| Rubrik: Pres­se­mit­tei­lun­gen emp­feh­len

53. Ver­kehrs­ge­richts­tag: Ablen­kung durch moderne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel

Arbeitskreis V: Ablenkung durch moderne Kommunikationsmittel

Twit­tern, liken, sha­ren, immer online, immer erreich­bar sein. Für Auto­fah­rer gilt wäh­rend der Fahrt: Hände weg vom Handy. Doch Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer wer­den glei­cher­ma­ßen durch Smart­pho­nes abge­lenkt und sind immer häu­fi­ger Opfer von schwe­ren Ver­kehrs­un­fäl­len. Der ACV Automobil-​​Club Ver­kehr warnt vor der Nut­zung von Smart­pho­nes im Stra­ßen­ver­kehr.

Nach Anga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts stieg, nach der­zeit vor­lie­gen­den detail­lier­ten Ergeb­nis­sen, die Zahl der Ver­kehrs­to­ten unter den zwi­schen 15– bis 18-​​Jährigen in 2014 um
22 Pro­zent an. Der ACV macht dafür den Blick auf das Handy ver­ant­wort­lich.

Bun­des­weit häu­fen sich die Unfälle, bei denen Ver­kehrs­teil­neh­mer schwer­ver­letzt oder sogar getö­tet wer­den, weil sie durch ihr Smart­phone abge­lenkt wur­den. Noch schnell eine SMS ver­schi­cken oder mit Musik im Ohr auf dem Weg zur Arbeit und man sieht den abbie­gen­den Bus nicht oder hört die S-​​Bahn nicht, die sich unauf­halt­sam dem Bahn­über­gang nähert.

Sel­fies wäh­rend der Auto­fahrt: 14 Sekun­den Ablen­kung

Eine von Ford in Auf­trag gege­bene Stu­die zum Thema „Ablen­kung im Stra­ßen­ver­kehr“ zeigt, dass mehr als ein Drit­tel der deut­schen Stu­di­en­teil­neh­mer wäh­rend der Fahrt Social Media-​​Seiten nut­zen. Ein Vier­tel aller Auto­fah­rer im Alter von 18 bis 24 Jah­ren gab an, wäh­rend der Fahrt bereits Sel­fies gemacht zu haben. Das bedeu­tet: rund 14 Sekun­den Ablen­kung.

News auf Face­book lesen kos­tet Auto­fah­rer 20 Sekun­den blinde Fahrt

Nur mal kurz Face­book che­cken, könne, laut Ford, rund 20 Sekun­den in Anspruch neh­men. Das sind sehr gefähr­li­che 20 Sekun­den, in denen der Blick nicht auf den Stra­ßen­ver­kehr gerich­tet ist, warnt der ACV. Bei 100 km/​h Stunde lege ein Auto in die­ser Zeit, laut Ford, eine Ent­fer­nung von fast 560 Metern zurück – das ent­spricht der Länge von fünf Fuß­ball­fel­dern.

Online auf dem Rad und zu Fuß

Fahr­rad­fah­rer müs­sen beide Hände zum Len­ken und Brem­sen frei haben, doch das Stadt­bild ist von Rad­lern mit Handy am Ohr geprägt. Der ACV appel­liert: Die Kon­zen­tra­tion gehört sowohl beim Auto­fah­ren, als auch beim Fahr­rad­fah­ren auf die Straße. Das Handy sollte wäh­rend der Fahrt in der Tasche blei­ben. Wer trotz­dem nicht aufs Tele­fo­nie­ren ver­zich­ten kann, der sollte in eine Frei­sprech­an­lage inves­tie­ren.

Redu­zierte Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit durch laute Musik

Die Nach­rich­ten über Fuß­gän­ger, die auf­grund von Han­dy­nut­zung immer häu­fi­ger Opfer von Ver­kehrs­un­fäl­len wer­den, häu­fen sich. Mit Handy in der Hand und Musik über Kopf­hö­rer neh­men sie am Stra­ßen­ver­kehr teil. Nach einer Stu­die des Insti­tuts für Arbeit und Gesund­heit der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (IAG) rea­gie­ren Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger deut­lich lang­sa­mer auf Ver­kehrs­ge­räu­sche. Bereits Musik in Gesprächs­laut­stärke trübe die Wahr­neh­mung und ver­län­gere die Reak­ti­ons­zeit um 17 Pro­zent, laute Kopf­hör­er­mu­sik sogar um 44 Pro­zent. Dadurch wird das Unfall­ri­siko deut­lich erhöht.

Wie viele Unfälle auf­grund Ablen­kung durch Han­dy­nut­zung erfol­gen, kann der­zeit sta­tis­tisch nicht erfasst wer­den, da es bei der poli­zei­li­chen Unfal­ler­he­bung in Deutsch­land nicht unter­sucht wird.