Fahrradschloss Test

Fahr­rad­schloss Kauf­be­ra­tung: So fin­den Sie ein siche­res Schloss

In Deutschland werden pro Stunde etwa 40 Fahrräder gestohlen. Verhindern Sie mit einem sicheren Schloss, dass auch Sie Ihr Fahrrad eines Tages vergeblich suchen. Mit der ACV Kaufberatung finden Sie das perfekte Fahrradschloss.

Fahrradschloss Kaufberatung
Um Die­ben die Tat zu erschwe­ren, soll­ten Sie Ihr Fahr­rad immer an einen Fahr­rad­stän­der, ein Gelän­der oder eine Laterne anschlie­ßen.

Deutsch­land ist tra­di­tio­nell ein Fahr­rad­land – über 70 Mil­lio­nen Räder sol­len auf den Stra­ßen unter­wegs sein. Tag für Tag wer­den an die 1.000 Räder gestoh­len – das sind etwa 40 Räder pro Stunde! Unter den gestoh­le­nen Fahr­rä­dern sind vor­wie­gend hoch­prei­sige Modelle, die sich für Diebe mit sat­ten Erlö­sen auf Floh­märk­ten oder im Inter­net schnell zu Geld machen las­sen.

Damit es erst gar nicht so weit kommt und Sie nach der Arbeit, dem Sport oder dem Ein­kaufs­bum­mel Ihr Fahr­rad ver­geb­lich suchen, sollte es mög­lichst gut gegen Dieb­stahl gesi­chert wer­den.

Wich­tig dabei: Einen hun­dert­pro­zen­ti­gen Dieb­stahl­schutz gibt es nicht, kein Schloss ist unknack­bar. Gemein­hin muss ein gutes Fahr­rad­schloss den gewalt­sa­men Auf­bruchs­ver­su­chen drei Minu­ten stand­hal­ten, damit es nach Ansicht von Exper­ten als „auf­bruch­si­cher“ gilt. Ein gutes Schloss sorgt dafür, dass Diebe län­ger brau­chen und pro­fes­sio­nel­le­res Werk­zeug benö­ti­gen. Im Ide­al­fall suchen sich Diebe eine leich­tere Beute.

Kauf­be­ra­tung: Das zeich­net ein siche­res Fahr­rad­schloss aus

Auf dem Markt gibt es ver­schie­dene Arten von Fahr­rad­schlös­sern, man­che bie­ten mehr, andere weni­ger Sicher­heit.

Spiral- und Kabel­schlös­ser sind beliebt, da sie fle­xi­bel in der Hand­ha­bung und mit einem Gewicht von 400 bis 500 Gramm ver­gleichs­weise leicht sind. Ent­schei­dend für die Qua­li­tät und somit die Sicher­heit ist die Stärke des Stahl­ka­bels, das hin­ter einer Kunst­stoffum­man­te­lung ver­bor­gen ist. Im Ange­bot sind meist Schlös­ser mit acht bis 15 mm Kabel­durch­mes­ser. Dünne Stahl­ka­bel las­sen sich mit einem ein­fa­chen Bol­zen­schnei­der oder einer Metall­säge inner­halb weni­ger Augen­bli­cke durch­tren­nen. Dickere Kabel aus gedreh­tem Stahl sind deut­lich robus­ter und wider­ste­hen Mani­pu­la­tio­nen län­ger.

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Ein guter Schließ­zy­lin­der ist schwe­rer zu kna­cken als ein Schloss mit Zah­len­kom­bi­na­tion.

Mehr Auf­wand beim Kna­cken müs­sen Diebe bei Falt-, Ketten- und Bügel­schlös­sern auf­brin­gen. Das Plus an Sicher­heit erkau­fen sich Fahr­rad­be­sit­zer mit einem hohen Gewicht von bis zu zwei Kilo­gramm. Bei den auf­klapp­ba­ren Falt­schlös­sern gibt es ver­schie­dene Modell­va­ri­an­ten mit unter­schied­li­chen Län­gen. Emp­feh­lens­wert sind 80 bis 90 cm, um auch meh­rere Räder mit einem Schloss zu sichern und ein Rad an einem fes­ten Gegen­stand wie einem Gelän­der anzu­ket­ten. Auch bei den Falt­schlös­sern soll­ten Sie auf die Mate­ri­al­stärke ach­ten.

Ket­ten­schlös­ser sind ein guter Kom­pro­miss, wenn­gleich sie nicht die Sicher­heit von Falt- und Bügel­schlös­sern bie­ten. Sie sind meist zwi­schen 80 und 110 cm lang und besit­zen mas­sive Vier­kant­ket­ten mit sechs bis acht Mil­li­me­ter Stärke aus gehär­te­tem Stahl. Die Ket­ten­schlös­ser eig­nen sich gut, um Fahr­rä­der an fes­ten Gegen­stän­den anzu­schlie­ßen.

Ein Bügel­schloss in typi­scher U-Form aus spe­zi­ell gehär­te­tem Stahl bie­tet eben­falls eine hohe Sicher­heit. Sie wer­den von Poli­zei und Ver­si­che­run­gen emp­foh­len. Im Ver­gleich zu den ande­ren Schloss­ty­pen sind Bügel­schlös­ser auf­grund ihrer star­ren Bau­weise weni­ger fle­xi­bel in der Hand­ha­bung. Sie eig­nen sich nicht so gut, um den Rah­men des Rads an einem fes­ten Gegen­stand zu sichern. Wie sicher ein Bügel­schloss ist, hängt wesent­lich vom Durch­mes­ser des Bügels ab – grö­ßer ist gleich­be­deu­tend mit sta­bi­ler. Hoch­wer­tige Schlös­ser brin­gen meist mehr als 1,2 Kilo­gramm auf die Waage.

Allein auf die Angabe zur Sicher­heits­stufe auf dem Fahr­rad­schloss soll­ten Sie übri­gens nicht ver­trauen, denn die Anbie­ter defi­nie­ren die ver­schie­de­nen Stu­fen selbst. Je höher die Sicher­heits­stufe, desto siche­rer und schwe­rer das Schloss. Ins­ge­samt eine nütz­li­che Angabe, aber eine Ver­gleich­bar­keit zwi­schen ähn­li­chen Schlös­sern ver­schie­de­ner Anbie­ter kön­nen Sie anhand der Sicher­heits­stufe nicht her­stel­len. Mit unse­rem aus­führ­li­chen Ver­gleich kön­nen Sie auch über die Mar­ken hin­weg ver­schie­dene Schlös­ser gegen­ein­an­der abglei­chen.

18 Fahr­rad­schlös­ser im Ver­gleich

Wir haben sechs aktu­elle Schlös­ser jedes Schloss­typs aus­ge­wählt und mit­ein­an­der ver­gli­chen in Kate­go­rien wie Gewicht, Preis, Mon­ta­ge­mög­lich­kei­ten oder Sicher­heittstufe. In der Fahrradschlösser-Vergleichstabelle kön­nen Sie sich ein­fach Ihren Favo­ri­ten aus­su­chen oder ver­schie­dene Modelle gegen­ein­an­der antre­ten las­sen. In der fol­gen­den Fahrradschlösser-Bildergalerie kön­nen Sie außer­dem einen ers­ten Blick auf die 18 Ket­ten­schlös­ser, Falt­schös­ser und Bügel­schlös­ser im ACV Ver­gleich wer­fen.

Siche­res Fahr­rad­schloss kau­fen: Tipps

Unab­hän­gig vom Schloss­typ und der Mate­ri­al­stärke spie­len noch wei­tere Kri­te­rien bei der Kauf­ent­schei­dung eine Rolle. So sind bei­spiels­weise die Qua­li­tät und die Art des Schließ­zy­lin­ders wich­tig. Ein­fa­che Stift­zy­lin­der­schlös­ser las­sen sich mit soge­nann­ten Lockpicking-Werkzeugen (Dietrich-Stiften) schnell öff­nen – mehr Sicher­heit bie­ten Dreh­schei­ben­zy­lin­der, die bau­art­be­dingt nur mit teu­ren Spe­zi­al­werk­zeu­gen zu kna­cken sind. Wer anstelle eines Schlüs­sels auf ein Zah­len­schloss setzt, sollte dar­auf ach­ten, dass sich die Zah­len­kom­bi­na­tion indi­vi­du­ell ein­stel­len lässt. Aller­dings raten wir von Zah­len­schlös­sern eher ab. Bei vie­len güns­ti­gen Model­len lässt sich recht ein­fach die rich­tige Zah­len­folge her­aus­fin­den.

Neben den Sicher­heits­as­pek­ten soll­ten Sie bei den Schlös­sern auf Hal­te­run­gen und Mon­ta­ge­mög­lich­kei­ten am Fahr­rad­rah­men ach­ten. Ärger­lich ist es, wenn das Schloss an den Metall­tei­len kei­nen Kunst­stoff­über­zug besitzt. Dann hin­ter­lässt der Gebrauch schlimms­ten­falls Spu­ren am Lack des Fahr­rad­rah­mens. Im Ide­al­fall neh­men Sie Ihr Rad mit zu einem Händ­ler vor Ort und pro­bie­ren meh­rere Schlös­ser in der Hand­ha­bung aus.

Fazit: Wel­ches Fahr­rad­schloss passt zu mir?

abgeschlossenes_RadVon der Wahl des Schlos­ses hängt es ab, wie schwer Sie es Fahr­rad­die­ben machen möch­ten. Ein altes, für wenige Euro auf dem Floh­markt erstan­de­nes Rad, ist nor­ma­ler­weise nicht das bevor­zugte Ziel von geziel­ten Dieb­stäh­len, son­dern ein Gele­gen­heits­raub, um schnell von A nach B zu kom­men. Hier reicht eine Grund­si­che­rung mit einem Spi­ral­schloss aus, es sei denn, es han­delt sich um ein Lieb­ha­ber­stück. Ein teu­res Bügel- oder Falt­schloss für rund 80 Euro macht in der Regel wenig Sinn. Ein Moun­tain­bike für 3.000 Euro ist hin­ge­gen begehr­tes Ziel von Die­ben. Daher ist es fahr­läs­sig, es mit einem bil­li­gen Spi­ral­schloss zu sichern.

Unsere bei­den Emp­feh­lun­gen kom­men von Abus: Das Falt­schloss Bordo Gra­nit X Plus und das Bügel­schloss Gra­nit X Plus bie­ten zum Stra­ßen­preis von jeweils rund 80 Euro ein hohes Schutz­le­vel bei ein­fa­cher Hand­ha­bung und Mon­tage am Rad mit­tels Hal­te­rung.

Tipps gegen Dieb­stahl: Vor­sichts­maß­nah­men

Diebe lau­ern prin­zi­pi­ell über­all. Sie soll­ten Ihr Fahr­rad daher nicht in unbe­ob­ach­te­ten Ecken oder dunk­len Sei­ten­stra­ßen abstel­len. Machen Sie es den Die­ben mit dem Schloss so schwer wie mög­lich – in der Regel muss es beim Steh­len näm­lich schnell gehen. Wird das Fahr­rad nicht mit dem Schloss fest an einem Stän­der, Zaun oder einer Laterne fixiert, kann es inner­halb weni­ger Augen­bli­cke in einem Lie­fer­wa­gen ver­schwin­den und wird spä­ter in aller Ruhe „ent­sperrt“. Auch soll­ten Sie dar­auf ach­ten, dass die Anbau­teile nicht ein­fach abnehm­bar sind – bei­spiels­weise Sat­tel und Räder, die mit Schnell­span­nern gesi­chert sind. Hier ist zusätz­lich ein fle­xi­bles Kabel­schloss emp­feh­lens­wert, das Sie durch Räder und Sat­tel­rah­men zie­hen.

Sollte es den­noch zum ärger­li­chen Dieb­stahl kom­men, war der Abschluss einer Dieb­stahl­ver­si­che­rung eine gute Inves­ti­tion. Der Scha­den wird in der Regel ent­we­der stan­dard­mä­ßig oder per Zusatz­klau­sel von der Haus­rat­ver­si­che­rung abge­deckt. Bei hoch­prei­si­gen Rädern lohnt sich eine eigene Fahr­rad­ver­si­che­rung. Mehr Infos hierzu lesen Sie hier: Fahr­rad­ver­si­che­rung.

Die Auf­klä­rungs­quote bei Fahr­rad­dieb­stäh­len liegt bei weni­ger als zehn Pro­zent. Wird ein gestoh­le­nes Rad gefun­den, sollte es sei­nem Eigen­tü­mer zuge­ord­net wer­den kön­nen. Dabei hilft neben der Rah­men­num­mer vom Her­stel­ler eine Codie­rung bei der Poli­zei oder dem ört­li­chen Fahr­rad­händ­ler – ent­we­der per Gra­vur in den Rah­men oder mit einem spe­zi­el­len Auf­kle­ber. Der Code aus einer indi­vi­du­el­len Ziffern- und Buch­sta­ben­kom­bi­na­tion kann etwa bei www.bikefinder.de in einer zen­tra­len Num­mern­kar­tei gespei­chert wer­den.

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