Schlagloch-Schaden

Schlagloch-Schäden: Wer bezahlt?

Schlag­loch um Schlag­loch – Deutsch­lands Stra­ßen sind marode. Was Auto­fah­rer gegen Schä­den am Fahr­zeug durch Schlag­lö­cher tun kön­nen – und wer für die Kos­ten auf­kommt.

Schlagloch-SchädenDeutsch­lands Stra­ßen haben Karies und die Auto­fah­rer fah­ren von Rosen­heim bis Kiel Sla­lom um die Schlag­lö­cher. Vor allem im Früh­jahr, wenn das letzte Eis geschmol­zen ist, wer­den die Schä­den durch den Win­ter auf vie­len Neben­stre­cken oder Land­stra­ßen sicht­bar.

Auf­grund der teil­weise tie­fen Schlag­lö­cher weh­ren sich Auto­be­sit­zer bei den Kom­mu­nen, wenn es dadurch Schä­den am Fahr­zeug gibt. Aber wer muss tat­säch­lich zah­len? Stadt oder Kom­mune? Oder über­nimmt die Ver­si­che­rung die Kos­ten?

Schlagloch-​Schaden? So gehen Sie vor!

Für Auto­be­sit­zer ist es schwer, bei Schä­den durch Schlag­lö­chern Recht zu bekom­men, die Beweis­last liegt beim Geschä­dig­ten. Die Kom­mu­nen sind zwar ver­pflich­tet, auf Stra­ßen­schä­den auf­merk­sam zu machen, aber oft müs­sen Auto­fah­rer den­noch bewei­sen, dass sie vor dem Loch nicht gewarnt wor­den sind. Daher ist eine aus­führ­li­che Doku­men­ta­tion wich­tig – und auch für eine Mel­dung bei der Ver­si­che­rung kann die Doku­men­ta­tion nicht scha­den.

  • Doku­men­tie­ren und foto­gra­fie­ren Sie den Scha­den am Fahr­zeug.
  • Foto­gra­fie­ren Sie das Schlag­loch und wenn es die Ver­kehrs­si­tua­tion erlaubt, mes­sen Sie Größe und Tiefe.
  • Doku­men­tie­ren Sie die Ver­kehrs­be­schil­de­rung vor Ort.
  • Zeu­gen­aus­sa­gen ande­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer sowie ein Hin­zu­ru­fen der Poli­zei kön­nen hilf­reich sein.

Schlagloch-​Schaden vor Gericht erfolg­reich?

Bild für Kein Schlagloch-Soli für AutofahrerOb Stadt oder Kom­mune zah­len, liegt am kon­kre­ten Fall. Nur wenn der Auto­fah­rer nicht aus­rei­chend gewarnt wurde, gibt es vor Gericht eine Chance.

Dass dies gelin­gen kann, zei­gen Gerichts­ur­teile. So sprach im Jahr 2006 das Land­ge­richt Mei­nin­gen einer Auto­fah­re­rin die Erstat­tung eines Schlag­loch­scha­dens in Höhe von 403,63 Euro zu, weil sie der Stadt Suhl Män­gel bei der Absi­che­rung von Fahr­bahn­schä­den nach­wei­sen konnte.

In einem ande­ren Fall sprach das Ober­lan­des­ge­richt Hamm 2013 einem Auto­be­sit­zer Recht zu, des­sen Fahr­zeug durch ein nicht zu erken­nen­des Schlag­loch in einer Auto­bahn­bau­stelle beschä­digt wurde.

In ande­ren Urtei­len wurde aller­dings die Kos­ten­über­nahme für Schä­den abge­lehnt. Gän­gige Begrün­dung: Bei all­ge­mein schlech­ten Stra­ßen­zu­stän­den, aus­rei­chen­der Beschil­de­rung und ange­mes­se­ner Fahr­weise kön­nen Schä­den vom Auto­fah­rer ver­mie­den wer­den.

Wer zahlt für den Scha­den?

Ist ein Scha­den am Fahr­zeug, bei­spiels­weise am Fahr­werk, am Spoi­ler oder den Rei­fen auf­ge­tre­ten, über­nimmt die Voll­kas­ko­ver­si­che­rung den Scha­den. Hier­bei lohnt sich aber ein Blick in die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen, teil­weise sind Ein­zel­schä­den wie etwa an den Rei­fen nicht abge­deckt oder Sie müs­sen ggf. mit einer Erhö­hung Ihrer Ver­si­che­rungs­bei­tra­ges rech­nen. Bei einer Teilkasko-​Versicherung wer­den keine Kos­ten für Schlag­loch­schä­den über­nom­men.

Sollte es zu gericht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit der Stadt oder Kom­mune kom­men, kann auch die Rechts­schutz­ver­si­che­rung eine gute Unter­stüt­zung sein.

Umsich­tige Fahr­weise kann Schä­den ver­mei­den

Nichts­des­to­trotz soll­ten Auto­be­sit­zer beson­ders umsich­tig fah­ren: Gemäß der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung muss jeder Fah­rer sein Fahr­ver­hal­ten den Wit­te­rungs­be­din­gun­gen und den Stra­ßen­ver­hält­nis­sen anpas­sen. War­nen Schil­der vor Schlag­loch­schä­den oder einer beschä­dig­ten Straße, soll­ten Sie unbe­dingt vor­sich­tig fah­ren. Zum Glück ist nicht jedes Schlag­loch gefähr­lich, denn Autos sind recht robuste Vehi­kel, so schnell gehen sie nicht ent­zwei.