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Ven­til­wäch­ter – gefähr­li­cher Platt­fuß für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer

Der ACV Automobil-​Club Ver­kehr erneu­ert seine Kri­tik an dem Ein­satz von Ven­til­wäch­tern. „Es ist eine absurde Voll­stre­ckungs­me­thode“, so Vize­prä­si­dent Jür­gen Kog­lin, „bei der Städte und Kom­mu­nen Ver­kehrs­teil­neh­mer vor­sätz­lich in

eine Situa­tion brin­gen, in der sie nur schwer die Kon­trolle über ihr Fahr­zeug behal­ten kön­nen.“

Ab einer Geschwin­dig­keit von 15 km/​h ent­weicht Luft aus dem Rei­fen. „Ein zu nied­ri­ger Luft­druck hat gefähr­li­chen Ein­fluss auf die Fahr­ei­gen­schaf­ten“, warnt Kog­lin. Der Brems­weg wird ver­län­gert, und die Len­kungs­wir­kung ver­zö­gert sich gefähr­lich. Vor dem Hin­ter­grund, dass in vie­len Ver­kehrs­si­tua­tio­nen eine schnelle Reak­tion des Fah­rers über Leben und Tod ent­schei­den kann, sind Ven­til­wäch­ter eine sehr frag­wür­dige Methode.

Das Fahr­zeug kommt durch den Ein­satz die­ser Geräte erst nach rund 600 Metern zum Ste­hen. Bleibt der Fah­rer an gefähr­li­chen Unfall­schwer­punk­ten wie eine schlecht ein­seh­bare Kurve oder mit­ten auf der Kreu­zung lie­gen, gefähr­det er nicht nur sich selbst, son­dern auch andere Ver­kehrs­teil­neh­mer. „Zudem schließt sich bei Fol­ge­schä­den durch einen Unfall die Haf­tungs­frage an“, gibt Kog­lin zu beden­ken.

In Deutsch­land wer­den Ven­til­wäch­ter seit mehr als zehn Jah­ren ein­ge­setzt, wenn Schuld­ner auf Mah­nun­gen und Zah­lungs­auf­for­de­run­gen nicht rea­giert haben. Seit neu­es­tem legen Behör­den auch die Autos von Rund­funk­muf­feln lahm.

Für die Nicht­zah­lung von Gebüh­ren gibt es gerichts­feste Ver­fah­rens­ab­läufe wie Mahn­be­scheid und Pfän­dung“, sagt Kog­lin. GEZ-​Gebühren ste­hen für den ACV in kei­ner­lei Zusam­men­hang mit dem Kfz. Falls die Behör­den an einer Voll­stre­ckung über das Fahr­zeug fest­hal­ten, appel­liert der ACV an den Ein­satz von Park­kral­len, die den Schuld­ner daran hin­dern sein Fahr­zeug zu bewe­gen, statt ein beein­träch­tig­tes Fahr­zeug auf die Straße zu las­sen.