Schwacke Liste für Gebrauchtwagen

Bibel des Gebrauchtwagenhandels: So entstand die Schwacke-Liste

Die Schwacke-Liste gilt als die Bibel des Gebrauchtwagenhandels. Hier lesen Sie, wie sie entstand und worauf sie basiert.

Ob PKW, Motor­rä­der oder Nutz­fahr­zeuge – anhand ver­schie­de­ner Kri­te­rien gibt die Schwacke-Liste den Rest­wert von gebrauch­ten Kraft­fahr­zeu­gen an. Sowohl als Buch als auch im Inter­net ist die Liste eine aner­kannte Mög­lich­keit zur Fahrzeug­bewertung, die nicht nur neu­tral und unab­hän­gig ist, son­dern auch die beson­dere Aus­stat­tung von Fahr­zeu­gen berück­sich­tigt.

Schwacke Liste

Der Ursprung der Schwacke-Liste

Die Idee wurde 1957 gebo­ren: Hans W. Schwa­cke betrieb damals eine Tank­stelle in Frank­furt und han­delte neben­bei mit Gebraucht­wa­gen. Weil der Markt damals noch ziem­lich über­sicht­lich war, hatte der Händ­ler die gän­gi­gen Preise im Kopf, war aber rat­los, als ihm ein ame­ri­ka­ni­scher Sol­dat einen Cadil­lac zum Kauf anbot. Dar­auf zog der Sol­dat als Argu­men­ta­ti­ons­hilfe ein klei­nes blaues Buch aus der Tasche – den ame­ri­ka­ni­schen Gebrauchtwagen-Marktbericht Kel­lys Blue Book.

Schwa­cke hatte ihn noch nie gese­hen, kam aber sofort auf die Idee, sol­che Infor­ma­tio­nen auch in Deutsch­land zu erhe­ben und zu publi­zie­ren. Am 15. Novem­ber 1957 erschien die erste Schwacke-Liste in Form einer DIN-A4-Seite, die gerade mal 15 Mar­ken und 35 Modelle umfasste. Eine drei Jahre alte Borg­ward Isa­bella (Neu­preis: 7450 Mark) war dem­nach nur noch 2800 Mark wert. Hinzu kamen sechs Emp­feh­lun­gen für Zuschläge zu den genann­ten Lis­ten­prei­sen: Ein Dop­pel­ton­horn erhöhte den jewei­li­gen Fahr­zeug­wert um 50 Mark, eine Hei­zung sogar um 100 Mark.

Die Schwacke-Liste – Bewer­tung ver­schie­dens­ter Fahr­zeuge

Heute berück­sich­tigt die monat­lich in Buch­form erschei­nende Schwacke-Liste auf knapp 1400 Sei­ten über 20 000 ver­schie­dene Modell­ty­pen, berück­sich­tigt dabei etwa 3,8 Mil­lio­nen Aus­stat­tungs­po­si­tio­nen und nennt für jedes Auto zum ent­spre­chen­den Bau­jahr die aktu­el­len Einkaufs- und Ver­kaufs­preise.

Um diese Daten zu ermit­teln, wer­den monat­lich rund 3,5 Mil­lio­nen Händ­ler­an­ge­bote aus ver­schie­de­nen Inter­net­por­ta­len, Her­stel­ler­bör­sen und Händ­ler­be­stän­den ana­ly­siert.

Schwacke-Sprecherin Sibylle Bal­zer: „Zusätz­lich füh­ren wir regel­mä­ßig reprä­sen­ta­tive Umfra­gen bei Händ­lern durch und tref­fen uns regel­mä­ßig mit Händ­lern jeder Marke, um genau zu ver­ste­hen, was gerade am Markt pas­siert.“ Die so gene­rier­ten und täg­lich aktua­li­sier­ten Daten wer­den anschlie­ßend von 30 Mit­ar­bei­tern in zwei Daten­ban­ken bear­bei­tet, bevor der soge­nannte Schwacke-Wert ermit­telt wird. Die­ser bezieht sich auf Fahr­zeuge, die natür­li­che Gebrauchs­spu­ren haben, aber keine ech­ten Schä­den oder Män­gel auf­wei­sen.

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