Verkehrsverstöße Probezeit

Verkehrsverstöße in der Probezeit – Infos für Fahranfänger

Ver­kehrs­ver­stöße von Auto­fah­rern in der Pro­be­zeit wer­den vom Kraft­fahrt­bun­des­amt beson­ders streng geahn­det. Hier erfah­ren Sie, wel­che Probezeit-​Verstöße zu wel­chen Maß­nah­men füh­ren.

Verkehrsverstöße ProbezeitJeder Fahr­an­fän­ger muss nach einer bestan­de­nen Füh­rer­schein­prü­fung eine zwei­jäh­rige Pro­be­zeit durch­lau­fen, in der Ver­kehrs­ver­stöße stren­ger sank­tio­niert wer­den als im Nor­mal­fall.

Die Pro­be­zeit ist dafür da, dass die jun­gen Auto­fah­rer ihre Ver­kehrstaug­lich­keit in der Pra­xis bewei­sen. Denn auf­grund feh­len­der Erfah­rung und unzu­rei­chen­der Wahr­neh­mung von Gefah­ren­si­tua­tio­nen, haben Fahr­an­fän­ger in der Pro­be­zeit ein erhöh­tes Unfall­ri­siko.

Wer mit einem Füh­rer­schein auf Probe mehr­mals schwer­wie­gend gegen die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung (StVO) oder das Ver­kehrs­recht ver­stößt, muss mit einem dau­er­haf­ten Fahr­ver­bot rech­nen. Den­noch wird nicht jede kleine Ord­nungs­wid­rig­keit, wie bei­spiels­weise Falsch­par­ken, direkt mit einem Fahr­ver­bot oder einer Pro­be­zeit­ver­län­ge­rung geahn­det. Wel­che Ver­kehrs­ver­stöße in der Pro­be­zeit wie bestraft wer­den, kön­nen Sie hier nach­le­sen.

A– und B-​Verkehrsverstöße in der Pro­be­zeit

Bei Ver­kehrs­ver­stö­ßen in der Pro­be­zeit wird zwi­schen A– und B-​Verstößen, sowie zwi­schen Straf­ta­ten und Ord­nungs­wid­rig­kei­ten unter­schie­den.

  • Straf­ta­ten wer­den gemäß des Straf­rechts behan­delt und kön­nen, je nach Schwere des Ver­ge­hens, sogar Frei­heits­ent­zug nach sich zie­hen.
  • Ord­nungs­wid­rig­kei­ten wer­den nor­ma­ler­weise mit einem Buß­geld geahn­det, in der Pro­be­zeit kön­nen Sie jedoch in schwe­ren Fäl­len auch zum Fahr­ver­bot füh­ren.
  • Ver­kehrs­ver­stöße wer­den in die Kate­go­rien A und B unter­teilt. Wenn der junge Auto­fah­rer einen Ver­kehrs­ver­stoß begeht, der im Ver­kehrs­zen­tral­re­gis­ter in Flens­burg ein­ge­tra­gen wird, tre­ten beson­dere Probezeit-​Maßnahmen in Kraft.

A-​Verkehrsverstöße

Unter den A-​Verstößen ver­steht man „schwer­wie­gende Ver­ge­hen“ gegen die StVO oder das Ver­kehrs­recht. Dar­un­ter fal­len bei­spiels­weise fol­gende Ver­kehrs­ver­stöße:

  • Trun­ken­heit am Steuer
  • Fah­rer­flucht
  • Nöti­gung
  • Rot­licht­ver­stöße
  • Geschwin­dig­keits­über­schrei­tung von über 21 km/​h

Sollte ein Fahr­an­fän­ger einen Ver­kehrs­ver­stoß nach Kata­log A bege­hen, hat das die Ver­län­ge­rung der Pro­be­zeit um wei­tere zwei Jahre, sowie die obli­ga­to­ri­sche Teil­nahme an einem Auf­bau­se­mi­nar zur Folge. Sollte es inner­halb der Pro­be­zeit­ver­län­ge­rung zu wei­te­ren A– oder B-​Verkehrsverstößen kom­men, droht zunächst eine ver­kehrs­psy­cho­lo­gi­sche Bera­tung und letzt­end­lich sogar der Füh­rer­schein­ent­zug. Der Ent­zug ist mit einem dau­er­haf­ten Fahr­ver­bot gleich­zu­set­zen. Erst nach einer gewis­sen Sperr­frist von drei Mona­ten kann die Neu­er­tei­lung bean­tragt wer­den.

B-​Verkehrsverstöße

B-​Verstöße wer­den auch „weni­ger schwer­wie­gende Ver­kehrs­ver­stöße“ genannt. Dazu zäh­len unter ande­rem fol­gende Ver­ge­hen:

  • das Fah­ren mit abge­nutz­ten Rei­fen
  • die Mit­nahme von Kin­dern ohne rich­ti­gen Kin­der­sitz
  • Handy am Steuer
  • Kenn­zei­chen­miss­brauch

Ein­ma­lige B-​Verstöße brin­gen noch keine Probezeit-​Maßnahmen mit sich. Doch sobald ein wei­te­rer B-​Verstoß began­gen wird, muss der Fahr­an­fän­ger mit den glei­chen Kon­se­quen­zen wie bei einem A-​Verstoß rech­nen. Auf­bau­se­mi­nar und Pro­be­zeit­ver­län­ge­rung erwar­ten also alle jun­gen Auto­fah­rer, die sich ein­mal einen A-​Verstoß oder zwei­mal einen B-​Verstoß zu Schulde kom­men las­sen. Dar­über hin­aus wer­den auch Ver­kehrs­ver­stöße mit einem Buß­geld von über 60 Euro mit die­ser Strafe sank­tio­niert. Nach vier „weni­ger schwer­wie­gen­den Ver­kehrs­ver­stöße“ wird die Fahr­er­laub­nis ent­zo­gen.

ACV unter­stützt junge Ver­kehrs­teil­neh­mer

Um jun­gen Auto­fah­rern die nötige Sicher­heit im Stra­ßen­ver­kehr zu geben, bie­tet der ACV Fahr­an­fän­gern zwi­schen 17 und 25 Jah­ren eine Mit­glied­schaft zum ver­güns­tig­ten Tarif an. Mit der Jungen-​Leute-​Mitgliedschaft erhal­ten Sie alle Leis­tun­gen des ACV und den euro­pa­weit gül­ti­gen Schutz­brief, damit Sie auch als Berufs­an­fän­ger oder Stu­dent gut abge­si­chert sind.

Außer­dem för­dert der ACV die Teil­nahme an einem Fahr­si­cher­heits­trai­ning. Wir erstat­ten Mit­glie­dern einen Teil der Kurs­ge­bühr, wenn sie an einem Fahr­si­cher­heits­trai­ning bei der Deut­schen Ver­kehrs­wacht teil­neh­men. Die Deut­sche Ver­kehrs­wacht trai­niert deutsch­land­weit an zahl­rei­chen Stand­or­ten das Fahr­ver­hal­ten und die Gefah­ren­er­ken­nung im Stra­ßen­ver­kehr. Alle Infos und Stand­orte von Sicher­heits­trai­nings – auch in Ihrer Nähe – fin­den Sie hier: Sicher­heits­trai­ning.

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