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Mobi­li­täts­mix statt Diesel-​Fahrverbote: ÖPNV stär­ken, Rad­ver­kehr för­dern

Köln, 19.02.2018. Der Abgas­skan­dal und die anhal­tende Debatte über mög­li­che Diesel-​Fahrverbote in Innen­städ­ten haben das Ver­trauen der Ver­brau­cher in die deut­sche Auto­mo­bil­in­dus­trie schwer erschüt­tert. Trotz­dem gaben in einer Yougov-​Umfrage im Auf­trag des ACV Automobil-​Club Ver­kehr auch nach dem umstrit­te­nen Fahr­ver­bots­ur­teil des Ver­wal­tungs­ge­richts Stutt­gart und dem Ber­li­ner Die­sel­gip­fel 73 Pro­zent der Die­sel­fah­rer an, erst ein­mal abwar­ten zu wol­len, wie sie wei­ter vor­ge­hen. Sie schauen gespannt nach Leip­zig, wo das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt am Don­ners­tag (22.2.2018) über mög­li­che Fahr­ver­bote in Innen­städ­ten ver­han­delt. Fünf Pro­zent der befrag­ten Per­so­nen war­ten das Ergeb­nis nicht ab, sie haben sich bereits dazu ent­schie­den, ihren Die­sel zu ver­kau­fen.

Horst Metz­ler, ACV Geschäfts­füh­rer: „Der Rich­ter­spruch ent­schei­det über die Zukunft des Die­sels in Deutsch­land. Ein grund­sätz­li­ches Fahr­ver­bot für Innen­städte ist keine Lösung und die fal­sche Ant­wort auf die Frage nach umwelt­ver­träg­li­cher Mobi­li­tät. Erst durch einen stär­ke­ren öffent­li­chen Nah­ver­kehr und eine attrak­tive Rad­in­fra­struk­tur in Städ­ten und ihrem Umland stei­gen Men­schen auf Alter­na­ti­ven um. Dich­tere Tak­tun­gen und gute Anschluss­ver­bin­dun­gen för­dern die Nach­frage im Per­so­nen­ver­kehr. Sichere und gut aus­ge­baute Rad­wege bewe­gen Men­schen ins­be­son­dere in Städ­ten dazu, auf das Fahr­rad umzu­stei­gen. Ergän­zend müs­sen emis­si­ons­freie Fahr­zeuge im Flot­ten­be­trieb und Pri­vat­be­sitz stär­ker geför­dert wer­den.“

Immer­hin ein Vier­tel der Deut­schen (25 Pro­zent) gab an, in den nächs­ten zwei Jah­ren vor der Anschaf­fung eines neuen Fahr­zeugs zu ste­hen. Dabei schnei­det der Die­sel in der Aus­wahl der Antriebs­tech­no­lo­gien ver­gleichs­weise schlecht ab, denn der Umfrage nach zie­hen ledig­lich zehn Pro­zent der Kauf­wil­li­gen den Kauf eines Die­sel­fahr­zeugs in Betracht. Die Gründe hier­für sieht der ACV in der anhal­ten­den Unsi­cher­heit durch die Diesel-​Debatte, die der Nähe zwi­schen Indus­trie und Poli­tik geschul­det ist sowie der zähen Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der Auto­mo­bil­in­dus­trie. 54 Pro­zent der befrag­ten Per­so­nen füh­len sich in der Diesel-​Abgasproblematik von den Auto­her­stel­lern schlecht infor­miert.

Wenn es um den nächs­ten Auto­kauf geht, setzt die über­wie­gende Mehr­heit (25 Pro­zent) auf Ben­zi­ner. Hybrid-​Fahrzeuge lie­gen bei 17 Pro­zent, Elek­tro­fahr­zeuge bei 9 Pro­zent. 15 Pro­zent der Befrag­ten wis­sen zum heu­ti­gen Zeit­punkt noch nicht, für wel­che Antriebs­tech­nik sie sich beim nächs­ten Kauf ent­schei­den wür­den. Für sie wird das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt mit sei­nem Grund­satz­ur­teil die Wei­chen stel­len.