Ärger bei der Autoreparatur: Welche Rechte stehen den Betroffenen zu?

Probleme beim Besuch in der Autowerkstatt sind nicht nur lästig, sondern oft auch teuer. Ob falsch ausgeführte Reparatur, mangelhafte Fehlerbeseitigung oder falscher Kostenvoranschlag: Wer mit den Leistungen in der Werkstatt nicht zufrieden ist, kann rechtliche Ansprüche geltend machen.

Vielleicht waren Sie schon einmal selbst in der Situation: Nach dem Verlassen der Autowerkstatt bemerken Sie, dass die Reparatur Ihres Wagens nicht so durchgeführt wurde, wie Sie es eigentlich beauftragt hatten oder an der Kasse übersteigt der Rechnungsbetrag deutlich den Kostenvoranschlag. Wir erklären Ihnen, wie diese Situationen rechtlich zu bewerten sind.

Mangelhafte Reparatur reklamieren

Eine Kfz-Reparatur unterliegt als Werkvertrag den Regelungen der §§ 631 ff. BGB. Demnach ist die Autowerkstatt gegenüber dem Kunden verpflichtet, die Reparatur des Fahrzeugs vorzunehmen. Der Werkvertrag zielt dabei auf die Durchführung einer vollständigen und ordnungsgemäßen Reparatur. Ist dies nicht der Fall, dann steht Betroffenen ein Recht auf Nachbesserung nach § 635 BGB zu. Nicht verbindlich festgelegt ist jedoch, wie oft der Versuch einer Nachbesserung vorgenommen werden kann und ab wann diese als endgültig gescheitert gilt. Die Einschätzung ist abhängig von der konkreten Fallkonstellation und wird unterschiedlich beurteilt.

Tipp

Reparaturarbeiten nach dem Werkstattbesuch kontrollieren

Das Recht auf Nachbesserung unterliegt nach § 634a BGB einer Verjährungsfrist von zwei Jahren. Diese gilt auch dann, wenn Sie selbst den Mangel nicht bemerken. Wir empfehlen, die durchgeführten Arbeiten zeitnah nach dem Werkstattbesuch zu kontrollieren und ggf. zu reklamieren.

Was muss ich bei einer Reklamation beachten?

Wer die Autoreparatur reklamiert, der sollte eine angemessene Frist von zwei Wochen zur Nachbesserung einräumen. Kommt die Autowerkstatt innerhalb dieser Frist der Aufforderung zur Nachbesserung nicht nach oder scheitert die Nachbesserung endgültig, dann können Betroffene vom Vertrag zurück zu treten oder die Rechnung mindern. Treten Kunden vom Vertrag zurück, ist die Werkstatt verpflichtet, bereits beglichene Rechnungen zurückzuerstatten und Ersatzteile aus dem Wagen zu entfernen – es sei denn, diese sind für den Kunden von Wert: Dann hat die Werkstatt auch Anspruch auf eine Vergütung. Wird anstelle des Rücktritts die Minderung des Werklohns vorgenommen, dann ist auch hier zu berücksichtigen, welchen Wert die erbrachte Werkleistung für den Autobesitzer hat.

Das Auto wurde in der Werkstatt beschädigt – kann ich nun Schadenersatz verlangen?

Kommt es im Rahmen des Werkstattbesuches zu Schäden am Auto, dann kann den Betroffenen ein Anspruch auf Schadenersatz zustehen. Das gilt zum Beispiel, wenn Mitarbeiter der Werkstatt für Schäden verantwortlich sind, die am Fahrzeug durch die Arbeiten selbst oder auch durch Testfahrten entstehen: Hier haftet die Werkstatt vollumfänglich.

Die Rechnung weicht vom Kostenvoranschlag ab – was nun?

Ein Kostenvoranschlag zeigt dem Kunden, welche Rechnung ihn in etwa erwartet. Eine Überschreitung von mehr als 15 Prozent ist dabei unzulässig. Die Werkstatt ist auch dazu verpflichtet, den Kunden entsprechend zu informieren, da eine teure Reparatur ohne Information zu den entstehenden Kosten ebenfalls einen Anspruch auf Schadenersatz begründet. In der Praxis bedeutet dies, dass der Arbeitslohn vom Kunden in diesem Fall nicht bezahlt werden muss – die Materialkosten bleiben davon unberührt.

ACV Vorteil

Juristische Beratung für ACV Mitglieder

Bei Ärger mit der Werkstatt empfiehlt sich eine kostenlose Erstberatung durch einen Anwalt. Diese hilft dabei, das Kosten-Nutzen-Verhältnis von juristischen Schritten abzuwägen. ACV Mitglieder erhalten über unseren Partner KLUGO eine kostenlose rechtliche Erstberatung durch einen kompetenten Rechtsanwalt. Hier geht’s zur Rechtsberatung für ACV Mitglieder.

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