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ACV Stu­die: Indi­vi­du­elle Ver­kehrs­über­wa­chung — Deut­sche Auto­fah­rer wol­len Dash­cams

Eigene Beweis­si­che­rung im Scha­den­fall

Zwei Drit­tel (68 Pro­zent) sehen ins­be­son­dere in der Mög­lich­keit der Unfall­re­kon­struk­tion und Unfall­auf­klä­rung einen gro­ßen Vor­teil der Kame­ras. Dabei gab mit 12 Pro­zent ein rela­tiv gerin­ger Pro­zent­satz an, schon ein­mal in einen Unfall ver­wi­ckelt wor­den zu sein, in dem die Unschuld gegen­über der Poli­zei oder der Ver­si­che­rung nicht bewie­sen wer­den konnte.

44 Pro­zent mei­nen, Dash­cams könn­ten sie vor Fah­rer­flucht bei Park­schä­den schüt­zen, 34 Pro­zent gehen davon aus, die Kamera schütze vor Van­da­lis­mus.
30 Pro­zent sind der Auf­fas­sung, sie schütze im Ernst­fall vor der unbe­rech­tig­ten Höher­stu­fung der Ver­si­che­rungs­prä­mie.
Die Argu­mente für die Nut­zung von Dash­cams sind viel­fäl­tig, eines ver­bin­det sie: Der Beweg­grund ist immer die eigene Absi­che­rung und die Mög­lich­keit der eige­nen Beweis­si­che­rung im Scha­den­fall.

Rück­läu­fige Ver­kehrs­de­likte

Ein Groß­teil erhofft sich durch den lega­len Ein­satz eine rück­läu­fige Zahl an Ver­kehrs­de­lik­ten. Über die Hälfte der Befrag­ten (59 Pro­zent) sind der Ansicht, dass ins­be­son­dere gefähr­li­ches Drän­geln und zu dich­tes Auf­fah­ren redu­ziert wür­den. 32 Pro­zent ver­mu­ten den Rück­gang von Rot­licht­ver­stö­ßen, ein Vier­tel (27 Pro­zent) meint, dass durch den Ein­satz der Kame­ras Regel­ver­stöße von Fahr­rad­fah­rern abneh­men. 22 Pro­zent der Befrag­ten glau­ben dage­gen nicht an die Abnahme an Ver­kehrs­de­lik­ten durch Dash­cams.

Ein Vier­tel (27 Pro­zent) geht davon aus, dass die Ver­wen­dung von Dash­cams zur Erhö­hung der Ver­kehrs­si­cher­heit bei­trägt.

Offline-​Überwachung durch Dashams

Will­kür­li­ches Fil­men Frem­der erschwert die Selbst­be­stim­mung über die eigene Per­son. Der will­kür­li­chen Ver­brei­tung von Fil­men im Netz ste­hen 43 Pro­zent skep­tisch gegen­über. 42 Pro­zent füh­len sich durch die Nut­zung der Kame­ras stän­dig über­wacht. Dabei wer­den per­sön­li­che Daten bereits häu­fig frei­wil­lig preis­ge­ge­ben.

Wel­che Rele­vanz wird der Pri­vat­sphäre ange­sichts der stän­di­gen Über­wa­chung über­haupt noch zuge­mes­sen?

Über die Hälfte der Befrag­ten würde das Video­ma­te­rial auch im Falle eines selbst­ver­schul­de­ten Ver­kehrs­un­falls an die Poli­zei und ihre Ver­si­che­rung wei­ter­ge­ben. Dage­gen wür­den 21 Pro­zent die Auf­nah­men zurück­hal­ten.

Der ACV über den Ein­satz von Dash­cams

Der Schritt von der stän­dig mög­li­chen Han­dy­nut­zung zu fes­t­in­stal­lier­ten Dash­cams ist gering. Zudem rüs­tet die Auto­mo­bil­in­dus­trie ihre Fahr­zeuge bereits jetzt mit etli­chen Kame­ras zur Geschwin­dig­keits­er­ken­nung und Spur­hal­tung aus. Der ACV geht davon aus, es keine Frage, ob, son­dern wann Autos seri­en­mä­ßig mit Dash­cams aus­ge­stat­tet wer­den.

Der ACV Automobil-​Club Ver­kehr geht davon aus, dass die flä­chen­de­ckende Nut­zung von Dash­cams einen wich­ti­gen Bei­trag zur Ver­kehrs­si­cher­heit leis­ten kann. „Sie zwin­gen Ver­kehrs­row­dys zur Ver­nunft“, sagt Lars Wage­ner, Vor­sit­zen­der der ACV Geschäfts­lei­tung. „Vor dem Hin­ter­grund der erneut gestie­ge­nen Ver­kehrs­op­fer­zah­len muss über einen Ein­bau ab Werk nach­ge­dacht wer­den.“, so Wage­ner wei­ter.

Die daten­schutz­recht­li­che Zuläs­sig­keit sieht der ACV kri­tisch und ver­spricht sich rich­tungs­wei­sende Ergeb­nisse vom Ver­kehrs­ge­richts­tag in Gos­lar. Zudem appel­liert der Auto­mo­bil­club an die Her­stel­ler, einen sinn­vol­len Auf­nah­me­mo­dus zu ent­wi­ckeln, der gesam­melte Daten schnellst­mög­lich über­schreibt und löscht.

Alle Daten, soweit nicht anders ange­ge­ben, sind von der You­Gov Deutsch­land AG bereit­ge­stellt. An der Befra­gung zwi­schen dem 9.12. und dem 11.12.2015 nah­men 2.009 Per­so­nen teil. Die Ergeb­nisse wur­den gewich­tet und sind reprä­sen­ta­tiv für die deut­sche Bevöl­ke­rung (Alter 18+).


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Der 54. Ver­kehrs­ge­richts­tag berät über die Zuläs­sig­keit von Auf­zeich­nun­gen von Bord­ka­me­ras
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