Motorrad Sicherheit

Motorradfahren im Stau: Was ist erlaubt?

Wenn Motor­rad­fah­rer in einen Stau gera­ten, ist die Ver­su­chung groß, mit dem Motor­rad zwi­schen den war­ten­den Autos durch­zu­fah­ren. Doch ist dies wirk­lich erlaubt?

Motorrad im StauWäh­rend sich die Autos im Stau dicht gedrängt lang­sam vor­wärts schie­ben, lockt Motor­rad­fah­rer eine andere Mög­lich­keit. Dank des wen­di­gen Motor­rads kön­nen sie sich zwi­schen den Autos durch­schlän­geln, um dem Stau schnel­ler zu ent­ge­hen. Viele Auto­fah­rer fah­ren aus Rück­sicht­nahme oder um die Ret­tungs­gasse zu bil­den, zur Seite und las­sen den Bikern so Platz zum Vor­bei­fah­ren.

Doch laut Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung dür­fen Motor­rad­fah­rer diese Gele­gen­heit nicht nut­zen und durch die Ret­tungs­gasse fah­ren. Aber was ist mit dem Sei­ten­strei­fen? Wir zei­gen auf, was beim Motor­rad­fah­ren im Stau erlaubt ist, und was nicht.

Zwi­schen zwei Spu­ren durch­fah­ren

Häu­fig nut­zen Motor­rad­fah­rer die ent­stan­dene Gasse zwi­schen den Spu­ren. Doch haupt­säch­lich spricht das gene­relle Ver­bot, rechts zu über­ho­len, gegen ein Durch­fah­ren zwi­schen zwei Fahr­bah­nen. Schlän­gelt sich ein Motor­rad­fah­rer etwa zwi­schen den Autos hin­durch oder nutzt eine frei­ge­wor­dene Gasse zwi­schen zwei Fahr­spu­ren, hat er die links ste­hen­den Autos rechts über­holt. Dies ist laut StVO ver­bo­ten – auch wenn der Ver­kehr steht. Außer­dem ist es nicht erlaubt, zwi­schen zwei Fahr­bah­nen zu fah­ren.

  • Zwi­schen zwei Spu­ren durch­fah­ren: ver­bo­ten

Auf dem Sei­ten­strei­fen fah­ren

Wenn auf der Auto­bahn nichts mehr geht, ist die Ver­su­chung groß, auf den freien Sei­ten­strei­fen aus­zu­wei­chen. Doch für Motor­rad­fah­rer wie auch für Auto­fah­rer ist es nicht erlaubt, den Sei­ten­strei­fen zum schnel­le­ren Vor­an­kom­men zu befah­ren. Die­ser muss für durch­fah­rende Ret­tungs­fahr­zeuge und Not­fälle frei­ge­hal­ten wer­den. Wer den Sei­ten­strei­fen den­noch befährt, muss mit Buß­geld und einem Punkt in Flens­burg rech­nen, die Stra­fen erhö­hen sich, wenn zusätz­lich eine Blo­ckade von Ret­tungs­fahr­zeu­gen oder eine Gefähr­dung ande­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer dazu kommt.

  • Auf dem Sei­ten­strei­fen am Stau vor­bei­fah­ren: ver­bo­ten

Links am Stau vor­bei

Wer mit dem Motor­rad die Autos zwi­schen Mit­tel­leit­planke und lin­ker Fahr­spur über­holt, hält sich zwar an das Gesetz, denn links zu über­ho­len ist erlaubt. Doch wahr­schein­lich wird eine andere gesetz­li­che Vor­gabe ver­letzt: Beim Über­ho­len auf der Auto­bahn muss auf jeder Seite min­des­tens ein Meter Sicher­heits­ab­stand gelas­sen wer­den. Dies ist bei einer vol­len Auto­bahn im Stau meist auch für Motor­rad­fah­rer nicht mög­lich. Außer­dem bringt das Über­ho­len neben der Mit­tel­leit­planke große Gefah­ren mit sich. Denn hier rech­net kein Auto­fah­rer mit einem durch­fah­ren­den Motor­rad­fah­rer – und schert even­tu­ell nach links aus oder öff­net die Türe. Kommt es bei einem sol­chen Über­hol­ma­nö­ver zu einem Unfall, ist der Motor­rad­fah­rer mit­schul­dig.

  • Neben der Mit­tel­leit­planke über­ho­len: in sel­te­nen Fäl­len mög­lich, aber nicht zu emp­feh­len.

Motorradfahren sommerDas Ver­bot bleibt

Immer wie­der wer­den Stim­men laut, Motor­rad­fah­rern das Durch­fah­ren im Stau zu erlau­ben – ent­we­der durch die Ret­tungs­gasse zwi­schen zwei Fahr­spu­ren oder auf dem Sei­ten­strei­fen. Doch der deut­sche Gesetz­ge­ber hat mehr­fach ent­schie­den, dass das Durch­fahr­ver­bot bleibt. Motor­rad­fah­rer soll­ten sich also aus juris­ti­scher Sicht wei­ter­hin wie ein Auto ein­ord­nen und hof­fen, dass sich der Stau bald auf­löst.

Tipp bei Stau: Es gibt eine Aus­nahme: Der Sei­ten­strei­fen darf im Not­fall benutzt wer­den. Bei Motor­rad­fah­rern kann dies etwa ein dro­hen­der Hitz­schlag sein, wenn es im Stau bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren in der Motor­rad­klei­dung zu heiß wird. Bedin­gung ist aber, dass das Fahr­zeug dort abge­stellt wird. Auf dem Sei­ten­strei­fen wei­ter­fah­ren ist nicht erlaubt.