Fahrrad Hostel

Fahrrad-Hostel: So schützen Sie sich vor Fahrraddieben

Mehr als 1000 Fahr­rä­der wech­seln in Deutsch­land pro Tag unfrei­wil­lig den Besit­zer. Wie man den Die­ben das Hand­werk erschwert, lesen Sie hier.

Die Zahl ist erschre­ckend: Rund 335 000 Fahr­rad­dieb­stähle wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr poli­zei­lich regis­triert – und die Dun­kel­zif­fer dürfte noch weit­aus höher lie­gen. Par­al­lel zum Fahr­rad– Boom steigt auch die Kri­mi­na­li­tät, wäh­rend gleich­zei­tig immer weni­ger Delikte auf­ge­klärt wer­den: In Ham­burg bei­spiels­weise wur­den 2015 von 17.217 gemel­de­ten Dieb­stäh­len ganze 690 auf­ge­klärt, was einer Quote von gerade mal 4 Pro­zent ent­spricht.

Ein Code für die Sicher­heit

Daher sollte sich jeder Fahr­rad­be­sit­zer selbst schüt­zen, so gut er kann, obwohl es keine hun­dert­pro­zen­tige Sicher­heit gibt: Pro­fes­sio­nelle Ban­den sind heute so gut aus­ge­rüs­tet, dass sie auch das teu­erste Schloss in kür­zes­ter Zeit kna­cken. Trotz­dem lässt sich mit ordent­li­chen Schlös­sern zumin­dest Gele­gen­heits­die­ben das Hand­werk erschwe­ren. Die stärkste Gegen­wehr leis­ten auf­wen­dige Bügel­schlös­ser, die laut Her­stel­ler Abus sogar vor der gewalt­freien Schloss­ma­ni­pu­la­tion, dem soge­nann­ten „Lock­pi­cking“ schüt­zen. Mehr Fle­xi­bi­li­tät beim Abschlie­ßen, aber etwas gerin­ge­ren Schutz bie­ten hoch­wer­tige Pan­zer­ka­bel und Ket­ten­schlös­ser. Zusätz­li­che Sicher­heit bie­tet eine Codie­rung des Fahr­rads.

Fahrrad Hostel

Dabei wird vom Fahr­rad­händ­ler oder der Poli­zei zum Preis von rund 15 Euro die soge­nannte Eigentümer-​Identifikations-​Nummer (EIN) mit einer Gra­vur­ma­schine oder einem spe­zi­el­len Auf­kle­ber am Fahr­rad­rah­men ange­bracht – und erschwert fortan den Lang­fin­gern auf­grund der pro­blem­lo­sen Eigen­tü­mer­ver­fol­gung nicht nur den Wei­ter­ver­kauf, son­dern erhöht gleich­zei­tig die Abschre­ckungs­wir­kung und damit die Hemm­schwelle für poten­zi­elle Diebe.

Velo Easy – dieb­stahl­si­cher für 50 Cent/​Stunde

Eine völ­lig neue Form des Dieb­stahl­schut­zes wird zur­zeit in Ber­lin erprobt: An bis­lang drei Stand­or­ten in der Haupt­stadt ste­hen bereits soge­nannte Fahr­rad­hos­tels der Firma Velo-​Easy, in schril­lem Grün lackierte Modul-​Container, in denen Rad­fah­rer ihr Gefährt zum Preis von 50 Cent pro Box und Stunde sicht– und zugriffs­ge­schützt weg­par­ken kön­nen. Ob das Modell Schule macht, ist aber der­zeit noch frag­lich. Velo-​Easy-​Gründerin Isolde Olden­gott: „Ange­bote für Stand­orte haben wir reich­lich. Was uns noch fehlt, sind Inves­to­ren.“

Blick­fang: Wand­hal­te­rung für Wohn­zim­mer

Noch siche­rer als in den grü­nen Käs­ten parkt das Fahr­rad nur in der eige­nen Woh­nung – und für den Fall, dass jemand sein extra­va­gan­tes Designer-​Bike auch stets
wohl­wol­lend im Blick haben möchte, bie­tet der ame­ri­ka­ni­sche Her­stel­ler Saris mit sei­ner Wand­hal­te­rung „Show Off“ die wohl ele­gan­teste Lösung: Der coole Haken aus Buchen­holz und Kork mit inte­grier­ter LED-​Beleuchtung zum Preis von rund 280 Euro (bestell­bar über Ama­zon) setzt das gute Stück ein­drucks­voll in Szene. Hun­dert­pro­zen­tige Sicher­heit gibt es aber noch nicht mal im Wohn­zim­mer: Für 2015 mel­dete die Kri­mi­nal­sta­tis­tik bun­des­weit 167.136 Woh­nungs­ein­brü­che.

Bil­der auf die­ser Seite:

  • © Gla­ser — stock​.adobe​.com
  • © ani­ma­f­lora — stock​.adobe​.com