leben füh­ren, sollte die Wahl aber auf ein robus­tes Modell fal­len, nicht auf eine leichte Sport­aus­füh­rung.

Um Ein­zel­hei­ten küm­mern!

Eltern soll­ten auch auf Details ach­ten – dazu gehört die Frage, wie Schul­ran­zen und Turn­beu­tel auf dem Rad trans­por­tiert wer­den. Bau­melt letz­te­rer gefähr­lich am Len­ker? Ist der Tor­nis­ter so schwer bela­den, dass er den Ober­kör­per des Kin­des zum Pen­deln bringt? Hier soll­ten Eltern für bes­sere Lösun­gen sor­gen – etwa Taschen, die sich am Gepäck­trä­ger ein­hän­gen las­sen.

Brin­gen Sie Ruhe ins Spiel!

Angst vor dem Zuspät­kom­men ist kein guter Beglei­ter auf dem Schul­weg, denn sie ver­lei­tet zu ris­kan­tem Ver­hal­ten. Ist das Fahr­rad mor­gens platt oder erfor­dert ein plötz­li­cher Regen­guss eine Ände­rung der Gar­de­r­obe? In sol­chen Fäl­len soll­ten Eltern die Not­bremse zie­hen und zu Gelas­sen­heit ani­mie­ren. Wenn’s nicht anders geht, rufen Sie im Sekre­ta­riat an und geben Bescheid, dass Ihr Kind erst zur zwei­ten Stunde kommt.