Halten und Parken: Regelungen und Verbote

Einfach das Auto abstellen ist leichter gesagt als getan. Denn oft verhindern Park- oder Haltverbote, dass der Wagen einfach abgestellt werden kann. Wer schon einmal falsch geparkt hat, weiß: Das kann teuer werden. Der Bußgeldkatalog sieht für Falschparker sogar Strafen in dreistelliger Höhe vor. Wir zeigen, worauf Sie achten sollten.

Halten und Parken: So verhalten Sie sich richtig!

Wer mit dem Auto unterwegs ist, der kennt das Problem der Parkplatzsuche. Gerade in den Innenstädten gelten Parkplätze als Mangelware – und umso verlockender ist es für Autofahrer, den Wagen abzustellen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Doch oft ist nicht nur das Parken, sondern auch das Halten verboten. Dabei ist vielen Autofahrern der Unterschied gar nicht klar.

Parken oder Halten – das sind die Unterschiede!

Aus § 12 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung (kurz: StVO) geht eindeutig hervor: Jeder, der das Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, parkt.

Das bedeutet: Stehenbleiben ist noch kein Parken – solange die drei Minuten nicht überschritten werden. Dabei ist es egal, ob der Motor läuft oder nicht. Wichtig ist nur, dass Sie Ihr Auto die ganze Zeit im Blick behalten und sich nicht mit anderen Dingen beschäftigen. 
Das entscheidende Kriterium beim Halten ist, dass der Autofahrer den Wagen gewollt zum Stehen bringt. Das geht aus der entsprechenden Verwaltungsvorschrift hervor. Ungewolltes Liegenbleiben gilt somit nicht als Halten.

Welche Regeln gelten rund um das Parken und Halten?

Durch Verkehrszeichen werden Autofahrer darüber informiert, in welchen Bereichen Park- oder sogar Haltverbote herrschen.

Wichtig zu wissen: Ein Park- oder Haltverbot kann nicht nur durch Schilder angezeigt werden, sondern auch durch eine aufgemalte Markierung auf dem Boden. Diese muss aber von der zuständigen Behörde genehmigt sein. Privatpersonen ohne Genehmigung dürfen ein Park- oder Haltverbot durch Aufmalen des Zeichens auf dem Boden nicht aussprechen. Unabhängig von explizit ausgezeichneten Zonen gelten nach § 12 StVO auch ohne Verkehrsschild folgende Grundsätze:

Haltverbot

Ein Haltverbot ist immer gegeben

  • an engen und unübersichtlichen Straßenstellen
  • in scharfen Kurven
  • auf Einfädelungs- und Ausfädelungsstreifen
  • auf Bahnübergängen
  • auf Fußgängerüberwegen wie zum Beispiel Zebrastreifen
  • vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten

Die Rechtsprechung (vgl. § 12 Abs. 4 S.2) lässt das Halten in zweiter Reihe nur ausnahmsweise zu, und zwar dann, wenn das Halten am Fahrbahnrand nicht zumutbar ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden.

Beim Haltverbot ist jedoch jegliches Halten untersagt. Das gilt auch für das Ein- und Aussteigen oder im Rahmen der Be- und Entladung.

Parkverbot

Ein Parkverbot ist dagegen auch ohne Verkehrsschild immer gegeben

  • auf Fahrradschutzstreifen, die durch Leitlinien markiert werden
  • in der Fußgängerzone, die durch Durchfahrtsverbotsschilder gesperrt ist
  • vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen, bis zu 5 Meter von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten
  • im Haltestellenbereich, und zwar 15 Meter vor und hinter den Haltestellenschildern
  • vor Grundstücksein- und -ausfahrten
  • vor Bordsteinabsenkungen
  • vor dem Andreaskreuz: innerorts bis 5 Meter und außerorts bis 50 Meter vor dem Andreaskreuz
  • über Schachtdeckeln und anderen Verschlüssen
  • auf Geh- und Radwegen
  • auf Autobahnen und Kraftfahrtstraßen
  • am Seitenrand, wenn Parkflächen bereits durch Verkehrsschilder und / oder Markierungen ausgewiesen sind.

Wichtig zu wissen: Wenn geparkt wird und der Seitenstreifen dafür genutzt werden darf, dann ist dabei immer der rechte Seitenstreifen zu benutzen. Eine Ausnahme davon gilt nur in Einbahnstraßen: Hier darf links und auch rechts geparkt werden.

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