Wintercheck Auto

Wintercheck: Tipps und Tricks rund ums Autofahren im Winter

Eis­krat­zen mit der Scheck­karte? Nebel­schluss­leuchte bei Nie­sel­re­gen? M+S Rei­fen im Win­ter? Wir haben Behaup­tun­gen und Tricks rund um das Auto­fah­ren im Win­ter auf ihren Wahr­heits­ge­halt über­prüft. Hät­ten Sie die Ant­wor­ten gewusst?

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Schrei­ben­rei­ni­ger mit Frot­schutz ist im Win­ter Pflicht.

Ver­hin­dert Vase­line das Zufrie­ren von Tür­dich­tun­gen?

Lei­der nicht! Auch Haus­mit­tel wie Hirsch­talg (hilft kaum) oder Tal­kum­pu­der (müh­sam auf­zu­brin­gen) sind nicht der Weis­heit letz­ter Schluss. Wir­kungs­voll und pro­blem­los anwend­bar sind dage­gen gly­ze­rin– oder sili­kon­hal­tige Pfle­ge­stifte und Sprays, wie sie bei­spiels­weise von Nig­rin oder Sonax im Han­del ange­bo­ten wer­den.

Reicht zum Eis­krat­zen auch die Bank­karte?

Im Not­fall ja. Ob das gute Stück danach aber auch noch vom Geld­au­to­ma­ten akzep­tiert wird, steht auf einem ande­ren Blatt. Völ­lig abzu­ra­ten ist aber von scharf­kan­ti­gen Not­hel­fern wie etwa CD-​Hüllen, die häu­fig Krat­zer in der Scheibe ver­ur­sa­chen. In jedem Fall lohnt sich die Inves­ti­tion in einen sta­bi­len Eis­krat­zer, der über eine Säge­zahn­kante für gro­bes Eis und eine glatte Kante für Rau­reif ver­fü­gen sollte.

Muss ich mich um war­tungs­freie Bat­te­rien nicht küm­mern?

Rich­tig! Müs­sen Sie nicht. Im Inter­esse einer län­ge­ren Halt­bar­keit soll­ten Sie aber trotz­dem min­des­tens ein­mal jähr­lich den Flüs­sig­keits­stand in den Zel­len über­prü­fen und – wenn mög­lich – mit destil­lier­tem Was­ser auf­fül­len. Um die Lebens­dauer des Akkus zu ver­län­gern, emp­fiehlt es sich auch, die Ober­flä­che der Bat­te­rie stets sau­ber zu hal­ten und regel­mä­ßig den fes­ten Sitz der Polklem­men zu über­prü­fen.

Darf ich bei schlech­ter Sicht die Nebel­schluss­leuchte ein­schal­ten?

Nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz rich­tig. Genauer müsste es hei­ßen: „Nur bei sehr schlech­ter Sicht.“ Gesetz­lich vor­ge­schrie­ben ist das Ein­schal­ten der Nebel­schluss­leuch­ten erst – und nur! – dann, wenn die Sicht­weite weni­ger als 50 Meter beträgt. Wer die roten Strah­ler schon bei Nie­sel­re­gen oder leich­tem Nebel akti­viert, blen­det damit nicht nur sämt­li­che nach­fol­gen­den Ver­kehrs­teil­neh­mer, son­dern ris­kiert auch ein Ver­war­nungs­geld.

Winterreifen Test

Rei­chen M+S-Reifen im Win­ter aus?

Theo­re­tisch ja. Die M+S-Kennung steht für „Matsch und Schnee“, fin­det sich aber auch an grob­stol­li­gen Rei­fen, die sich nur bedingt für den Win­ter eig­nen. Der gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Win­ter­rei­fen­pflicht bei Glatt­eis und Schnee­glätte kommt man damit nach.

Für echte Win­ter­rei­fen­qua­li­tä­ten bürgt aber nur das Schneeflocken-​Symbol auf der Rei­fen­flanke. Denn nur Rei­fen, die die­ses Sym­bol tra­gen, sind auch tat­säch­lich auf win­ter­li­che Bedinun­gen geprüft. Neue Rei­fen ab 1.1.2018 müs­sen das Schneeflocken-​Symbol tra­gen.

Kommt man mit einem All­rad­ler bes­ser durch den Win­ter?

Das ist nur bedingt rich­tig. Zwei­fel­los kom­men all­rad­ge­trie­bene Fahr­zeuge dank ihrer bes­se­ren Trak­tion gerade auf schlüpf­ri­gem Unter­grund bes­ser in Fahrt – vor allem dann, wenn es berg­auf geht.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille, denn beim Ver­zö­gern gel­ten auch hier die ganz nor­ma­len Regeln der Fahr­phy­sik: Der Brems­weg ist genauso lang wie bei einem Front– oder Heck­trieb­ler.

Gilt für Win­ter­rei­fen die­selbe Min­dest­pro­fil­tiefe wie für Som­mer­rei­fen?

Ja, aber: In einer Poli­zei­kon­trolle bekommt man mit der gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Rest­pro­fil­tiefe von 1,6 Mil­li­me­tern kei­nen Ärger, in der Regel aber eine Ermah­nung zum bal­di­gen Rei­fen­wech­sel – und das aus gutem Grund: Da die Trak­tion der Rei­fen deut­lich nach­lässt, emp­fiehlt es sich, Win­ter­rei­fen nur mit bis zu vier Mil­li­me­ter Rest­pro­fil zu nut­zen.

Braucht man mit All­rad­an­trieb und Win­ter­rei­fen keine Schnee­ket­ten?

Falsch! In Deutsch­land, Frank­reich, Ita­lien, Öster­reich und der Schweiz kön­nen Schnee­ket­ten durch ein Ver­kehrs­schild ange­ord­net wer­den, das dann auch für All­rad­ler gilt. Wer dage­gen ver­stößt und damit andere Ver­kehrs­teil­neh­mer gefähr­det, wird zur Kasse gebe­ten: In Öster­reich kann ein Ver­stoß bis zu 5000 Euro kos­ten. Tex­tile Anfahr­hil­fen wie etwa die Schnee­so­cke wer­den bei ange­ord­ne­ter Schnee­ket­ten­pflicht grund­sätz­lich nicht aner­kannt.

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