Mit dem Motorrad verreisen: Planung, Zubehör und Kosten

Wer Spaß an län­ge­ren Tages­tou­ren oder einem Wochen­end­aus­flug mit dem Motor­rad hat, der fin­det sicher auch Gefal­len an einer Urlaubs­reise auf zwei Rädern. Wir geben einen Über­blick, was Sie neben der Pla­nung unbe­dingt berück­sich­ti­gen soll­ten.

Wer mit dem Motor­rad in Urlaub möchte, sollte gut vor­be­rei­tet sein. Neben der Pla­nung von Stre­cke und Über­nach­tung mit ent­spre­chen­den Apps für Motor­rad­fah­rer sind wei­tere Aspekte wich­tig: Wie trans­por­tiere ich das Gepäck auf dem Motor­rad? Was muss ich im Aus­land unbe­dingt dabei­ha­ben und beach­ten? Was für Alter­na­ti­ven zum Sel­ber­fah­ren bis zum Rei­se­ziel gibt es? Wir beant­wor­ten die wich­tigs­ten Fra­gen – für klei­nere Rou­ten inner­halb Euro­pas bis zu Motor­rad­rei­sen in die USA.

Motorrad Route 66

Mit dem Motor­rad durch die USA

Der Traum vie­ler Biker ist die rund 4.000 Kilo­me­ter lange Stre­cke auf der legen­dä­ren Route 66 von Chi­cago nach Santa Monica bei Los Ange­les. Wer sein eige­nes Motor­rad zum Crui­sen in die USA mit­neh­men will, der kann zwi­schen Flug– und See­fracht wäh­len.

Als Kos­ten sind jeweils 4.000 bis 4.500 Euro für den Trans­port im Flug­zeug (3 bis 5 Tage) und um die 3.000 bis 3.500 Euro per Schiff (3 bis 5 Wochen) zu ver­an­schla­gen. Man­che Dienst­leis­ter über­neh­men die Ein­fuhr und Zoll­ab­fer­ti­gung. Damit Sie in den USA über­haupt mit dem eige­nen Motor­rad fah­ren dür­fen, benö­ti­gen Sie noch eine inter­na­tio­nale Fahr­zeug­ver­si­che­rung. Diese kos­tet je nach Hub­raum in der Kom­bi­na­tion Haft­pflicht und Voll­kasko rund 300 Euro für einen Monat.

Ange­sichts der ver­gleichs­weise hohen Kos­ten ist ein Miet­mo­tor­rad güns­ti­ger. Eine für die Route 66 stil­echte Harley-​​Davidson gibt es inklu­sive aller Kilo­me­ter und Ver­si­che­run­gen für rund 80 Euro am Tag. Even­tu­ell lohnt es sich sogar, eine Har­ley in den USA zu kau­fen und sie anschlie­ßend nach Deutsch­land mit­zu­neh­men. Zum Preis kom­men dann neben den Trans­port­kos­ten von rund 2.000 Euro noch 19 Pro­zent Umsatz­steuer und 10 Pro­zent Zoll.

Das Motor­rad auf einem Anhän­ger trans­por­tie­ren

Bei Rou­ten inner­halb Euro­pas ist der Trans­port vom Start– zum Ziel­punkt auf einem spe­zi­el­len Motor­rad­an­hän­ger fürs Auto eine gute Alter­na­tive zum Sel­ber­fah­ren mit dem Motor­rad. Das hat den Vor­teil, dass Sie sich beim Gepäck weni­ger ein­schrän­ken müs­sen und die ver­gleichs­weise lang­wei­li­gen Auto­bahn­ki­lo­me­ter ent­spann­ter im Auto zurück­le­gen. Denn nicht jeder nord­deut­sche Biker hat etwa Lust, die rund 900 Kilo­me­ter von Ham­burg bis in die öster­rei­chi­schen Alpen auf der A7 zurück­zu­le­gen.

Motor­rad­an­hän­ger gibt es in ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen für ein oder zwei Motor­rä­der zum Mie­ten – je nach Modell sind dafür pro Woche rund 200 bis 250 Euro fäl­lig. Wer öfters einen Motor­rad­t­rans­por­ter benö­tigt, sollte rund 800 bis 1.200 Euro in den Kauf inves­tie­ren. Höher­wer­tige Modelle mit absenk­ba­rer Lade­flä­che sind deut­lich teu­rer.

hinweisTipp

Motor­rad im Auto­zug: Ita­lien und Öster­reich

Eine Alter­na­tive zum Anhän­ger ist die (teil­weise) Anfahrt zum Rei­se­ziel mit einem Auto­rei­se­zug. Lei­der sind bei der Deut­schen Bahn die Ange­bote nach Frank­reich, Spa­nien und Kroa­tien weg­ge­fal­len. Doch andere Anbie­ter fül­len diese Lücke. Von Düs­sel­dorf, Hamburg-​​Altona, Lör­rach, München-​​Ost und Sylt beste­hen aber wei­ter­hin gute Ver­bin­dun­gen nach Verona in Ita­lien und nach Öster­reich (Wien, Inns­bruck und Vil­lach). Buchun­gen sind in Deutsch­land bei Urlaubs-​​Express, den Öster­rei­chi­schen Bun­des­bah­nen ÖBB und Bahn­Tou­ris­tik­Ex­press mög­lich.

Taschen und Ruck­sä­cke fürs Motor­rad

Bei Rei­sen mit dem Motor­rad wol­len Sie natür­lich neben Waschu­ten­si­lien und Kos­me­tika auch Wech­sel­klei­dung und je nach Rei­se­ziel zusätz­lich Bade­sa­chen oder Outdoor-​​Bekleidung mit­neh­men. Ach­ten Sie daher auf ein aus­rei­chen­des Volu­men der Gepäck­ta­schen in Abhän­gig­keit zu der auf maxi­mal erlaub­ten Zula­dung.

Mit robus­ten Pack­ta­schen rechts und links am Hin­ter­rad und einem Tan­kruck­sack erhal­ten Sie je nach Größe bis zu 50 Liter Stau­raum für Ihr Gepäck.

Je nach Motor­rad gibt es Sat­tel­ta­schen oder robuste Kunst­stoff­bo­xen zur seit­li­chen Mon­tage, die ein Volu­men von je 13 bis 15 Liter haben. Zur Ori­en­tie­rung: Ein han­dels­üb­li­cher Trol­ley, der im Flug­zeug noch als Hand­ge­päck durch­geht, fasst rund 40 Liter. Alter­na­tiv oder zusätz­lich sind Tan­kruck­sä­cke und Hard­ca­ses zur Heck­mon­tage im Ange­bot, die meist eine Kapa­zi­tät von 20 bis 30 Litern besit­zen.

Kom­pakte Ruck­sä­cke zum Auf­schnal­len auf Rücken oder Brust des Fah­rers soll­ten ordent­lich breite und gut sit­zende Gurte haben. Neh­men Sie beim Packen aller Taschen Rück­sicht auf eine gleich­mä­ßige Gewichts­ver­tei­lung.

Tipp: Las­sen Sie sich beim Kauf im Fach­han­del bera­ten, wenn Sie nicht sicher sind, wel­che Taschen zu Ihrem Motor­rad pas­sen.

Das gehört unbe­dingt ins Rei­se­ge­päck

Was Sie neben Klei­dung und Toi­let­ten­ar­ti­keln noch auf die Reise mit­neh­men, ist natür­lich abhän­gig vom Rei­se­ziel und der Rei­se­dauer. In Län­dern mit einem gut aus­ge­bau­ten Werk­statt­netz und Ver­füg­bar­keit der ACV Pan­nen­hilfe kön­nen Sie auf das große Bord­werk­zeug und Ersatz­teile ver­zich­ten. Andern­falls soll­ten Sie fol­gen­des dabei­ha­ben:

  • Werk­zeug
  • Ersatz­bir­nen
  • Zünd­kerze
  • etwas Motoröl
  • Iso­lier­band
  • Rei­se­apo­theke: Schmerz­ta­blet­ten, ein Mit­tel gegen Durch­fall, Kühl­gel
  • Nicht ver­kehrt: Feucht­tü­cher und eine Rolle Toi­let­ten­pa­pier

Die Mit­nahme eines Ver­bands­kas­tens fürs Motor­rad ist in Deutsch­land keine Pflicht, in Öster­reich hin­ge­gen schon. Emp­feh­lens­wert ist das Mit­füh­ren aber auf alle Fälle. Ein Ver­band­set für Motor­rad­fah­rer ent­hält alles für die Erste Hilfe bei einem Motor­rad­un­fall, inklu­sive Ret­tungs­de­cke und Einmal-​​Handschuhe. Ach­ten Sie dar­auf, dass der Ver­bands­kas­ten voll­stän­dig ist und das Ablauf­da­tum noch nicht über­schrit­ten ist. In vie­len Län­dern wie Frank­reich ist zudem das Mit­füh­ren einer Warn­weste Pflicht. Übri­gens: In Frank­reich und Bel­gien müs­sen Motor­rad­fah­rer und deren Bei­fah­rer zwin­gend Hand­schuhe tra­gen.