Schlagloch-Schaden

Schlagloch-Schäden: Wer bezahlt?

Schlagloch um Schlagloch – Deutschlands Straßen sind marode. Was Autofahrer gegen Schäden am Fahrzeug durch Schlaglöcher tun können – und wer für die Kosten aufkommt.

Schlagloch-SchädenDeutsch­lands Stra­ßen haben Karies und die Auto­fah­rer fah­ren von Mün­chen bis Kiel Sla­lom um die Schlag­lö­cher. Allein in Köln wer­den die Kos­ten für die Sanie­rung der maro­den Stra­ßen auf über 200 Mil­lio­nen Euro geschätzt.

Im Ver­gleich dazu sind die Kos­ten für Scha­den­er­satz bei geschä­dig­ten Auto­fah­rern der­zeit noch rela­tiv nied­rig. Doch es wer­den immer mehr: Auf­grund der mit­un­ter abgrund­tie­fen Schlag­lö­cher weh­ren sich Auto­be­sit­zer bei den Kom­mu­nen.

Aber wer muss tat­säch­lich zah­len? Stadt oder Kom­mune? Oder über­nimmt die Ver­si­che­rung die Kos­ten?

Schlagloch-Schaden vor Gericht erfolg­reich?

Ob Stadt oder Kom­mune zah­len, liegt nicht nur am kon­kre­ten Fall, es gibt auch unter­schied­li­che Gerichts­ur­teile dazu. So sprach im Jahr 2006 das Land­ge­richt Mei­nin­gen einer Auto­fah­re­rin die Erstat­tung eines Schlag­loch­scha­dens in Höhe von 403,63 Euro zu, weil sie der Stadt Suhl Män­gel bei der Absi­che­rung von Fahr­bahn­schä­den nach­wei­sen konnte.

Schlag­lö­cher müs­sen aus­ge­schil­dert sein

In ande­ren Urtei­len wurde aller­dings die Über­nahme der Schä­den abge­lehnt. Gän­gige Begrün­dung: Bei all­ge­mein schlech­ten Stra­ßen­zu­stän­den, aus­rei­chen­der Beschil­de­rung und ange­mes­se­ner Fahr­weise kön­nen Schä­den ver­mie­den wer­den. Um im Fall des Fal­les rich­tig abge­si­chert zu sein und Ihr Recht auch ein­for­dern zu kön­nen, sind eine Voll­kas­ko­ver­si­che­rung sowie eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung für gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen unbe­dingt emp­feh­lens­wert.

Umsich­tige Fahr­weise kann Schä­den ver­mei­den

Unter Umstän­den über­nimmt auch die Voll­kas­ko­ver­si­che­rung den Scha­den, der durch ein Schlag­loch am Auto ent­ste­hen kann. Nichts­des­to­trotz soll­ten Auto­be­sit­zer auch beson­ders umsich­tig fah­ren: Gemäß der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung muss jeder Fah­rer sein Fahr­ver­hal­ten den Wit­te­rungs­be­din­gun­gen und den Stra­ßen­ver­hält­nis­sen anpas­sen.

Wer den Scha­den durch ein Schlag­loch hat, muss für Beweise sor­gen

Auto­fah­rern, deren Fahr­zeug durch ein Schlag­loch beschä­digt wurde, soll­ten laut dem Gesamt­ver­band der deut­schen Ver­si­che­rer auf Num­mer sicher gehen, indem sie wich­tige Beweise foto­gra­fie­ren: Der Scha­den am Fahr­zeug wie auch das Schlag­loch und die Ver­kehrs­be­schil­de­rung vor Ort soll­ten doku­men­tiert wer­den. Die Kom­mu­nen sind zwar ver­pflich­tet, auf Stra­ßen­schä­den auf­merk­sam zu machen, aber oft müs­sen Auto­fah­rer den­noch bewei­sen, dass sie vor dem Loch im Boden nicht gewarnt wor­den sind. Auch Zeu­gen­aus­sa­gen ande­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer sowie ein Hin­zu­ru­fen der Poli­zei kön­nen hilf­reich sein.

Nicht jedes Schlag­loch wird zur Gefahr

Nicht jedes Schlag­loch ist gefähr­lich, denn Autos sind recht robuste Vehi­kel, so schnell gehen sie nicht ent­zwei. Die Erfah­rung der Ver­si­che­rer zeigt: Zusam­men­stöße mit ande­ren Autos auf­grund von Glatt­eis kom­men deut­lich häu­fi­ger vor. Auch hier über­nimmt die Voll­kas­ko­ver­si­che­rung den Scha­den am eige­nen Auto. Das Ver­kehrs­op­fer erhält die Repa­ra­tur­kos­ten von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Ver­ur­sa­chers.