Wintercheck Auto

Wintercheck am Auto: Sicher durch die kalte Jahreszeit

Der Wintercheck an Ihrem Auto ist wichtig für Ihre Sicherheit. Dabei sind aber viele Vorurteile im Umlauf. Ein paar davon haben wir auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft.

1 2014_4_5 AUTOPFLEGEScheibenreinigerMit einem All­rad­ler kommt man bes­ser durch den Win­ter

Das ist nur bedingt rich­tig. Zwei­fel­los kom­men all­rad­ge­trie­bene Fahr­zeuge dank ihrer bes­se­ren Trak­tion gerade auf schlüpf­ri­gem Unter­grund bes­ser in Fahrt – vor allem dann, wenn es berg­auf geht. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille, denn beim Ver­zö­gern gel­ten auch hier die ganz nor­ma­len Regeln der Fahr­phy­sik: Der Brems­weg ist genauso lang wie bei einem Front- oder Heck­trieb­ler.

M+S-Reifen rei­chen im Win­ter völ­lig aus

Theo­re­ti­sch ja! Die M+S-Kennung steht für „Mat­sch und Schnee“, fin­det sich aber auch an grob­stol­li­gen Rei­fen, die sich nur bedingt für den Win­ter­ein­satz eig­nen. Der gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Win­ter­rei­fen­pflicht bei Glatt­eis und Schnee­glätte kommt man damit zwar nach, für echte Win­ter­rei­fen­qua­li­tä­ten bürgt aber nur das Schneeflocken-Symbolauf der Rei­fen­flanke.

Für Win­ter­rei­fen gilt die­selbe Min­dest­pro­fil­tiefe wie für Som­mer­rei­fen

Ja, aber: In einer Poli­zei­kon­trolle bekommt man mit der gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Rest­pro­fil­tiefe von 1,6 Mil­li­me­tern kei­nen Ärger, in der Regel aber eine Ermah­nung zum bal­di­gen Rei­fen­wech­sel – und das aus gutem Grund: Da die Trak­tion der Rei­fen aber schon eher deut­lich nach­lässt, emp­fiehlt es sich, Win­ter­rei­fen nur mit bis zu vier Mil­li­me­ter Rest­pro­fil zu nut­zen.

Mit All­rad­an­trieb und Win­ter­rei­fen braucht man keine Schnee­ket­ten

Fal­sch! In Deutsch­land, Frank­reich, Ita­lien, Öster­reich und der Schweiz kön­nen Schnee­ket­ten durch ein Ver­kehrs­schild ange­ord­net wer­den, das dann auch für All­rad­ler gilt. Wer dage­gen ver­stößt und damit andere Ver­kehrs­teil­neh­mer gefähr­det, wird zur Kasse gebe­ten: In Öster­reich kann ein Ver­stoß bis zu 5000 Euro kos­ten. Tex­tile Anfahr­hil­fen wie etwa die Schnee­so­cke wer­den bei ange­ord­ne­ter Schnee­ket­ten­pflicht grund­sätz­lich nicht aner­kannt.

Vase­line ver­hin­dert das Zufrie­ren von Tür­dich­tun­gen

Lei­der nicht! Auch Haus­mit­tel wie Hirsch­talg (hilft kaum) oder Tal­kum­pu­der (müh­sam auf­zu­brin­gen) sind nicht der Weis­heit letz­ter Schluss. Wir­kungs­voll und pro­blem­los anwend­bar sind dage­gen glyzerin- oder sili­kon­hal­tige Pfle­ge­stifte und -Sprays, wie sie bei­spiels­weise von Nig­rin oder Sonax im Zube­hör­han­del ange­bo­ten wer­den.

Zum Eis­krat­zen reicht auch die Scheck­karte

Im Not­fall ja. Ob das gute Stück danach aber auch noch vom Geld­au­to­ma­ten akzep­tiert wird, steht auf einem ande­ren Blatt. Völ­lig abzu­ra­ten ist aber von scharf­kan­ti­gen Not­hel­fern wie etwa CD-Hüllen, die häu­fig Krat­zer in der Scheibe ver­ur­sa­chen. In jedem Fall lohnt sich die Inves­ti­tion in einen sta­bi­len Eis­krat­zer, der über eine Säge­zahn­kante für gro­bes Eis und eine glatte Kante für Rau­reif ver­fü­gen sollte.

Um war­tungs­freie Bat­te­rien muss man sich nicht küm­mern

Rich­tig! Muss man nicht. Im Inter­esse einer län­ge­ren Halt­bar­keit sollte man aber trotz­dem min­des­tens ein­mal jähr­lich den Flüs­sig­keits­stand in den Zel­len über­prü­fen und – wenn mög­lich – mit destil­lier­tem Was­ser auf­fül­len. Um die Lebens­dauer des Akkus zu ver­län­gern emp­fiehlt es sich auch, die Ober­flä­che der Bat­te­rie stets sau­ber zu hal­ten und regel­mä­ßig den fes­ten Sitz der Polklem­men zu über­prü­fen.

Bei schlech­ter Sicht darf man die Nebel­schluss­leuchte ein­schal­ten

Nicht ganz fal­sch, aber auch nicht ganz rich­tig. Genauer müsste es hei­ßen: „Nur bei sehr schlech­ter Sicht.“ Gesetz­lich vor­ge­schrie­ben ist das Ein­schal­ten der Nebel­schluss­leuch­ten erst – und nur! – dann, wenn die Sicht­weite weni­ger als 50 Meter beträgt. Wer die roten Strah­ler schon bei Nie­sel­re­gen oder leich­tem Nebel akti­viert, blen­det damit nicht nur sämt­li­che nach­fol­gen­den Ver­kehrs­teil­neh­mer, son­dern ris­kiert auch ein Ver­war­nungs­geld.