Mietwerkstatt

Worauf Sie bei einer Mietwerkstatt achten sollten

Bei Besitzern älterer Gebrauchtwagen ist die Mietwerkstatt beliebt, denn Fachbetriebe werden immer teurer. Der ACV warnt bei Do-it-yourself-Reparaturen jedoch vor Montagefehlern.

Sie­ben Pro­zent aller Pkw-Halter geben ihr Fahr­zeug nicht in eine Werk­statt, son­dern küm­mern sich bei War­tung und Repa­ra­tur selbst um ihren Wagen. Das geht aus dem DAT-Report 2015 für die deut­sche Auto­mo­bil­wirt­schaft her­vor. Danach setzt sich der lang­jäh­rige Trend fort, dass der soge­nannte Do-It-Yourself-Anteil mit dem Fahr­zeugal­ter zunimmt: Bei Autos, die zehn Jahre und älter sind, schrau­ben die Deut­schen laut DAT-Report in 13 Pro­zent der Fälle selbst. Der Zen­tral­ver­band Deut­sches Kraft­fahr­zeug­ge­werbe (ZDK) geht in sei­nem Jah­res­be­richt sogar von 17 Pro­zent aus.

Wel­che ist die rich­tige Miet­werk­statt?

Die Preise der Hob­by­werk­stätte, die stun­den­weise gemie­tet wer­den kön­nen, vari­ie­ren stark. Wer eine Miet­werk­statt besu­chen möchte, sollte dar­auf ach­ten, dass immer ein Kfz-Meister anwe­send ist.

Er sollte sei­nen Kun­den bei Fach­fra­gen unter­stüt­zend zur Seite ste­hen und am Schluss die selbst durch­ge­führ­ten Repa­ra­tu­ren abneh­men - bevor das Auto wie­der auf die Straße rollt.

Repa­ra­tur in sau­be­ren und hel­len Werk­statt­hal­len

Ein wei­te­rer Hin­weis, der auf eine gute Miet­werk­statt hin­deu­tet, ist die Sau­ber­keit und Ord­nung in der Werk­statt­halle und an den Arbeits­plät­zen. Her­um­lie­gen­des Werk­zeug und Gegen­stände wei­sen nicht nur auf eine nach­läs­sige Füh­rung hin, son­dern kön­nen auch ris­kante Stol­per­fal­len sein.

Ins­eb­son­dere dann, wenn die Licht­ver­hält­nisse in der Werk­statt schlecht ist. Helle Räum­lich­kei­ten sind für die Durch­füh­rung von Repa­ra­tu­ren uner­läss­lich.

Mietwerkstatt

Ange­bracht sind Aus­le­se­ge­rät und Spe­zi­al­werk­zeug

Bei der Aus­wahl der rich­ti­gen Miet­werk­statt für die Arbeit, die Sie an Ihrem Auto durch­füh­ren wol­len, soll­ten Sie zudem auf die Qua­li­tät und Aus­wahl der Werk­zeuge ach­ten. Ein Dia­gno­se­ge­rät, das über die OBD Schnitt­stelle die Feh­ler aus­liest ist not­wen­dig, zudem soll­ten die Arbeits­ge­räte auf dem neu­es­ten Stand der Tech­nik sein, Spe­zi­al­werk­zeuge für unter­schied­li­che Anwen­dungs­be­rei­che soll­ten vor­han­den sein.

Ersatz­teile und Zube­hör wie zum Bei­spiel Motoröl müs­sen Sie selbt mit­brin­gen. Einige Miet­werk­stät­ten bie­ten jedoch die Bestel­lung von Ersatz­tei­len an, die häu­fig am nächs­ten Tag bereits zur Ver­fü­gun ste­hen.

Check­list: Dar­auf soll­ten Sie ach­ten

  • Qua­li­fi­zier­tes Fach­per­so­nal, das Repa­ra­tu­ren abnimmt
  • Gute Licht­ver­hält­nisse
  • Ord­nung und Sau­ber­keit
  • Gute Belüf­tung der Werk­statt
  • Qua­li­ta­tiv hoch­we­rit­ges Werk­zeug
  • Umfas­sen­des Sor­ti­ment an Werk­zeu­gen
  • Spe­zi­al­werk­zeug
  • Dia­gno­se­ge­rät

Repa­ra­tur in Miet­werk­statt spart Geld

Selbst­hil­fe­werk­stät­ten sind popu­lär, weil hier in der Regel das Werk­zeug bereit­liegt, das Hobby-Schrauber für ihre Arbei­ten benö­ti­gen. Das wich­tigste Argu­ment ist für die meis­ten Kun­den aber der ver­gleichs­weise nied­rige Preis.

Tat­säch­lich sind die Kos­ten für Repa­ra­tu­ren in den Fach­werk­stät­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in die Höhe geschnellt. 2014 lag der Service-Umsatz im deut­schen Kfz-Gewerbe bei knapp 30 Mil­li­ar­den Euro, dazu gehö­ren Werk­statt­um­satz sowie Lohn, Ersatz­teile und Zube­hör. Das ist ein gewal­ti­ger Anstieg: Zehn Jahre zuvor waren es nur rund 24 Mil­li­ar­den Euro.

„Das Risiko bei der Eigenreparatur in einer Mietwerkstatt liegt vor allem in den mangelnden Kenntnissen über das Fahrzeug und über den richtigen Einbau der Ersatzteile”

Jochen Haupt, ACV Fahrzeugexperte

Die Risi­ken von Repa­ra­tu­ren in einer Miet­werk­statt

Der ACV warnt jedoch davor, sein Auto kom­plett in Eigen­re­gie zu über­ho­len. „Das Risiko bei der Eigen­re­pa­ra­tur in einer Miet­werk­statt liegt vor allem in den man­geln­den Kennt­nis­sen über das Fahr­zeug und über den rich­ti­gen Ein­bau der Ersatz­teile”, erklärt ACV Fahr­zeug­ex­perte Jochen Haupt. Mon­ta­ge­feh­ler seien nicht nur Gift für das Auto. „Viel­mehr bringt sich der Fah­rer damit selbst in Gefahr, wenn das Auto an der nächs­ten Kreu­zung zum Bei­spiel nicht mehr zuver­läs­sig bremst.” Zudem grif­fen viele auf Ersatz­teile schlech­ter Qua­li­tät zurück, zu denen kein Fach­han­del raten würde. „Es wer­den aber nicht nur bil­lige, son­dern sogar fal­sche Teile ver­baut.”

Bei Mon­ta­ge­feh­lern greift die Ver­si­che­rung nicht

Hinzu kommt, dass bei Mon­ta­ge­feh­lern der Ver­si­che­rungs­schutz erlischt: zum Bei­spiel wenn Brems­be­läge fal­sch mon­tiert oder Schrau­ben nicht vor­schrifts­mä­ßig ange­zo­gen sind. Vor Gericht könnte das den ver­ant­wort­li­chen Kfz-Haltern dann als grobe Fahr­läs­sig­keit ange­las­tet wer­den.

Man­che Repa­ra­tu­ren sind nichts für eine Miet­werk­statt

Der ACV rät Hobby-Schraubern daher gene­rell dazu, die Do-It-Yourself-Arbeiten am eige­nen Auto auf ein­fa­che Tätig­kei­ten zu beschrän­ken. Der regel­mä­ßige Ölwech­sel, die Prü­fung des Rei­fen­drucks oder die Aut­o­pflege kön­nen selbst erle­digt wer­den. Auch Schei­ben­wi­scher oder Bir­nen kann man selbst wech­seln. „Repa­ra­tu­ren an Brem­sen, Rei­fen, Len­kung, Achs­tei­len und Fahr­werk dage­gen soll­ten grund­sätz­lich von einer Fach­werk­statt über­nom­men wer­den”, unter­streicht ACV Fahr­zeug­ex­perte Haupt.

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