Fahrrad-Navis unter 300 Euro im Test

Navigationsgeräte speziell fürs Fahrrad versprechen Hilfe bei der Routenplanung und bringen Sie auch ohne Ortskenntnis ans Ziel. Der ACV hat drei angesagte Geräte bis 300 Euro unter die Lupe genommen: Falk Tiger Pro, Garmin Edge Explore und Teasi One 3.

Wer abwechslungsreiche Radtouren schätzt, gerne neue Strecken ausprobiert und auch im unbekannten Terrain ans Ziel kommen möchte, befestigt ein Fahrrad-Navi am Lenker. Die aktuellen GPS-Fahrrad-Navis kennen Hunderttausende Strecken in Deutschland und Europa. Optische und akustische Signale lotsen Sie durch fahrradfreundliches Gefilde. Das umständliche Falten  klassischer Tourenkarten auf Papier ist damit endgültig Geschichte.

Das können Fahrrad-Navis

Spezielle Navigationsgeräte für Fahrradfahrer sind kompakt, robust für den Outdoor-Einsatz gebaut, bieten umfassendes Kartenmaterial mit fahrradtauglichen Strecken und besitzen interessante Extras. Und auch bei der Ausdauer punkten sie: Während der Akku beim Handy oft bereits nach wenigen Stunden im Navibetrieb erschöpft ist, halten Fahrrad-Navis meist einen kompletten Tag durch.

Geräte für die Satellitennavigation am Fahrrad eignen sich für den Tourenradler ebenso wie für den Rennradfahrer und Mountainbiker. Einfache Modelle arbeiten mit Piktogrammen und zeigen auf ihrem Display lediglich Abbiegehinweise an. Geräte mit Farbbildschirm leiten Sie grafisch über eine Straßen– und Landkartenansicht ans Ziel. Besitzt das Navi zusätzlich einen GPS-Trainingscomputer, lassen sich Aufzeichnungen der zurückgelegten Strecke auf den Computer übertragen und dort auswerten. Protokolliert werden in der Regel die gefahrenen Distanzen in Kilometern, Zeiten und Höhenmetern – sinnvoll, um persönliche Trainingserfolge festzuhalten.

Das Testfeld: Drei Navis unter 300 Euro

Bei der Auswahl der drei Testkandidaten lag unsere Preisgrenze bei 300 Euro. Maßgeblich war der durchschnittliche Preis der Geräte im Internet-Versandhandel. Unter Berücksichtigung der Ausstattung haben diese Navigationsgeräte die Aufnahme ins Testfeld geschafft

  • Garmin Edge Explore 820 (290 Euro)
  • Falk Tiger Pro (275 Euro)
  • Teasi One 3 eXtend (150 Euro)

Technische Daten und eine Leistungsübersicht zu diesen Geräten finden Sie in der Ausstattungstabelle.

Erste Disziplin: Navis auf den neuesten Stand bringen

Theoretisch können Sie nach dem Auspacken, einem schnell erledigten Durchlauf der Grundeinstellungen beim ersten Einschalten und der Montage am Lenker sofort loslegen. Es ist aber empfehlenswert, die Geräte-Software („Firmware“) sowie das mitgelieferte Kartenmaterial mit der zugehörigen PC-Software über das Internet auf den neuesten Stand zu bringen. Eine neue Firmware merzt bekannt gewordene Fehler aus und rüstet mitunter ergänzende Funktionen nach. Die Aktualisierung der OSM-Karten (Open Street Map) ist bei Garmin und Teasi dauerhaft kostenfrei – dadurch lassen sich die Straßenkarten immer wieder auf den neuesten Stand bringen. Falk bietet nur ein einmaliges Gratis-Update der installierten Basiskarten und der Premiumkarte.

Den besten Eindruck bei der Software für Windows und Mac hinterlassen Garmin Express und das Tahuna-Tool für den Teasi One 3 eXtend. Der Falk Activity Manager ist nur für Windows erhältlich.

Die Montage am Fahrrad

Teasi und Falk setzen ausschließlich auf eine Quickfix-Halterung, die mit wiederverwendbaren Kabelbindern am Lenker fixiert wird. Garmin legt zusätzlich noch eine Aero-Lenkerhalterung bei. Trotz zweier Distanzringe ließ sich diese an einem unserer Testräder nicht fest anbringen. In solchen Fällen ist Eigeninitiative gefragt, um den Aero-Halter etwa über eine Textilunterlegung oder mit einem Gummi-Pad stabil am Lenker zu fixieren. Negativ: Bei den Kabelbinder-Halterungen von Teasi und Falk verrutschte das Navi in unserer Streckenprüfung durch das Gewicht des Navigationsgeräts nach unten und musste wieder aufgerichtet werden. Das dürfte insbesondere Mountainbiker bei holprigen Wegen abseits der Straße stören.

Nach der Montage kann es losgehen – es sei denn, Sie haben noch kostenpflichtiges Zubehör wie Geschwindigkeits– und Trittfrequenz-Sensoren gekauft. Solche Sensoren müssen zusätzlich am Rad befestigt werden. Die Verbindung zum Navi erfolgt kabellos über den Bluetooth-Kurzstreckenfunk.

Navigation zum Zielpunkt

Fahrrad-Navis kennen auch Straßen und Wege, die für Autos gesperrt oder mit dem Pkw nicht befahrbar sind. Die Eingabe der Zieladressen über die Touch-Displays der Testkandidaten war gleichermaßen schnell erledigt, wobei sich die größeren Displays von Teasi One 3 eXtend und Falk Tiger Pro positiv bemerkbar machen.

Alternativ zu einer Adresse lassen sich auch Point of Interests (POIs) wie Aussichtspunkte, Cafés und Restaurants auswählen. Bei Teasi und Falk ist das POIs-Verzeichnis besonders umfangreich und umfasst sogar Schlauchautomaten und Fahrradhändler (Falk). Beide Hersteller bieten zudem die Möglichkeit, vor Fahrtantritt zwischen Alternativstrecken auszuwählen – praktisch, wenn Sie große Steigungen vermeiden möchten. Bei der Streckenauswahl hilft die Anzeige der zu überwindenden Höhenmeter.

Die Routenführung selbst stellte keinen der Testfahrer vor Schwierigkeiten: Auf unseren Teststrecken über jeweils 15 Kilometer gaben alle drei Geräte dieselben Fahr– und Richtungsanweisungen zum Ziel. Zusätzlich angezeigte Infos wie Weglänge sind bei Falk, Teasi und Garmin übersichtlich und gut ablesbar.

Ein Signalton macht auf eine anstehende Aktion wie Abbiegen aufmerksam – der Ton kann aber auch abgestellt werden. Die GPS-Geschwindigkeitsanzeige bei Garmin und Falk weicht übrigens um rund fünf Prozent nach unten gegenüber der Anzeige auf dem Bordcomputer unseres E-Bikes ab.

Fahrradstrecken: Abseits der Straßen fahren

Sie möchten bestimmt nicht nur auf asphaltierten Straßen neben Autos fahren, sondern lieber auf Rad– und Wanderwegen. Auf solchen Strecken spielen Fahrrad-Navis ihre Stärken gegenüber Navigationsgeräten fürs Auto aus. Die Geräte kennen von Haus aus ein großes Wegenetz (Falk: 2,6 Millionen Kilometer), zusätzlich übertragen sie mit der jeweiligen PC-Software oder bei Teasi und Falk auch mittels SD-Karte interessante Strecken auf das Navi. Die Geräte von Garmin, Teasi und Falk kommen mit GPX-Dateien (GPS Exchange Format) zurecht. In diesem Datenformat zur Speicherung von Geodaten können Sie etwa bei www.bikemap.net/de/ oder www.komoot.de Strecken planen und auf das Navi laden. Mit solchen Touren lernen Sie zum Beispiel im Urlaub die Gegend mit dem Fahrrad kennen. Apropos kennenlernen: Mit der Rundkurs-Funktion („Backtrack“) ermöglichen alle drei Navis die Rückkehr zum Ausgangspunkt.

Aktivitäten aufzeichnen und später auswerten

Die Navis im Testfeld integrieren auch Funktionen eines Bordcomputers und dazu gehört unter anderem die Trackaufzeichnung. Damit lassen sich zurückgelegte Strecken speichern und anschließend auswerten – entweder am Gerät selbst oder am PC. Besonders einfach machen Garmin und Falk die Trackaufzeichnung – Sie drücken lediglich eine Taste am Gehäuse und bestätigen den Start, dann stoppen Sie bei Zielerreichung. Gut sind die Trainingsprogramme bei Teasi: Sie stellen etwa Distanz und Kalorienverbrauch ein und das Navi berechnet eine zu Ihrer Vorgabe passende Strecke.

Gutes Team: Garmin Edge Explore 820 und Smartphone

Garmin bietet für sein Navi in Verbindung mit einem iPhone oder einem Android-Smartphone interessante Zusatzfunktionen: Sind die Geräte per Bluetooth gekoppelt und synchronisiert, lassen sich in der App Garmin Connect die Fahraktivitäten übersichtlich und detailreich auswerten. Außerdem werden eingehende Anrufe und Kurznachrichten auf dem Navi signalisiert.
Ein Extra kann sogar Leben retten: Bei einem Sturz mit dem Rad wird nach einer kurzen Zeitspanne eine Mail mit den GPS-Koordinaten an hinterlegte Kontakte versendet, sofern der Verunfallte nicht sein Wohlbefinden am Navi bestätigt.

Fazit

Dank Fahrrad-Navi kommt man auch abseits der Straßen gut und sicher mit seinem E-Bike ans Ziel.

Alle drei Fahrrad-Navis sind für sich gesehen eine Empfehlung wert: Das Teasi One 3 eXtend ist angesichts des konkurrenzlos günstigen Preises von knapp 150 Euro und der soliden Ausstattung ein echter Preistipp.

Garmin punktet beim vergleichsweise kleinen und leichten Edge Explore 820 mit Extras wie der Smartphone-Kopplung und sehr guten Auswertungen innerhalb der App.

Beim Falk Tiger Pro überzeugt vor allem das Kartenmaterial mit einem umfassenden Wegenetz. Mit keinem der drei Navis kann man beim Kauf etwas falsch machen – letztendlich entscheiden die persönlichen Präferenzen für oder gegen die Geräte. Das für uns beste Gesamtpaket aus Preis, Ausstattung und Bedienung bietet Teasi One 3 eXtend.

Mobiler Fahrradservice

Falls ACV Mitglieder mit dem Fahrrad unterwegs sind und die Kette reißt oder sie sich einen Platten einfahren, hilft der mobile Fahrradservice, damit die Fahrt schnell wieder weitergeht. Die Pannenhilfe fürs Fahrrad ist ohne Zusatzkosten in die ACV Mitgliedschaft integriert. Geschützt sind alle Fahrräder, E-Bikes, Pedelecs und Fahrradanhänger, die nicht versicherungspflichtig sind – und die Pannenhilfe für Fahrräder gilt bereits ab Wohnort.

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