| Rubrik: Pres­se­mit­tei­lun­gen emp­feh­len

ACV befür­wor­tet Alko­locks für Lkw

Die jüngs­ten Prä­ven­ti­v­ak­tio­nen der Poli­zei in Hes­sen haben gezeigt: Immer wie­der grei­fen man­che Lkw-​​Fahrer wäh­rend des Sonn­tags­fahr­ver­bo­tes zur Fla­sche und kon­su­mie­ren Alko­hol. Sie über­prüfte am Sonn­tag­abend des 28. Januar 2019 rund 1200 Lkw-​​Fahrer. 190 von ihnen hat­ten nach 18 Uhr noch Alko­hol im Blut. 79 Fah­rer erreich­ten einen Ate­m­al­ko­hol­wert von über 0,5 Pro­mille. In einem Fall lag der Wert sogar bei 1,5 Pro­mille. Der Mann wollte wenig spä­ter einen Lkw mit Sal­pe­ter­säure steu­ern. Bei sol­chen Gefahr­gut­trans­por­ten gilt die 0,0-Promille-Grenze. In einem ande­ren Fall ermit­tel­ten die Beam­ten bei einem Lkw-​​Fahrer aus Bul­ga­rien einen Wert von 2,64 Pro­mille. Im Fuß­raum sei­nes Füh­rer­hau­ses fan­den sie zwei leere Wodka-​​Flaschen. Allen alko­ho­li­sier­ten Fah­rern wurde der Fahrt­an­tritt unter­sagt. In eini­gen Fäl­len zog die Poli­zei zudem den Zünd­schlüs­sel und die Fahr­zeug­pa­piere ein oder mon­tierte Rad­kral­len, um die Ein­hal­tung des Fahr­ver­bo­tes sicher­zu­stel­len.

Die Polizei-​​Aktion fand nur zwei Tage nach dem Ende des Deut­schen Ver­kehrs­ge­richts­ta­ges in Gos­lar statt. Dort hat­ten sich zuvor Juris­ten und andere Ver­kehrs­ex­per­ten getrof­fen, um auch über die Ein­füh­rung von Alkohol-​​Interlock-​​Programmen (AIP), so genann­ten Alko­locks, zu dis­ku­tie­ren. Dabei han­delt es sich um Geräte, die wie eine Weg­fahr­sperre wir­ken, wenn der Fah­rer zuvor bei einem Ate­m­al­ko­hol­test auf­fäl­lig gewor­den ist. Im Ergeb­nis for­derte der zustän­dige Arbeits­kreis V schließ­lich den euro­pa­weit ver­pflich­ten­den Ein­bau sol­cher Geräte im gewerb­li­chen Per­so­nen– und Güter­ver­kehr. Ein Alko­lock sollte dar­über hin­aus auch ande­ren Kraft­fah­rern zur Auf­lage gemacht wer­den kön­nen, etwa sol­chen, die bereits durch Alko­hol­fahr­ten bis 1,59 Pro­mille auf­fäl­lig gewor­den sind. Par­al­lel seien jedoch ver­kehrss­psy­cho­lo­gi­sche Begleit­maß­nah­men erfor­der­lich. Sprich: Tech­nik plus The­ra­pie. Wer mit einem höhe­ren Wert straf­fäl­lig gewor­den ist, soll durch andere Mit­tel an Alko­hol­fahr­ten gehin­dert wer­den, zum Bei­spiel durch Ent­zug der Fahr­er­laub­nis.

Der ACV teilt diese Ein­schät­zung und begrüßt die For­de­run­gen des Deut­schen Ver­kehrs­ge­richts­ta­ges. Denn zwei­fel­los gesche­hen viel zu viele Unfälle in Ver­bin­dung mit Alko­hol. Der ACV setzt sich des­halb für eine Null-​​Promille-​​Grenze ein. For­de­run­gen nach einer all­ge­mei­nen Pflicht zum Ein­bau von Alko­locks für alle Fahr­zeuge und Fahr­zeug­füh­rer erteilt der ACV dage­gen eine klare Absage.