Lastenrad Kind

Wie sicher sind Fahrradanhänger und Lastenfahrrad für Kinder ?

Parkplatznot, steigende Benzinkosten, Bewegungsmangel – Gründe gibt es genug, das Auto stehen zu lassen. Speziell bei jungen Eltern ergänzen daher immer öfter Fahrradanhänger oder Lastenräder den Familienfuhrpark. Ein paar Beispiele stellen wir hier vor.

Plan­wa­gen

Emma war acht Monate alt, da brach sie zu ihrer ers­ten Rad­tour auf. Mit zwei Rädern und ihrem falt­ba­ren Cha­riot Cor­saire XL war das für die Eltern Anna Glufke und Tho­mas Anker kein Pro­blem. Der Anhän­ger passt in die Fahr­ra­dab­teile der Bahn.

Emma ist heute drei Jahre alt und nach wie vor regel­mä­ßig mit von der Par­tie. „Wir radeln im Urlaub jeweils zwei Stun­den am Vor- und Nach­mit­tag”, sagt Anna Glufke.

Der Plan­wa­gen ist ein tol­ler All­tags­be­glei­ter

Auch im All­tag hat sich der Plan­wa­gen bewährt, meint Tho­mas Anker: „Emma rollt darin jeden Tag zur Kita. Dann las­sen wir den Hän­ger dort ste­hen. Weil wir beide die pas­sende Kupp­lung an unse­ren Rädern haben, sind wir beim Abho­len ganz fle­xi­bel.” Rund 900 Euro haben sie in das gut gefe­derte Spit­zen­mo­dell inves­tiert. Im Som­mer geht es wie­der auf Tour. Dies­mal zu viert: Emmas Schwes­ter Rosa ist dann alt genug.

Bei­wa­gen

Klara kann wegen eines Gen­de­fekts nicht selbst Rad fah­ren, und für ein klas­si­sches Las­ten­rad ist sie schon zu groß. Aber beim Fami­li­en­aus­flug soll Klara nicht feh­len. Beim Fach­händ­ler Ther­a­mo­bile fand Fami­lie Kün­neke eine pas­sende Lösung: das Smike aus der Schweiz. Neben einem klas­si­schen Fahr­rad lässt sich beim Smike eine Art Bei­wa­gen ein­klin­ken.

Ein Elek­tro­an­trieb unter­stützt den Fah­rer und reicht etwa 25 Kilo­me­ter, dann muss der Akku gela­den wer­den. Ohne Bei­wa­gen sieht das Smike wie ein Elek­tro­rad aus. Klara war von Anfang an total begeis­tert und sitzt im Smike auch beson­ders bequem: Ein Lamm­fell schmei­chelt dem Popo. Selbst mit Gips­fuß ist Klara schon im Smike mit­ge­fah­ren. „Sie liebt das Rad. Für das fami­liäre Frei­zeit­le­ben ist es eine enorme Erleich­te­rung“, sagt Dietke Kün­neke. Wenn die Fami­lie im Som­mer mit dem Rad zur Eis­diele fährt, muss nie­mand zu Hause blei­ben.

Renn­wa­gen

Nor­man Bott­ger, Mette Asmus­sen und Jenne (2) sind schnell – fast schon zu schnell für den Foto­gra­fen. Mit ihrem hol­län­di­schen Bak-Fiets (wört­lich über­setzt: Kisten-Rad) düsen sie durch Bre­men. „Die sie­ben Gänge sind opti­mal”, sagt Mette und betont, wie schnell man mit dem Las­ten­rad klar­kommt.

Seit Mai 2011 trans­por­tiert sie ihre Toch­ter und deren Freunde zu Spie­le­treffs, lädt auch mal Was­ser­kis­ten ein oder fährt damit zum Bau­markt. Weil Jenne vor ihnen sitzt, kön­nen die Eltern viel leich­ter Kon­takt zu ihr hal­ten. „Ich kann ihr sogar in den Nacken fas­sen und füh­len, ob es ihr warm oder kalt ist“, sagt Mette Asmus­sen.

Güter­wa­gen

Offi­zi­ell kann Michael Rieck bis zu 100 Kilo­gramm in sei­nen „Long John“ laden. Das däni­sche Las­ten­rad hat eine beson­ders tiefe Lade­flä­che. „Damit hab ich auch schon mal einen Elek­tro­herd trans­por­tiert“, ver­rät Rieck. Aber das ist die Aus­nahme. Seine täg­li­che Tour führt mit Mads und Lotte zum Kin­der­gar­ten. In die selbst gebaute Kiste passt aber auch Mika (8) ganz bequem rein. Kis­sen unter den Hin­tern – und ab geht’s zum Hapkido-Training. Ein neuer Long John mit drei Gän­gen kos­tet etwa 2500 Euro, für sein gebrauch­tes Modell hat Michael Rieck 700 Euro bezahlt. Hinzu kamen etwas Holz, Metall und eine alte Vor­zelt­plane für das Ver­deck. Etwas Fein­tu­ning steht für den Bast­ler jetzt noch an: Die Kiste für die Kin­der könnte bes­ser gefe­dert sein.

Dar­auf soll­ten Sie ach­ten

  • Wer einen Anhän­ger zieht, hat mehr Ver­ant­wor­tung. Da sollte das Eltern­rad auf dem Stand der Tech­nik sein. Der jähr­li­che Check beim Fahr­rad­händ­ler gehört dazu wie die Haupt­un­ter­su­chung (HU) beim Auto.
  • Auch ein Kin­der­sitz belas­tet das Fahr­rad. Das zuläs­sige Gesamt­ge­wicht steht in der Bedie­nungs­an­lei­tung. Mehr als üblich for­dert das zusätz­li­che Gewicht die Brem­sen. Hier kann der Fach­händ­ler bei Bedarf nach­rüs­ten.
  • Je schwe­rer Kind und Sitz sind und je wei­ter hin­ten der Sitz fixiert ist, umso mehr ver­än­dert sich das übli­che Fahr­ver­hal­ten. Kin­der­sitze sind vor allem
    beim Ein- und Aus­stei­gen etwas kip­pe­lig. Ein sta­bi­ler Sei­ten­stän­der am Heck oder ein Zwei­bein­stän­der ver­bes­sern den Stand.
  • Kin­der­an­hän­ger haben einen grö­ße­ren Wen­de­kreis. Auf Ver­kehrs­in­seln und Über­gän­gen muss man die Länge des Gespanns beach­ten, damit der Hän­ger nicht in die Fahr­bahn hin­ein­ragt.
  • Für Kin­der­an­hän­ger sind Reflek­to­ren und Rück­licht vor­ge­schrie­ben. Rot hin­ten und vorne weiß. Ab einer Spur­weite von über 80 Zen­ti­me­tern braucht der Anhän­ger auch vorne an der lin­ken Seite eine Front­leuchte. Bat­te­rielam­pen sind hier­bei erlaubt.
  • Las­ten­rä­der wer­den unter­teilt in Personen- oder Güter­trans­por­ter. Extrem sta­bile Rah­men, aus­la­dende Gepäck­trä­ger und teils sehr lange Rad­stände ermög­li­chen Zula­dun­gen von mehr als 200 Kilo­gramm.