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Keine Riesen-​Lkw auf Deutsch­lands Stra­ßen

Köln, 27.07.2017. Der ACV Automobil-​Club Ver­kehr unter­stützt ab sofort die Kam­pa­gne gegen die umstrit­te­nen Riesen-​Lkw in Deutsch­land www​.keine​-giga​li​ner​.de. Mit einer Länge von über 25 Metern sind Giga­li­ner bis zu 6,5 Meter län­ger als her­kömm­li­che Lkw. Gemein­sam mit BUND, Deut­sche Umwelt­hilfe und Alli­anz pro Schiene kämpft der ACV gegen die Aus­wei­tung des Stre­cken­net­zes, auf dem die Riesen-​Lkw fah­ren dür­fen.

Über 70 Pro­zent des Güter­ver­kehrs fin­det auf der Straße statt. Und bis zum Jahr 2030 wird der Güter­ver­kehr noch um 38 Pro­zent zuneh­men, pro­gnos­ti­ziert das BMVI. Wäh­rend der Markt­an­teil der Güter­bah­nen und Bin­nen­schiffe sinkt, wächst der Güter­ver­kehr auf der Straße von Jahr zu Jahr.

Giga­li­ner ver­bil­li­gen den Lkw-​Transport wei­ter um bis zu 30 Pro­zent. Eine wis­sen­schaft­li­che Stu­die hat nach­ge­wie­sen, dass die Zulas­sung der über­lan­gen Las­ter zu rund 7.000 zusätz­li­chen Lkw-​Fahrten jeden Tag führt. Diese Lkw-​freundliche Poli­tik der Bun­des­re­gie­rung gibt die fal­sche Ant­wort auf die Frage, wie das stei­gende Güter­ver­kehrs­auf­kom­men wirt­schaft­lich, umwelt­freund­lich und sozial ver­träg­lich abge­wi­ckelt wer­den kann.

Indes hat das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­rium im Allein­gang zum 1. Januar 2017 den Regel­be­trieb von Riesen-​Lkw in Deutsch­land frei­ge­ge­ben. Die Zulas­sung für Giga­li­ner ist zudem ein nicht abschätz­ba­res Risiko für die Sicher­heit aller Ver­kehrs­teil­neh­mer und trägt zur Kli­ma­be­las­tung bei. Außer­dem ver­stößt sie gegen das EU-​Recht, des­halb haben das Ver­bän­de­bünd­nis BUND, Deut­sche Umwelt­hilfe und Alli­anz pro Schiene Klage beim Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ein­ge­reicht.

Des­halb lehnt der ACV Riesen-​Lkw ab:

Sicher­heits­ri­siko für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer

Bereits heute ist an jedem fünf­ten töd­li­chen Unfall ein Lkw betei­ligt. Drei Vier­tel aller Deut­schen leh­nen Giga­li­ner ab, das ergab eine Umfrage von Forsa.

Sicher­heits­ri­si­ken beim Ein­satz von Giga­li­nern beste­hen unter ande­rem durch:

  • Unüber­sicht­li­che und lange Über­hol­vor­gänge.
  • Behin­de­rung der Ver­kehrs­teil­neh­mer und die Ver­kehrs­si­tua­tion an Kreu­zun­gen, Kreis­ver­keh­ren und beim Abbie­gen wird unüber­sicht­lich. Häu­fig wird kein Sicher­heits­spiel­raum für andere Ver­kehrs­teil­neh­mer gege­ben und Riesen-​Lkw müs­sen auf fremde Fahr­strei­fen aus­wei­chen.
  • Tunnel-​Nothaltebuchten sind für die über 25-​Meter lan­gen Lkws zu kurz.

Giga­li­ner belas­ten die Infra­struk­tur

Die Stra­ßen­in­fra­struk­tur, ins­be­son­dere Kreu­zun­gen, Kreis­ver­kehre, Tun­nel und Park­plätze, muss auf Riesen-​Lkws ange­passt wer­den, dabei wer­den bereits heute drin­gende infra­struk­tu­relle Instand­set­zun­gen ver­nach­läs­sigt.

Eine beson­dere Belas­tung ist der Giga­li­ner für Brü­cken, denn die Fahr­zeuge sor­gen für mehr Güter­ver­kehr auf der Straße. Die Folge: Brü­cken wer­den schnel­ler insta­bil.

Die Kos­ten für den Aus­bau, der durch den Ein­satz von Riesen-​Lkw unum­gäng­lich ist, wer­den auf den Steu­er­zah­ler umge­legt.

Giga­li­ner scha­den der Umwelt

Mit der Ver­bil­li­gung des Lkw-​Transports erhal­ten kli­ma­scho­nende Ver­kehrs­trä­ger wie die Güter­bahn oder das Bin­nen­schiff erheb­li­che Wett­be­werbs­nach­teile. Die Ver­la­ge­rung von Trans­por­ten auf die Straße wird begüns­tigt, das führt zu mehr Lkw-​Verkehr. Dadurch stei­gen die Umwelt­be­las­tun­gen wie etwa die Treib­haus­gas­emis­sio­nen.

E-​Mail Aktion: Gigaliner-​Strecken strei­chen

Mit der Son­der­er­laub­nis des BMVI hat der Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter den Weg für den Ein­satz von Giga­li­nern zwar vor­erst frei­ge­macht, aller­dings ent­schei­den die Län­der, auf wel­chen Stra­ßen Riesen-​Lkw fah­ren dür­fen. Das Stre­cken­netz umfasst schon 11.600 Kilo­me­ter, von der Auto­bahn bis zur Kreis– und Gemein­de­straße.

Auf dem Online­por­tal www​.keine​-giga​li​ner​.de des Ver­bän­de­bünd­nis­ses haben Bür­ger die Mög­lich­keit, eine Pros­test­mail an ihre Lan­des­re­gie­rung zu schi­cken und sie dazu auf­zu­for­dern, keine Stre­cken für die Riesen-​Lkw frei­zu­ge­ben.


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Pro­test­mail Aktion: Die umstrit­te­nen Riesen-​Lkw sind gefähr­lich, umwelt­schäd­lich und teuer
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